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Burkina Faso

Ankunft in Ouagadougou

Ankunft in Ouagadougou. Die Hitze steht, die Stadt pulsiert, Mopeds verhandeln das Chaos mit erstaunlicher Gelassenheit. Burkina Faso empfängt nicht mit Hochglanz, sondern mit Haltung: freundlich, direkt, stolz. Zwischen staubigen Straßen, lachenden Gesichtern und improvisierter Ordnung wird schnell klar, dass hier andere Maßstäbe gelten. Komfort ist relativ, Herzlichkeit nicht. Ein Ort, der fordert, manchmal überfordert – und genau deshalb hängen bleibt. Wer hier landet, sucht keine Postkartenmotive, sondern echte Begegnungen. Und bekommt sie.

Reiseblog24 | Ankunft in Ouagadougou

Hitze, Haltung und Herz

Ankunft in Ouagadougou

Das tägliche Chaos trifft dich mit einer Gelassenheit, die man erst verstehen muss. Hier hupt niemand aus Aggression. Man hupt, weil man lebt. Burkina Faso empfängt nicht mit Hochglanzbroschüren oder durchgestylten Fassaden, sondern mit Haltung: freundlich, direkt, stolz – und erstaunlich klar darin, was wichtig ist und was nicht.

Zwischen staubigen Straßen, lachenden Gesichtern und einer Ordnung, die improvisiert wirkt, aber funktioniert, wird schnell klar: Die Maßstäbe sind andere. Komfort ist relativ. Herzlichkeit nicht. Wer hier ankommt, merkt rasch, dass westliche Bequemlichkeitsreflexe wenig helfen. Klimaanlage ist nett. Ein ehrliches Lächeln ist besser.

Ouagadougou fordert. Manchmal überfordert es auch. Genau darin liegt seine Stärke. Diese Stadt nimmt keine Rücksicht auf romantische Afrika-Klischees, sie korrigiert sie mit jedem Schritt. Begegnungen passieren nicht beiläufig, sie passieren echt. Gespräche beginnen spontan, Humor ist trocken, und Mitgefühl zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern im Alltag.

Wer hier landet, sucht keine Postkartenmotive und kein sanftes Abenteuer. Sondern Reibung, Realität und Menschen. Und bekommt all das – ungefiltert. Burkina Faso bleibt nicht nur im Gedächtnis hängen. Es setzt sich fest. Und genau das macht diese Ankunft so besonders.

Thema: Burkina Faso
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 12. Januar 2026
17124 Aufrufe
Beitrag davor:

Burkina Faso
Burkina Faso - Westafrika
Zwischen Staub, Hoffnung und Gefühlen

Diese Reise ist mehr als ein Ortswechsel. Sie ist ein Versprechen – an den Verein Menschen ohne Ketten e.V., vor allem aber an die Menschen in Burkina Faso. Hier vor Ort geht es darum, weiterzumachen, zuzuhören, Beziehungen zu vertiefen und nicht nach dem ersten Eindruck wieder abzureisen. Kurz: dranzubleiben.

Burkina Faso fordert heraus. Klimatisch, organisatorisch, emotional. Und genau darin liegt der Kern dieser Reise. Es geht nicht um schnelle Lösungen oder wohlklingende Konzepte aus der Ferne, sondern um echte Arbeit: Lebensbedingungen verbessern, Bildung fördern, medizinische Unterstützung stärken und soziale wie wirtschaftliche Perspektiven gemeinsam weiterdenken. Schritt für Schritt, manchmal mühsam, oft improvisiert – aber immer mit Haltung.

In den kommenden Wochen werden Projekte gestartet, bestehende Initiativen überprüft und Fortschritte dokumentiert. Vor allem aber wird direkt mit den Menschen gearbeitet, um die es hier geht. Nicht über sie, nicht an ihnen vorbei, sondern mit ihnen. Das ist kein Hochglanz-Abenteuer, sondern eines mit Staub an den Schuhen, langen Tagen und der Erkenntnis, dass Veränderung selten laut daherkommt. Natürlich läuft dabei nicht alles glatt. Afrikanische Realität trifft europäische Planung – ein Klassiker. Doch genau hier entsteht Raum für Humor, Demut und die Fähigkeit, sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen. Satire hilft, wenn die Hitze steigt und der Zeitplan sich wieder einmal höflich verabschiedet hat.

Es wird regelmäßig Einblicke geben: in die Arbeit, in Begegnungen, in kleine Erfolge und große Fragen. Wer mehr über die Vereinsarbeit erfahren oder unterstützen möchte, kann sich jederzeit melden oder über die Website informieren. Diese Reise ist kein Ende, sondern ein weiteres Kapitel. Und eines, das zeigt, warum Hinsehen, Bleiben und Mitmachen manchmal mehr bewirken als jede gut gemeinte Distanz.

Tipp

Anreise

Nach einer langen Flugreise landeten wir auf dem internationalen Flughafen Ouagadougou. Es scheint, als darf wegen politischer Ereignisse die Air France hier in Burkina Faso nicht mehr landen. Wir mussten einen Tag vor Abflug umbuchen, da die gebuchten und immer noch zum Check-in bereitstehenden Flüge abgesagt wurden. Kurzfristig haben wir einen Flug über Brüssel gefunden, der über Ouagadougou nach Abidjan an der Elfenbeinküste geht. Keine schlechte Wahl, die Verbindung und Air Brussel ist auch sehr empfehlenswert. 

Die Hitze und die lebendige Atmosphäre begrüßten uns sofort. Mein erster Eindruck von Ouagadougou war, dass diese Stadt lebt und pulsiert. Die Straßen sind gesäumt von farbenfrohen Märkten, Lachen und Musik.

Burkina Faso

Wilkommen in Afrika

Die Burkina Faso Reise beginnt im faszinierenden Ouagadougou, die Hauptstadt von Burkina Faso. Dieses unentdeckte Juwel Westafrikas hat so viel zu bieten, von lebendiger Kultur bis zu atemberaubender Natur.  

Das weit über die Region bekannte Skulptur des Denkmals der Filmfestspiele in Ouagadougou steht für die künstlerische Kreativität, den kulturellen Reichtum und die Einheit, die das Festival und das afrikanische Kino als Ganzes repräsentieren.

Die Hitze und die lebendige Atmosphäre begrüßten uns sofort. Mein erster Eindruck von Ouagadougou war, dass diese Stadt lebt und pulsiert. Die Straßen sind gesäumt von farbenfrohen Märkten, Lachen und Musik.

Ouagadougou

Das Denkmal der Filmfestspiele

Es ist eine bedeutende Landmarke in der Hauptstadt von Burkina Faso, die eng mit den Filmfestspielen von Ouagadougou, auch als FESPACO bekannt, verbunden ist. Dieses Denkmal ist ein Symbol für die wichtige Rolle, die das Festival in der Förderung des afrikanischen Kinos und der kulturellen Identität des Landes spielt.

Das Denkmal besteht aus einer monumentalen Skulptur, die eine Filmklappe darstellt. Die Filmklappe, auch als Filmklappe oder Filmbrett bezeichnet, ist ein ikonisches Symbol der Filmindustrie, das oft mit dem Filmemachen und dem Kino in Verbindung gebracht wird. Es wird typischerweise in Filmproduktionen verwendet, um den Beginn und das Ende von Szenen zu markieren. In Ouagadougou wurde die Filmklappe in Form eines beeindruckenden Denkmals errichtet, um die Bedeutung des FESPACO-Festivals und des afrikanischen Kinos zu würdigen.

Ouagadougou

Die imposante Kathedrale

Später erkundete ich das Stadtzentrum und bestaunte die imposante Kathedrale von Ouagadougou, die ein beeindruckendes Beispiel für die religiöse Vielfalt in Burkina Faso ist. Die Menschen in Ouagadougou sind außerordentlich gastfreundlich, und ich hatte die Gelegenheit, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und mehr über ihre Lebensweise und Bräuche zu erfahren.

Die Kathedrale von Ouagadougou, offiziell als "Cathédrale de l'Immaculée-Conception" bekannt, wurde im 20. Jahrhundert erbaut und ist ein beeindruckendes Beispiel französischer Kolonialarchitektur. Sie wurde 1930 während der französischen Kolonialherrschaft in Burkina Faso errichtet und ist seitdem ein wichtiger religiöser und kultureller Ort für die Bevölkerung von Ouagadougou.

Die Kathedrale ist der Jungfrau Maria gewidmet, und ihr Name, "Immaculée-Conception", bedeutet "Unbefleckte Empfängnis". Dieser Name spiegelt die tiefe katholische Gläubigkeit der Menschen in der Region wider und unterstreicht die Bedeutung der Kirche in ihrem täglichen Leben.​

Die Kathedrale von Ouagadougou zeichnet sich durch ihre beeindruckende Architektur aus. Das Äußere der Kirche ist von französischem Kolonialstil beeinflusst, mit hohen Türmen und einer imposanten Fassade. Das beeindruckendste Merkmal der Kathedrale sind jedoch die wunderschönen Buntglasfenster, die sich entlang des Hauptnave erstrecken. Diese Fenster erzählen religiöse Geschichten und sind ein wahres Kunstwerk.

Im Inneren der Kathedrale findet man kunstvolle Holzschnitzereien und Malereien, die die spirituelle Atmosphäre verstärken. Die Architekten und Künstler haben es geschafft, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen der europäischen kolonialen Architektur und den lokalen kulturellen Einflüssen zu schaffen.

Bei meiner Erkundung von Ouagadougou war ich an einem Sonntag an der Kathedrale und durfte erfahren, dass hier sonntags 6 voll besetzte Messen stattfinden. Rund um die Kathedrale findet dann für die Besucher der Messe ein Markt, mit lokalen Spezialitäten statt, der einlädt, ein wenig zu verweilen. Mir fällt sofort die offene Kultur auf und dass ich sehr freundlich aufgenommen wurde.

Ouagadougou

Die Offene Afrikanische Metropole

Afrikanische Städte haben in den vergangenen Jahren verstärkt die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen. Eine dieser faszinierenden Städte ist Ouagadougou, die Hauptstadt von Burkina Faso. Als offene afrikanische Metropole hat Ouagadougou viel zu bieten, von ihrer reichen Kultur bis zu ihrer einladenden Atmosphäre. In diesem Blog werden wir einen Blick auf diese aufstrebende Stadt werfen und erkunden, was sie so besonders macht.

Ouagadougou zeichnet sich durch seine kulturelle Vielfalt aus. Die Stadt ist ein Schmelztiegel verschiedener Ethnien und Kulturen. Hier leben Menschen aus verschiedenen Teilen von Burkina Faso sowie aus anderen afrikanischen Ländern. Diese Vielfalt spiegelt sich in der Kunst, der Musik und der Küche der Stadt wider. Bei einem Spaziergang durch Ouagadougou begegnen Sie Straßenkünstlern, traditionellen Handwerkern und Musikern, die die kulturelle Vielfalt der Stadt zelebrieren.

Ouagadougou ist stolz auf seine Offenheit für Innovation und moderne Ideen. Die Stadt beheimatet verschiedene Start-ups und Technologieunternehmen, die sich auf die Lösung lokaler und globaler Probleme konzentrieren. Diese Innovationszentren fördern unter anderem den Einsatz erneuerbarer Energiequellen und die Entwicklung von Technologien, die die Lebensqualität der Bürger verbessern.

Ouagadougou

Der tragische Tod von Thomas Sankara

Im Jahr 1987 erschütterte ein politisches Attentat die Welt: Präsident Thomas Sankara wurde ermordet. Sein Tod bedeutete einen schweren Verlust für Burkina Faso und die gesamte Region. Blaise Compaoré war nicht nur Zeuge dieses tragischen Ereignisses, sondern wurde auch selbst zur Zielscheibe von Bedrohungen aufgrund seiner engen Verbindung zu Sankara.

Er war nicht nur enger Vertrauter und Weggefährte von Thomas Sankara, sondern spielte eine zentrale Rolle beim Putsch am 15. Oktober 1987, bei dem Sankara ermordet wurde. Compaoré befand sich im unmittelbaren Machtumfeld, war faktisch Mitorganisator des Umsturzes und übernahm anschließend selbst die Präsidentschaft.

Die oft zitierte Darstellung, Compaoré sei lediglich „Zeuge“ gewesen oder selbst bedroht worden, gilt heute als politisch motivierte Schutzbehauptung. Juristisch und historisch wird er als Hauptverantwortlicher für den Mord an Sankara eingeordnet. 2022 wurde er in Burkina Faso in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.

Thomas Sankara und die Folgejahre

Nach dem Tod von Sankara erlebte Burkina Faso politische Unsicherheit und wechselnde Regierungen. Sankara entschied sich, im Exil zu leben, um sein Leben zu schützen und sich politisch weiter zu engagieren. Er blieb jedoch ein wichtiger Aktivist, der die Ideale von sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit in Burkina Faso aufrechterhielt. Bis heute lebt er in der Gesellschaft weiter und der amtierende Präsident Ibrahima Traoré von den burkinischen Streitkräften, wird direkt mit Thomas Sankara gleichgestellt. Es wäre schön, wenn das Land wieder zur Ruhe kommt und die neue Regierung, die angefangenen Reformen abschließen kann.

Bitte beachte, dass diese Informationen auf dem Stand meiner Reise basieren und es möglich ist, dass sich einige Details im Laufe der Zeit geändert haben könnten.

Michael Lieder | Reiseblog24

Diese Fakten vermitteln einen Einblick in die kulturelle Bedeutung, Geschichte und die wirtschaftliche Rolle von Ouagadougou in Burkina Faso.

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....


Fakten zu Burkina Faso

1. Geografische Lage...

Ouagadougou liegt im Westen von Burkina Faso in der Region Plateau-Central und ist die größte Stadt des Landes. 

2. Bevölkerung...

Die Stadt hat eine Bevölkerung von etwa 2,2 Millionen Menschen (Stand 2021), was sie zur größten Stadt des Landes macht. 

3. Klima...

Die Stadt hat ein tropisches Savannenklima mit einer Regenzeit von Juni bis Oktober und einer Trockenzeit von November bis Mai. 

4. Geschichte...

Ouagadougou wurde im 11. Jahrhundert von den Yonyonse gegründet und war ein wichtiges Zentrum des Mossi-Reiches. 

5. Kultur...

Ouagadougou ist ein kulturelles Zentrum in Westafrika und ist bekannt für seine Kunst- und Musikszene, darunter das jährliche Filmfestival FESPACO, das als "Afrikas Cannes" bezeichnet wird.

6. Wirtschaft...

Ouagadougou ist ein wichtiger Wirtschafts- und Handelsknotenpunkt in Burkina Faso und verfügt über Märkte, Industriegebiete und Handelszentren. 

8. Bildung...

Die Stadt beherbergt die Universität von Ouagadougou, die eine der führenden Bildungseinrichtungen in Westafrika ist. 

9. Verkehr...

Ouagadougou ist durch den internationalen Flughafen Ouagadougou (OUA) gut an den Rest der Welt angebunden. Das Straßennetz in der Stadt hat sich in den letzten Jahren verbessert. 

10. Religion...

​Die Mehrheit der Bevölkerung in Ouagadougou praktiziert den Islam, gefolgt von traditionellen afrikanischen Religionen und einer wachsenden christlichen Minderheit.

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....