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Thema: Für die ToDo Liste
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 10. Oktober 2026
85 Aufrufe

Wissenswert

Ort

  • Tübingen

Bundesland

  • Baden-Württemberg

Einwohner

  • 90.973 (2026)

Ein paar interessante Zahlen

  • Hauptwohnsitz: 90.973 Einwohner
  • Nebenwohnsitz: 1.898 Einwohner
  • Gesamt gemeldet: rund 92.900 Personen
  • Fläche: 108,07 km²

Studierendenanteil

  •  28.046 Studierende
  • ≈ 30,8 % Studierende

Tübingen ist für mich mehr als nur ein Wohnort

Tübingen. Eine dieser Städte, die man auf Postkarten sofort wiedererkennt. Fachwerkhäuser, die sich am Neckar spiegeln, Stocherkähne, die gemächlich über den Fluss gleiten, und Gassen, in denen man sich mit Absicht verläuft, weil hinter jeder Ecke schon wieder ein neues Fotomotiv wartet. Zugegeben, idyllisch sieht es hier schon aus. Fast ein wenig verdächtig idyllisch. Als hätte jemand beschlossen, eine Stadt nach den Vorstellungen eines Romantikers zu bauen und sie anschließend mit ein paar tausend Studenten zu füllen.

Dabei ist Tübingen gar nicht meine Heimat. Die liegt viele hundert Kilometer weiter nördlich, irgendwo zwischen Rees und Xanten am Niederrhein. Dorthin führen bis heute viele Erinnerungen, aber das Leben hatte andere Pläne. Mein Beruf am Universitätsklinikum brachte mich nach Tübingen. Eines Tages hatte ich genug davon, täglich wertvolle Lebenszeit auf dem Weg zur Arbeit zu verschenken. Also zog ich von der Schwäbischen Alb hierher. Rückblickend war das vermutlich eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Tübingen hat eine besondere Atmosphäre. Die Universität prägt die Stadt seit Jahrhunderten, und mit den Studierenden aus aller Welt weht ständig ein frischer Wind durch die engen Gassen. Man hört unterschiedlichste Sprachen, trifft Menschen mit den verschiedensten Lebensentwürfen und erlebt eine Offenheit, die längst nicht überall selbstverständlich ist. Natürlich gehört auch ein gutes Stück Chaos dazu. Fahrräder scheinen hier manchmal höhere Rechte zu besitzen als Autos, und wer glaubt, in der Altstadt einen Parkplatz zu finden, glaubt vermutlich auch an Einhörner.

Viele nennen Tübingen eine Bubble. Vielleicht stimmt das sogar. Aber wenn diese Bubble bedeutet, dass Vielfalt, Kultur, Neugier und ein respektvolles Miteinander den Alltag bestimmen, dann lebe ich ausgesprochen gerne darin. Ich fühle mich hier angekommen und hoffe sehr, dass ich mir dieses Stück Lebensqualität auch nach meinem Berufsleben leisten kann. Denn manchmal wird aus einem Ort, den man nur wegen der Arbeit auswählt, ganz leise ein Zuhause.

Was ich an Tübingen besonders mag, ist diese eigenwillige Mischung aus Geschichte und jungem Leben. Ich lebe hier und trotzdem entdecke ich in der Altstadt zwischen Fachwerkhäusern und verwinkelten Gassen immer wieder Ecken, die mich kurz stehen bleiben lassen. Besonders im Sommer mag ich die kleinen Lokale, Cafés und schattigen Plätze, an denen ich einfach sitzen und das Treiben beobachten kann. Die 1477 gegründete Universität prägt Tübingen bis heute. Studierende aus aller Welt bringen Leben, Offenheit und manchmal herrliches Chaos in die altehrwürdigen Mauern. Für mich ist genau dieser Kontrast das Besondere: Tübingen ist meine Wahl-Heimat, fühlt sich aber durch die vielen Menschen, Sprachen und Kulturen manchmal ein kleines bisschen wie Reisen an, ohne dass ich dafür überhaupt einen Koffer packen muss.


Große Kunst im kleinen Tübingen

Wer glaubt, Tübingen liege kunsttechnisch irgendwo kurz vor dem Ende der Welt, darf sich angenehm täuschen lassen. Unser »Neues Kunstmuseum« schafft es immer wieder, große Namen in die schwäbische Provinz zu holen. Ich habe hier schon die farbenfrohe Welt von James Rizzi erlebt, bin Udo Lindenbergs Panik-Kunst begegnet und konnte Arbeiten meines Lieblingsfotografen Steve McCurry bewundern. Für mich ist das »Neue Kunstmuseum« deshalb längst mehr als ein Schlechtwetterprogramm. Wer Tübingen besucht, sollte vorher einen Blick ins Programm werfen. Vielleicht wird aus dem Stadtbummel ganz nebenbei eine kleine Reise durch die Kunstwelt.


Tübingen in Bewegung: Zwischen Triathlon, Stocherkahn und eiskaltem Vergnügen

Wer glaubt, dass man in Tübingen nur gemütlich durch die Altstadt schlendert, ein Viertele trinkt und über die nächste Kehrwoche philosophiert, der hat die Rechnung ohne die sportbegeisterten Schwaben gemacht. Hier wird nämlich nicht nur gedacht, geforscht und studiert, sondern auch geschwitzt, gerannt, geschwommen und gelegentlich unfreiwillig gebadet.

Tübingen hat sportlich einiges zu bieten. Von verschiedenen Triathlon-Wettbewerben bis hin zur Triathlon-Bundesliga ist alles vertreten. Dazu kommen Stadtläufe, bei denen man die historische Altstadt und ihre Umgebung im Laufschritt erkunden kann. Sightseeing mit erhöhtem Puls gewissermaßen. Ich persönlich bevorzuge dabei gelegentlich die Zuschauerrolle, schließlich muss ja jemand die Athleten anfeuern!

Besonders schön finde ich, wie viele Unternehmen aus der Region ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Gemeinsam trainieren, an Wettkämpfen teilnehmen und anschließend zusammen feiern. Das verbindet manchmal mehr als die nächste Teambesprechung.

Richtig turbulent wird es beim legendären Stocherkahnrennen auf dem Neckar. Was andernorts als gemütliche Bootsfahrt durchgehen würde, entwickelt sich hier zu einem herrlich chaotischen Spektakel. Ehrgeiz, Teamgeist und die gelegentliche Bekanntschaft mit dem Neckarwasser gehören einfach dazu.

Und wem das noch nicht reicht, der sollte sich das traditionelle Anschwimmen zum Jahreswechsel anschauen. Vereine, mutige Wasserratten und insbesondere die Tübinger Feuerwehr wagen sich gemeinsam ins eisige Neckarwasser. Während ich schon beim Zuschauen kalte Füße bekomme, scheinen die Teilnehmer ihren Spaß zu haben.

Gewinner gibt es bei diesen Veranstaltungen natürlich auch. Verlierer dagegen kaum. Höchstens diejenigen, die beim Stocherkahnrennen unfreiwillig baden gehen. Aber immerhin sparen sie sich anschließend die Dusche.


Tübingen im Winter: Wenn der wilde Süden kalte Füße bekommt

Auch bei uns im wilden Süden scheint nicht immer die Sonne. Manchmal zeigt sich Tübingen von seiner ziemlich frostigen Seite. Und obwohl ich persönlich wärmere Temperaturen bevorzuge, hat der Winter in unserer kleinen Universitätsstadt durchaus seinen Reiz. Vorausgesetzt, man besitzt eine vernünftige Jacke und eine gewisse Leidensfähigkeit gegenüber schwäbischen Minusgraden.

Für mich beginnt die kalte Jahreszeit eigentlich schon mit den großen Herbstmärkten. Der Umbrisch-Provenzalische Markt bringt noch einmal mediterranes Lebensgefühl in unsere Gassen, bevor der Schokoladenmarkt die Stadt in eine einzige süße Versuchung verwandelt. Spätestens dann wird mir klar: Der Winter steht vor der Tür, und die Badehose darf endgültig im Schrank verschwinden.

Mit den ersten frostigen Nächten verändert sich Tübingen erstaunlich schnell. Das satte Grün des Sommers und die goldenen Blätter des Herbstes sind Geschichte. Stattdessen überzieht Raureif die Äste der alten Bäume und verwandelt die Neckarlandschaft in eine beinahe unwirkliche Kulisse.

Besonders faszinierend finde ich die frühen Morgenstunden am Neckar. Wenn Nebelschwaden über dem Wasser aufsteigen und die weiß gefrorenen Äste wie bizarre Finger in den blauen Himmel ragen, greife ich gerne zur Kamera. Solche Momente zeigen mir immer wieder, dass man für außergewöhnliche Eindrücke nicht unbedingt ans andere Ende der Welt reisen muss.

Auch in der Altstadt wird es gemütlicher. Weihnachtsmärkte, kleine Geschäfte und der Duft von Punsch und Glühwein sorgen dafür, dass selbst überzeugte Sommermenschen dem Winter etwas abgewinnen können.

Besonders schmunzeln muss ich über die Menschen, die sich auf dem Marktplatz dick eingewickelt in Decken vor die Cafés setzen. Mit einer heißen Tasse in der Hand trotzen sie tapfer der Kälte. Vermutlich ist das die schwäbische Variante eines Winterabenteuers: draußen frieren, obwohl drinnen noch Plätze frei wären.

Und ich? Ich drehe lieber noch eine Runde mit meiner Kamera durch die Altstadt. Anschließend darf es allerdings auch für mich ein heißer Kaffee sein. So viel Abenteuer muss bei Minusgraden schließlich nicht sein.

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....


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Manchmal ist Tübingen mehr...

Tübingen ist für mich weit mehr als Neckarfront, Stocherkähne und eine Altstadt, die sich bei Sonnenschein zuverlässig selbst für eine Postkarte hält. Immer wieder holen spannende Ausstellungen ein Stück Welt in die Stadt. Das neue Kunstmuseum bietet dafür endlich den Raum, den große Fotografie verdient. Besonders gefreut habe ich mich auf Steve McCurry. Seine Bilder begleiten und inspirieren mich seit vielen Jahren und haben auch meinen Blick auf Menschen, Kulturen und das Reisen geprägt. Diese Fotografien nun hier in Tübingen im Original zu erleben, war für mich etwas Besonderes. Manchmal beginnt eine Reise eben direkt vor der eigenen Haustür.

Auf zwei Rädern zur Feierabendrunde...

Nach einem langen Arbeitstag zieht es mich oft noch hinaus in die Natur. Einfach abschalten, frische Luft genießen und den Alltag hinter mir lassen. Mal geht es mit dem Fahrrad durch die Landschaft rund um Tübingen, mal darf es etwas mehr PS haben. Besonders schön finde ich die Wochen zwischen Spätsommer und Herbst, wenn die Straßen ruhiger werden und der Schwarzwald mit seinen kurvenreichen Strecken lockt. Dann schwinge ich mich auf meine Triumph und genieße die Freiheit auf zwei Rädern. Schließlich muss man nicht immer ans andere Ende der Welt reisen, um ein kleines Abenteuer zu erleben!

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....