Es gibt Reisen, die lassen dich staunen. Und dann gibt es Reisen, die lassen dich nicht mehr los.
Gemeinsam mit meinem Freund, dem Berliner Fotografen Roland Marske, war ich für den Verein Menschen ohne Ketten e.V. unterwegs – an der Elfenbeinküste, in einem Land, das man auf der Karte leicht findet, im Herzen aber kaum begreifen kann. Unsere Mission: die Arbeit eines Vereins dokumentieren, der sich um Menschen kümmert, die sonst niemand sieht. Psychisch Kranke in Westafrika – vergessen, angekettet, verstoßen.
Zehntausende leiden dort im Stillen. Eingesperrt in dunkle Hütten, gefesselt von Angst, Aberglaube und Stigmata. Die Gesellschaft hält sie für von Dämonen besessen – und genau da beginnt der Albtraum, den wir vor Ort erlebt haben. Zusammen mit Dr. Eva Sodeik-Zecha und Rudolf Hausmann vom Freundeskreis Menschen ohne Ketten e.V. haben wir Menschen getroffen, deren Schicksale uns manchmal schlicht den Atem genommen haben.
Und ja – die Kamera lief. Bilder, die Geschichten erzählen, die nicht in Hochglanzbroschüren passen. Kein Luxus, kein Wellness, keine Cocktails am Pool. Stattdessen: Staub, Schweiß, Tränen – und diese seltsame Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung, die Afrika so einzigartig macht.
Die Elfenbeinküste, heißt es, sei ein Land der Badeorte, Regenwälder und französischen Kolonialgeschichte. Nun ja – sagen wir: Die Realität ist weniger „Broschüre“ und mehr „abenteuerlicher Selbstversuch“. Wer hier reist, muss bereit sein, seine Komfortzone am Flughafen abzugeben.
Doch genau das macht diese Reise so besonders:
Ein Land im Wandel.
Menschen, die Mut machen.
Momente, die bleiben.
Eine Reise für alle, die nicht nur sehen, sondern verstehen wollen – und dabei manchmal auch an ihre eigenen Grenzen geraten.