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Digitale Sicherheit auf Reisen

Digitale Sicherheit auf Reisen

Hotelbuchungen, Flugtickets, QR-Codes, Messenger-Nachrichten und Reise-Apps machen das Reisen einfacher, aber nicht automatisch sicherer. Gerade Individualreisende sollten unterwegs genauer hinschauen, wenn plötzlich Zahlungsaufforderungen, ungewöhnliche Links oder angebliche Kundenservices auftauchen. In diesem Beitrag zeige ich, worauf ich achte, welche digitalen Reisefallen mir begegnen können und wie ich mich schütze, ohne mir die Freude am Reisen verderben zu lassen.

Reiseblog24 | Digitale Sicherheit auf Reisen

Tipps & Tricks auf der Reise

Digitale Sicherheit auf Reisen: Was ich vor und während der Reise genau prüfe

Reisen ist heute nicht nur eine Frage von Flugticket, Reisepass und halbwegs brauchbarem Schuhwerk. Ein großer Teil einer Reise findet längst digital statt: Hotelbuchungen, Flugtickets, Online-Check-in, QR-Codes, Messenger-Nachrichten, Reise-Apps, Kreditkartenzahlungen und öffentliche WLANs begleiten uns fast überall. Das ist praktisch, keine Frage. Aber wie so oft im Leben hat auch die Bequemlichkeit einen kleinen Haken, manchmal sogar mit WLAN-Verbindung.

Gerade als Individualreisender organisiere ich viele Dinge selbst. Ich buche Unterkünfte, vergleiche Flüge, speichere Dokumente digital, nutze Karten-Apps, scanne QR-Codes und kommuniziere unterwegs mit Hotels, Fahrern oder Anbietern. Genau dabei entstehen aber auch sicherheitsrelevante Punkte, die man nicht einfach ignorieren sollte. Es geht nicht darum, hinter jedem Link einen Kriminellen mit Kapuzenpulli zu vermuten. Es geht darum, aufmerksam zu bleiben, bevor aus einem harmlosen Klick ein ziemlich teurer Reiseerinnerungsposten wird.

Gefälschte Buchungsbestätigungen, merkwürdige Zahlungsaufforderungen, manipulierte QR-Codes, falsche Kundenservices über Messenger oder täuschend echt wirkende E-Mails gehören inzwischen leider zum digitalen Reisealltag. Nicht ständig, nicht überall, aber oft genug, um genauer hinzuschauen. Wer vorbereitet ist, reist nicht ängstlicher, sondern entspannter. Denn Sicherheit bedeutet für mich nicht, auf Abenteuer zu verzichten. Sie bedeutet nur, dem Abenteuer nicht unnötig die Kreditkartennummer hinterherzuwerfen.

Thema: Digitale Sicherheit auf Reisen
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 02. August 2026
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Digitale Sicherheit auf Reisen

Zwischen Bauchgefühl und gesundem Misstrauen

Nicht jeder Betrug beginnt mit einer gefälschten E-Mail oder einer perfekt nachgebauten Buchungsseite. Manchmal sitzt er ganz entspannt am Strand, lächelt freundlich und verkauft dir den schönsten Ausflug deines Urlaubs. Genau das macht das Reisen manchmal so faszinierend und gleichzeitig so schwierig. Nach vielen Jahren unterwegs habe ich festgestellt, dass es kaum etwas gibt, das schwerer einzuschätzen ist als die Menschen, denen man auf Reisen begegnet.

Auf den Seychellen habe ich das auf die weniger angenehme Art erlebt. Direkt am Strand buchten wir einen Ausflug für den nächsten Tag. Das Gespräch war freundlich, der Preis fair und bezahlt wurde ganz unkompliziert, bar oder per Handy. Es gab eine Quittung, die von Hand ausgestellt wurde, und der Treffpunkt wurde ausführlich beschrieben. Eigentlich sprach nichts dagegen. Am nächsten Morgen standen wir pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Nur unser Ausflug war offenbar der einzige, der nie existiert hatte. Niemand wusste etwas davon. Unser Ansprechpartner? Verschwunden wie eine Kokosnuss, die der Wind ins Meer getragen hat.

Natürlich ärgert man sich. Nicht einmal in erster Linie wegen des Geldes, sondern weil einem für einen kurzen Moment das Vertrauen in andere Menschen verloren geht. Und genau das ist auf Reisen oft der größere Schaden.

Da steht man dann, schaut etwas ratlos aufs Meer und denkt sich: Warum ausgerechnet ich? Die Antwort bleibt einem der Indische Ozean allerdings schuldig.

Was hilft, ist weder Wut noch der feste Vorsatz, künftig jedem Menschen grundsätzlich zu misstrauen. Das wäre schade. Reisen lebt schließlich von Begegnungen. Wer jedem Fremden sofort Betrugsabsichten unterstellt, kann auch gleich den Hotelfernseher einschalten und sich eine Dokumentation anschauen. Deutlich sicherer, aber eben auch ziemlich langweilig.

Eigentlich möchte ich mit dieser Geschichte nur eines sagen: Betrug oder das Vortäuschen von Dingen, die es gar nicht gibt, ist keine Erfindung des Internets. Das gab es lange vor QR-Codes, Phishing-Mails und gefälschten Buchungsportalen. Das Netz hat den Betrügern lediglich neue Werkzeuge in die Hand gegeben. Das Prinzip ist jedoch dasselbe geblieben.

Deshalb sollten wir auf Reisen weder naiv noch übermäßig misstrauisch sein. Ein gesundes Maß an Aufmerksamkeit, ein wacher Blick und manchmal auch das berühmte Bauchgefühl sind oft die besten Reisebegleiter. Nicht jede freundliche Begegnung endet mit einer Enttäuschung und nicht jedes Angebot ist unseriös. Aber es schadet nie, zweimal hinzusehen, bevor man sein Geld aus der Tasche holt. Ganz gleich, ob am tropischen Strand oder vor dem Bildschirm zu Hause. 

Wir hörten auf unser Bauchgefühl

Zum Glück gibt es auch die andere Seite dieser Medaille.

Mitten in Manado auf Sulawesi wurden wir von einem Mann angesprochen. Sein Englisch war eher kreativ als grammatikalisch korrekt, doch mit einem breiten Lächeln stellte er sich als Besitzer eines kleinen Reisebüros vor und bot an, uns die Gegend zu zeigen. Eigentlich genau die Sorte Situation, vor der in jedem Reiseführer gewarnt wird. Der vernünftige Teil meines Gehirns winkte bereits hektisch mit roten Warnflaggen, während der neugierige Teil dachte: „Irgendetwas fühlt sich hier erstaunlich richtig an.“

Und manchmal wird man dafür tatsächlich belohnt.

Die folgenden drei Tage gehören bis heute zu den schönsten, die ich auf Sulawesi erlebt habe. Freddy zeigte uns nicht die Sehenswürdigkeiten, die ohnehin jeder Tourist besucht. Er brachte uns zu kleinen Orten, an denen kaum jemand anhielt, erzählte Geschichten aus seinem Alltag und passte jede Route spontan an unsere Wünsche an. Keine Hektik, keine Verkaufsveranstaltung, kein versteckter Souvenirladen am Ende der Strecke. Stattdessen ehrliche Gastfreundschaft und jede Menge Einblicke in das Leben vor Ort, die man in keinem Reiseführer findet.

Das Erstaunlichste daran ist, dass wir bis heute Kontakt haben. Aus einem zufälligen Treffen auf einer Straße in Indonesien ist über die Jahre eine Freundschaft geworden. Eine dieser Begegnungen, wegen der ich das Reisen so liebe. Sie erinnern mich daran, dass Vertrauen manchmal belohnt wird, auch wenn es vorher Mut kostet.

Genau deshalb sollte man Betrug nicht ausschließlich als digitales Problem betrachten. Gefälschte Webseiten, Phishing oder manipulierte QR-Codes gehören inzwischen leider zum Reisealltag. Aber auch im echten Leben gibt es Menschen, die nur dein Geld möchten. Gleichzeitig begegnet man unterwegs immer wieder Menschen mit einem riesigen Herzen, die einem völlig uneigennützig helfen oder einen für ein paar Stunden an ihrem Leben teilhaben lassen. Die eigentliche Kunst beim Reisen besteht deshalb nicht darin, jedem zu misstrauen. Wer das tut, verpasst die schönsten Begegnungen. Viel wichtiger ist es, aufmerksam zu bleiben, seinem Bauchgefühl zuzuhören und den gesunden Menschenverstand nicht irgendwo zwischen Reisepass und Sonnencreme zu vergraben. Manchmal liegt man damit daneben. Manchmal gewinnt man einen Freund fürs Leben. Und genau diese Mischung aus Abenteuer, Unsicherheit und überraschenden Begegnungen macht das Reisen für mich bis heute so spannend. Denn die Welt ist weder nur voller Betrüger noch voller Engel. Meistens ist sie einfach voller Menschen. Und genau das macht sie so unglaublich interessant.

Abenteuer gehören für mich zum Reisen einfach dazu. Ein Sonnenaufgang in den Bergen, eine spontane Begegnung mit Einheimischen oder eine unbekannte Straße in einer fremden Stadt machen eine Reise unvergesslich. Auf digitale Überraschungen in Form leergeräumter Konten oder verschwundener Hotelbuchungen kann ich dagegen gut verzichten. Deshalb gehört neben Reisepass, Kamera und Kreditkarte inzwischen auch ein gesunder Zweifel in mein Reisegepäck.

Digitale Sicherheit auf Reisen

Warum ein gesunder Zweifel inzwischen ins Handgepäck gehört

Als Individualreisender erledige ich heute fast alles digital. Flug buchen, Hotel reservieren, Mietwagen organisieren, Online-Check-in durchführen oder unterwegs schnell den QR-Code im Restaurant scannen. Das spart Zeit und erleichtert vieles. Gleichzeitig hat sich aber auch eine Schattenseite entwickelt, die man bei aller Vorfreude auf den Urlaub nicht aus den Augen verlieren sollte. Sicherheitsexperten beobachten weltweit einen deutlichen Anstieg digitaler Angriffe auf Reisende und die Reisebranche. Gefälschte Buchungsportale, täuschend echte Phishing-Mails, manipulierte QR-Codes oder angebliche Kundenservices über Messenger gehören inzwischen leider zum Alltag. Oft wirken diese Nachrichten und Webseiten so professionell, dass selbst erfahrene Internetnutzer zweimal hinschauen müssen.

Besonders kritisch wird es, wenn kurz vor Reisebeginn plötzlich eine Nachricht eingeht: Das Hotel bittet angeblich um eine erneute Zahlung, die Airline verlangt eine Bestätigung der Kreditkarte oder ein vermeintlicher Kundenservice meldet sich per WhatsApp. Gerade in der Hektik vor einer Reise klickt man schnell auf einen Link oder gibt Daten ein, ohne lange nachzudenken. Ich habe mir deshalb angewöhnt, grundsätzlich einen kurzen Sicherheitscheck einzulegen. Öffne ich wirklich die offizielle Webseite? Passt die Internetadresse? Warum soll ich plötzlich außerhalb der bekannten Buchungsplattform bezahlen? Und weshalb meldet sich ein Hotel auf einmal über einen Messenger, obwohl bisher sämtliche Kommunikation per E-Mail stattgefunden hat?

Auch QR-Codes verdienen inzwischen einen zweiten Blick. Sie sind praktisch und begegnen uns überall: am Flughafen, im Hotel, im Restaurant oder beim Parkautomaten. Dennoch lohnt es sich, vor dem Öffnen kurz zu kontrollieren, auf welche Internetseite der Code tatsächlich führt. Ein paar Sekunden Aufmerksamkeit können im Zweifel viel Ärger ersparen. Für mich bedeutet digitale Sicherheit nicht, jeder Nachricht oder jedem QR-Code zu misstrauen. Es geht vielmehr darum, aufmerksam zu bleiben und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Wer Buchungen ausschließlich über offizielle Anbieter oder bekannte Plattformen vornimmt, Zahlungsaufforderungen kritisch hinterfragt und bei ungewöhnlichen Nachrichten lieber einmal direkt beim Hotel oder der Fluggesellschaft nachfragt, reduziert das Risiko erheblich.

Tipp 1:

Gute Passwörter reisen mit

So verlockend es auch ist: Das Passwort „Urlaub2026“ oder der Name des eigenen Hundes gehören nicht zu den großen Errungenschaften der IT-Sicherheit. Gerade auf Reisen hängen E-Mail, Flugtickets, Hotelbuchungen, Banking und oft auch die schönsten Urlaubsfotos an einem einzigen Zugang. Fällt dieser in die falschen Hände, wird aus der Traumreise schnell ein ziemlich teures Abenteuer.

Ich nutze deshalb für wichtige Konten immer lange, individuelle Passwörter und verwalte sie mit einem Passwortmanager. So muss ich mir nicht zwanzig kryptische Zeichenfolgen merken und komme trotzdem sicher an meine Buchungen. Besonders wichtig ist: Niemals dasselbe Passwort für mehrere Dienste verwenden. Wird ein Konto kompromittiert, sind sonst gleich alle anderen mit betroffen.

Ein gutes Passwort merkt sich niemand. Dafür gibt es Passwortmanager. Das spart Nerven, erhöht die Sicherheit und lässt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Fragen auf Reisen. Zum Beispiel, wo es den besten Kaffee oder das leckerste Streetfood gibt.

Tipp 2:

Zwei-Faktor-Authentifizierung vor Reisebeginn aktivieren

Vor einer Reise investiere ich lieber fünf Minuten in die Sicherheit meiner wichtigsten Konten, als später stundenlang mit Hotel, Airline oder Bank zu telefonieren. Deshalb gehört die Zwei-Faktor-Authentifizierung für mich inzwischen genauso zur Vorbereitung wie der Blick auf den Reisepass. Selbst wenn ein Passwort in falsche Hände gerät, schützt die zusätzliche Bestätigung per Authenticator-App, SMS oder Fingerabdruck oft vor dem Schlimmsten.

Besonders praktisch sind Authenticator-Apps, denn sie funktionieren auch ohne Mobilfunknetz. Das kann unterwegs Gold wert sein, wenn das WLAN eher an archäologische Ausgrabungen erinnert und das Handynetz gerade Urlaub macht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt zudem, verschiedene Sicherheitsfaktoren zu kombinieren, also beispielsweise Passwort und Authenticator-App oder Fingerabdruck. Ein kleiner Aufwand vor der Abreise, der unterwegs für deutlich mehr Gelassenheit sorgt.

Tipp 3:

Vor der Abreise alle Geräte auf den neuesten Stand bringen

Vor jeder Reise gönne ich nicht nur meinem Koffer einen letzten Check, sondern auch Smartphone, Notebook und Tablet. Klingt unspektakulär, kann unterwegs aber eine große Menge an Ärger ersparen. Veraltete Betriebssysteme oder Apps enthalten oft Sicherheitslücken, die von Kriminellen gezielt ausgenutzt werden. Deshalb installiere ich vor der Abreise alle verfügbaren Updates und lasse automatische Aktualisierungen aktiviert. Apps kommen bei mir ausschließlich aus den offiziellen App-Stores oder direkt vom Hersteller.

Besonders wichtig sind Browser, E-Mail-Programme und Office-Anwendungen, denn genau dort werden regelmäßig Schwachstellen entdeckt und mit Updates geschlossen. Wer erst im Hotel-WLAN feststellt, dass noch ein halbes Dutzend Aktualisierungen wartet, hat den ungünstigsten Zeitpunkt gewählt. Ich erledige das lieber bequem zu Hause mit einer guten Tasse Kaffee. Meine Reise beginnt schließlich mit Vorfreude und nicht mit der Frage, warum sich plötzlich eine dubiose Webseite mehr für mein Smartphone interessiert als ich selbst.

Tipp 4:

Gefälschte Buchungs-, Ticket- und Zahlungsnachrichten erkennen

Kurz vor einer Reise steigt die Vorfreude und leider auch die Wahrscheinlichkeit, dass plötzlich eine angeblich dringende Nachricht ins Postfach flattert. Mal soll das Hotel noch schnell die Kreditkarte bestätigen, mal verlangt die Fluggesellschaft eine Gepäckgebühr oder der Mietwagenanbieter meldet ein angebliches Zahlungsproblem. Solche Nachrichten wirken heute oft täuschend echt und genau darauf setzen Betrüger.

Ich schaue deshalb lieber einmal mehr hin. Ungewöhnliche Absenderadressen, Zeitdruck, Drohungen oder die Aufforderung, Passwörter oder Zahlungsdaten einzugeben, sind für mich deutliche Warnsignale. Anstatt auf einen Link in der E-Mail oder SMS zu klicken, öffne ich die Webseite oder App des Anbieters lieber selbst. Das dauert vielleicht zehn Sekunden länger, erspart aber im schlimmsten Fall eine Menge Ärger. Schließlich möchte ich mich am Urlaubsort mit der Aussicht beschäftigen und nicht mit der Frage, warum plötzlich jemand anders meine Kreditkarte für seine Reise nutzt.

Tipp 5:

Öffentliche WLANs mit gesundem Misstrauen nutzen

Kostenloses WLAN klingt unterwegs oft wie ein kleines Geschenk. Im Hotel, am Flughafen oder im Café ist die Versuchung groß, sich schnell einzuloggen und gleich noch das Online-Banking oder die nächste Hotelbuchung zu erledigen. Genau hier ist jedoch Vorsicht angesagt. Nicht jedes WLAN mit einem vielversprechenden Namen gehört tatsächlich zum Hotel oder Café. Kriminelle können gefälschte Hotspots einrichten, Daten mitlesen oder Nutzer auf manipulierte Webseiten umleiten. Da wird aus dem kostenlosen Internetzugang schnell ein ziemlich teurer Service.

Ich nutze öffentliche WLANs deshalb nur mit Bedacht. Für sensible Dinge wie Online-Banking, Kreditkartenzahlungen oder wichtige Logins verwende ich lieber meine mobile Datenverbindung oder eine VPN-Verbindung. Außerdem achte ich darauf, dass Webseiten verschlüsselt sind und mit „https://“ beginnen. Ein paar Sekunden Aufmerksamkeit kosten nichts und sorgen dafür, dass ich meine Reise lieber mit schönen Fotos als mit gesperrten Konten in Erinnerung behalte.

Tipp 7:

Sicherheitssoftware ist der Reisebegleiter, den niemand fotografiert

Vor einer Fernreise kontrolliere ich meinen Reisepass, die Kamera und die Kreditkarte. Genauso wichtig ist aber ein Blick auf die Sicherheitssoftware meiner Geräte. Ein aktueller Virenschutz erkennt viele Bedrohungen schon, bevor sie überhaupt Schaden anrichten. Moderne Programme verlassen sich längst nicht mehr nur auf bekannte Virenlisten, sondern erkennen verdächtiges Verhalten, blockieren gefährliche Webseiten und warnen vor Phishing oder Ransomware. Das ist besonders praktisch, wenn unterwegs plötzlich ein kostenloses WLAN, eine angebliche Buchungsbestätigung oder ein verlockender Download lockt. Genauso wichtig sind regelmäßige Updates sowie eine Bildschirmsperre, Geräteverschlüsselung und die Möglichkeit, Smartphone oder Notebook im Notfall zu orten oder aus der Ferne zu löschen. Zugegeben, Sicherheitssoftware sorgt selten für spektakuläre Urlaubsfotos. Aber sie verhindert mit etwas Glück, dass der schönste Schnappschuss der Reise am Ende ein Screenshot vom leergeräumten Bankkonto wird.

Tipp 9:

Mit einem VPN unterwegs sicherer und freier surfen

Auf Reisen merkt man schnell, dass das Internet nicht überall gleich funktioniert. Manche Webseiten oder Mediatheken sind plötzlich nicht erreichbar, Nachrichtensendungen aus Deutschland bleiben gesperrt oder bestimmte Dienste verhalten sich anders als zu Hause. Das habe ich selbst erlebt, als ich in der Türkei war und deutsche Nachrichtensendungen nicht mehr abrufen konnte.

Abhilfe schafft ein VPN (Virtual Private Network). Es baut eine verschlüsselte Verbindung auf und lässt den Datenverkehr so aussehen, als käme er von zu Hause. Viele Router, beispielsweise eine FRITZ!Box, bieten bereits die Möglichkeit, ein eigenes VPN einzurichten. Das klingt zunächst etwas technisch, ist aber oft einfacher als gedacht. Wer sich unsicher fühlt, findet bestimmt jemanden im Familien- oder Freundeskreis, der beim Einrichten helfen kann.

Ein VPN bietet gleich zwei Vorteile: Die Verbindung in öffentlichen WLANs wird deutlich sicherer und viele Dienste lassen sich auch unterwegs so nutzen, als wäre man gar nicht verreist. Für mich gehört ein VPN deshalb inzwischen genauso selbstverständlich zur Reisevorbereitung wie Reisepass und Kamera. Denn manchmal ist das größte Abenteuer nicht die fremde Kultur, sondern die Meldung: „Dieser Inhalt ist in Ihrem Land leider nicht verfügbar.“

Fazit

Reisen bedeutet für mich, Neues zu entdecken, Menschen kennenzulernen und den Alltag für eine Weile hinter mir zu lassen. Daran hat auch die Digitalisierung nichts geändert. Sie vereinfacht vieles, von der Flugbuchung bis zur Navigation. Gleichzeitig verlangt sie aber auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit.

Die gute Nachricht ist: Man muss kein IT-Experte sein, um sicher unterwegs zu sein. Schon ein paar einfache Gewohnheiten reichen aus, um viele Risiken deutlich zu reduzieren. Buchungen über offizielle Anbieter, regelmäßige Updates, ein gesunder Blick auf Links und QR-Codes oder ein VPN in öffentlichen WLANs kosten kaum Zeit, können im Ernstfall aber viel Ärger ersparen.

Ich sehe diese Tipps deshalb nicht als Einschränkung, sondern als Teil einer guten Reisevorbereitung. So wie ich vor einer Fernreise meinen Reisepass, die Kamera oder die Reiseapotheke überprüfe, gehört heute auch die digitale Sicherheit mit ins Gepäck. Dann bleibt am Ende das, woran ich mich erinnern möchte: beeindruckende Landschaften, spannende Begegnungen und unvergessliche Erlebnisse. Und nicht die Geschichte, wie ich im Urlaub unfreiwillig einem Cyberkriminellen das Hotelzimmer mitfinanziert habe.

Auch wenn ich damit wahrscheinlich die lokale Wirtschaft nicht unbedingt ankurbel, wenn ich unsicher bin. An einem Urlaubsort buche ich meine Ausflüge. Entweder schon in Deutschland im Vorfeld oder wenn ich unterwegs bin und ein schlechtes Gefühl habe, dann buche ich online unterwegs. Dazu gibt es etwa bei booking.com oder Get your Guide sehr gute Möglichkeiten. Und wenn etwas nicht passt, kann ich bei diesen beiden problemlos meinen Ausflug stornieren und bekomme mein Geld anstandslos zurück. Fakt ist aber auch, dass es immer Menschen von vor Ort im Urlaubsland sind, die über die beiden angesprochenen Möglichkeiten ihr Geld verdienen. Wenn ich ganz besonders zufrieden war, mit einer Leistung, dann gibt es natürlich ein gutes Trinkgeld, nicht digital, nicht über den Anbieter, sondern mit einem freundlichen Lächeln auf die Hand.

Das Reisen verändert sich und wird immer digitaler, da muss man schauen, dass man nicht den Anschluss verliert. Neben den Begleitern in Papierform gehört heute wie selbstverständlich auch das Smartphone zur täglichen Reisebegleitung.

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Digitale Sicherheit auf Reisen

Für mich bedeutet digitale Sicherheit nicht, jeder Nachricht oder jedem QR-Code zu misstrauen. Es geht vielmehr darum, aufmerksam zu bleiben und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Wer Buchungen ausschließlich über offizielle Anbieter oder bekannte Plattformen vornimmt, Zahlungsaufforderungen kritisch hinterfragt und bei ungewöhnlichen Nachrichten lieber einmal direkt beim Hotel oder der Fluggesellschaft nachfragt, reduziert das Risiko erheblich.

Meine fünf Sicherheitsregeln auf Reisen

Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lassen sich viele digitale Risiken auf Reisen vermeiden. Ich halte mich deshalb an diese fünf Grundregeln:

  • Ich buche ausschließlich über offizielle Webseiten oder bekannte Buchungsplattformen. Bei außergewöhnlich günstigen Angeboten schaue ich lieber einmal mehr hin.
  • Ich prüfe Internetadressen sorgfältig. Schon ein kleiner Unterschied in der Schreibweise kann auf eine gefälschte Webseite hinweisen.
  • Ich scanne QR-Codes nicht blind. Bevor sich eine Webseite öffnet, kontrolliere ich nach Möglichkeit die angezeigte Zieladresse.
  • Ich reagiere bei Zahlungsaufforderungen über Messenger oder SMS grundsätzlich skeptisch. Seriöse Anbieter kommunizieren wichtige Zahlungsinformationen in der Regel über ihre offiziellen Buchungsportale oder per E-Mail.
  • Bei ungewöhnlichen Nachrichten nehme ich direkt Kontakt mit dem Anbieter auf. Dabei nutze ich ausschließlich die offiziellen Kontaktdaten und nicht die Telefonnummer oder den Link aus der verdächtigen Nachricht.

Mein Fazit:
Digitale Sicherheit bedeutet für mich nicht, jeder Nachricht zu misstrauen. Ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit reicht oft schon aus, damit die Reise wegen ihrer Erlebnisse in Erinnerung bleibt und nicht wegen eines vermeidbaren Betrugsfalls.

Michael Lieder | Reiseblog24

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