Es gibt diese Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, in denen die Welt kurz leiser wird. Genau dann packt mich das Fernweh besonders zuverlässig. Während andere über Raclette-Reste diskutieren, sitze ich da, mit Kaffee und Kartenmaterial, und plane Reisen. Im Frühjahr zieht es mich wieder nach Thailand – und dieses Mal bewusst abseits der ausgetretenen Pfade.
Der Nordosten steht auf dem Plan. Tempelanlagen, die nicht um Aufmerksamkeit buhlen, Nationalparks, die eher flüstern als schreien. Ich will schauen, was bleibt, wenn man sich Zeit lässt. Danach treffe ich Sabine in Bangkok – dieser Stadt, die einen gleichzeitig umarmt und überfordert – und gemeinsam fliegen wir weiter nach Kambodscha.
Dort beginnt unser Eintauchen in die Geschichte der Khmer: erst Phnom Penh, dann über Land nach Siem Reap. Busfahren als Realitätscheck. Tage zwischen Tempeln, Steinen und Geschichten, die schwer wiegen – die Anlagen der Khmer-Dynastie wirken nicht nur monumental, sie machen auch leise. Mehr braucht es erst einmal nicht, um mit diesem Land in Kontakt zu kommen.
Zurück geht es wieder nach Bangkok. Und dann beginnt der Teil der Reise, auf den ich mich fast kindisch freue: ein Roadtrip. Von Bangkok, Ayutthaya über Chiang Rai und Chiang Mai bis nach Kanchanaburi – Kurven, Pausen, Zufälle. Und am Ende wieder zurück nach Bangkok, um dieser Millionenmetropole noch einmal bewusst Zeit zu schenken.
Der Schlusspunkt? Der wird nass. Sehr nass. Songkran in Phuket – dieses legendäre Fest, bei dem Wasser zur Weltsprache wird und niemand trocken, aber alle gleich sind. Davor gönnen wir uns noch den Khao Sok Nationalpark: Regenwald, Stille, dieses satte Grün, das einem kurz das Gefühl gibt, wieder richtig zu atmen.
Die immer wieder aufflammenden Grenzspannungen zwischen Thailand und Kambodscha schwingen im Hinterkopf mit. Wir beobachten das, bleiben realistisch – und haben uns trotzdem entschieden, diese Route zu planen und, wenn es verantwortbar ist, auch zu gehen. Reisen war nie nur Komfortzone. Manchmal ist es auch Vertrauen. Und genau das macht diese Tour schon jetzt besonders.
Allein beim Vorbereiten merke ich: Das wird keine perfekte Reise. Aber eine ehrliche. Und genau darauf freue ich mich.