Glendalough im Tal der Wicklow Mountains
Glendalough im Tal der Wicklow Mountains – und Dezember in Irland. Ich weiß bis heute nicht, wer mir einreden wollte, dass das keine gute Idee sei. Nebel zieht durch das Tal, die Seen liegen still da wie gut gehütete Geheimnisse, und die alten Klosterruinen wirken, als würden sie leise Geschichten flüstern. Klar, es ist kühl. Klar, es ist grau. Aber genau das macht es ehrlich. Irland im Winter ist kein Postkartenmotiv – es ist ein Gefühl. Und das bleibt.


Und dann auch noch im Winter? Absolut.
„Irland im Dezember?“ – Das war keine Frage. Das war eine Ansage. Zu meinem Geburtstag schenkten mir meine Söhne – wissend, dass ich ein bekennender Star-Wars-Fan bin – eine Reise zur Star-Wars-Premiere nach Dublin. Und nicht irgendwo, sondern zu einem Zeitpunkt, an dem der Film in Europa, geschweige denn in Deutschland, noch gar nicht angelaufen war. Kalt? Ja. Verrückt? Vielleicht. Großartig? Definitiv.
Star Wars in Dublin zu erleben, hatte etwas wunderbar Surreales. Draußen Winter, drinnen galaktische Spannung, dazwischen Pubs, Lichterketten und diese unvergleichliche irische Gelassenheit, die selbst Premierenhype erdet. Natürlich wäre es eine Sünde gewesen, Dublin nur für Kino und Popcorn zu nutzen. Also haben wir die Gelegenheit beim Schopf – und am Schal – gepackt und sind rausgefahren. Einer der Ausflüge führte uns in die Wicklow Mountains, genauer gesagt nach Glendalough – dem berühmten „Tal der zwei Seen“. Kalt war es. Richtig kalt. Diese Art von Kälte, die sagt: Willkommen in Irland, zieh dir noch was über. Aber die Landschaft? Atemberaubend. Still. Ehrlich. Winterlich reduziert auf das Wesentliche.
Glendalough liegt etwa 40 Kilometer südlich von Dublin und ist bekannt für seine beeindruckende Klostersiedlung am unteren der beiden Seen – eine der bedeutendsten frühchristlichen Anlagen Irlands. Gerade im Winter entfaltet dieser Ort eine besondere Wirkung. Weniger Besucher, mehr Ruhe, mehr Raum für Gedanken. Die alten Steinmauern wirken dann nicht romantisch, sondern respektgebietend. Geschichte ohne Filter.
Und genau da wurde mir klar: Irland funktioniert auch – oder vielleicht gerade – im Winter. Die Farben sind gedämpfter, das Licht dramatischer, die Landschaft kompromissloser. Kein Postkarten-Irland, sondern echtes. Ich kann diese Gegend zu jeder Jahreszeit empfehlen, aber der Winter verleiht ihr eine Tiefe, die bleibt.
Fazit: Irland im Dezember ist kein Kompromiss. Es ist eine bewusste Entscheidung. Für Kälte, Klarheit, besondere Momente – und für Erinnerungen, die wärmer sind als jeder Wollpullover.
Das war für uns ein echtes Winterabenteuer – eines von der Sorte, das nicht laut „Highlight!“ ruft, sondern sich leise festsetzt. Früh am Morgen, noch bevor Dublin richtig wach war, machten wir uns dick eingepackt mit dem Mietwagen auf den Weg. In gut einer Stunde ließen wir die Stadt hinter uns und fuhren hinein in die Wicklow Mountains. Die Luft wurde klarer, kälter, ehrlicher. Dieses tiefe Durchatmen, das man nur draußen kennt, stellte sich ganz von selbst ein.
Je näher wir Glendalough kamen, desto größer wurde die Vorfreude. Nicht auf eine spektakuläre Wanderung im klassischen Sinne, sondern auf dieses Gefühl, gleich irgendwo anzukommen, wo Zeit keine große Rolle spielt. Als wir das Tal der zwei Seen erreichten, empfing uns eine fast ehrfürchtige Stille. Kein Stimmengewirr, keine Reisegruppen. Nur das leise Knistern gefrorener Blätter unter den Schuhen und unser Atem, der in kleinen Wolken in der kalten Luft stand. Der Himmel war grau, der Nebel lag wie ein Schleier über dem Tal. Alles wirkte gedämpft, reduziert, beinahe mystisch. Es fühlte sich an, als hätten wir diesen Ort für einen Moment ganz für uns allein. Und genau darin liegt der Zauber des Winters in Irland: Die Landschaft tritt nicht in Konkurrenz um Aufmerksamkeit – sie wartet einfach.
Unser Weg begann an der alten Klostersiedlung nahe dem Besucherzentrum. Die Ruinen der Kirche und der imposante Rundturm wirkten in der frostigen Kälte noch eindrucksvoller als erwartet. Kein romantisches Postkartenmotiv, sondern Geschichte mit Gewicht. Man spürt hier sofort, dass dieser Ort mehr ist als ein schöner Wanderstopp. Die Vergangenheit liegt nicht hinter Glas, sie steht einfach da. Wir hielten kurz inne, ließen den Blick schweifen, hörten dem Wind zu – und gingen dann weiter. Still. Langsam. Genau richtig. Glendalough im Dezember ist kein Spektakel. Es ist ein Erlebnis für alle, die bereit sind, genauer hinzuschauen.
Glendalough, ein magischer Ort voller Geschichte, Natur und spiritueller Ruhe. Es ist ein fesselnder Ort voller Mythen, Geschichte und Naturwunder.
Gleann Dá Loch im Dezember ist kein Spaziergang. Es ist ein Erlebnis. Leise, intensiv und nachhaltig.
Entlang des Lower Lake folgten wir einem schmalen, fast poetischen Pfad. Der See lag ruhig vor uns, glatt wie ein Spiegel, in dem sich die kahlen Äste der Bäume verfingen. Der letzte Nebel hing noch im Tal von Gleann Dá Loch und dämpfte alles, was nach Alltag klang. Es war diese besondere Stille, die nicht leer wirkt, sondern voll. Voll von Ruhe. Voll von Winter. Die Kälte störte uns kein bisschen – im Gegenteil: Sie schärfte die Sinne und machte jeden Schritt bewusster. Entschleunigung auf irisch.
Der Weg zum Upper Lake wurde steiler, fordernder, aber genau das machte ihn reizvoll. Oben öffnete sich die Landschaft plötzlich, und der Anblick entschädigte sofort: Der See, eingerahmt von steil aufragenden Bergen, lag dunkel und schwer im Tal. Atemberaubend – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Wir legten eine Pause ein, blickten schweigend auf das Panorama und vermissten in genau diesem Moment heiße Getränke sehr. Kleiner, ehrlicher Tipp aus Erfahrung: Thermoskanne einpacken. Der Weg ist lang, die Kälte echt, und so eine Pause mit etwas Warmem in den Händen hätte perfekt gepasst. In der Ferne bahnte sich ein kleiner Wasserfall unbeirrt seinen Weg durch die felsige Landschaft. Über glitschige Holzbohlen ging es weiter bergauf, Schritt für Schritt, mit wachsender Vorsicht. Am Bergkamm zeigte sich schließlich der erste Schnee – wunderschön anzusehen, aber tückisch unter den Füßen. Konzentration war angesagt. Ausrutschen war keine Option.
Der Rückweg führte uns durch dichte Wälder, die im Winter eine ganz eigene, stille Würde ausstrahlen. Gefrorene Zweige knackten unter unseren Schuhen, die klare Luft füllte die Lungen, und mit jedem Atemzug wurde es ruhiger im Kopf. Diese Art von Stille ist fast meditativ – kein großes Drama, kein Spektakel. Nur Natur, Winter und das gute Gefühl, genau hier richtig zu sein.
Am Ende dieses Tages waren wir müde – auf die gute Art. Diese ehrliche Erschöpfung, die nicht aus Stress entsteht, sondern aus frischer Luft, Bewegung und Eindrücken, die noch nachwirken. Also machten wir uns auf den Rückweg nach Dublin. Und wie das nach einer Winterwanderung so ist: Der Hunger meldete sich plötzlich sehr deutlich, dicht gefolgt von einem noch deutlicheren Durst. Nur ein paar Kilometer vom Parkplatz entfernt entdeckten wir am Straßenrand einen kleinen Pub. Kein großes Schild, kein Marketingversprechen – einfach da. Ein kurzer Blick, ein stummes Nicken. Klarer Fall: Da müssen wir rein.
Drinnen erwartete uns eine Mischung, wie sie nur Irland hinbekommt: Kolonialwarenladen, Bäckerei und Gasthaus in friedlicher Koexistenz. Weihnachtliche Dekoration überall, nicht kitschig, sondern herzlich. Im hinteren Bereich knisterte ein Ofen, der nicht nur Wärme spendete, sondern auch sofort diesen Modus auslöste, in dem man sich fragt, ob man jemals wieder aufstehen möchte. Nasse Schuhe dampften, Jacken wurden schwer, Gespräche leiser.
Wir bestellten Fish & Chips – keine Experimente nach einem langen Tag – und ließen uns einfach fallen. Essen, ein Pint, freundliche Gesichter, diese besondere irische Gastfreundschaft, die nicht fragt, woher du kommst, sondern ob alles passt. Es passte alles. Die Weihnachtsstimmung war nicht laut, nicht aufgesetzt. Sie war einfach da. Als wir später wieder draußen standen, fühlte sich der Tag rund an. Der Ausflug nach Glendalough hatte uns nicht nur die wilde, winterliche Schönheit der Wicklow Mountains gezeigt, sondern auch etwas anderes hinterlassen: Ruhe. Verbundenheit. Dieses angenehme Gefühl, Teil der Landschaft gewesen zu sein – wenn auch nur für ein paar Stunden.
Glendalough bedeutet auf Gälisch „Tal der zwei Seen“. Es liegt eingebettet in den Wicklow Mountains und bietet atemberaubende Ausblicke auf zwei glitzernde Seen – den oberen und unteren See, die perfekt für Wanderungen und Fotomotive sind.
Die Hauptattraktion von Glendalough ist seine historische Klosteranlage, die im 6. Jahrhundert von St. Kevin gegründet wurde. Die Ruinen umfassen einen beeindruckenden Rundturm, der etwa 30 Meter hoch ist und früher als Schutz vor Überfällen diente.
Glendalough gilt seit Jahrhunderten als ein Ort der spirituellen Pilgerfahrt und des Gebets. Viele Menschen besuchen es, um die friedliche und ruhige Atmosphäre zu erleben, die St. Kevin einst angezogen haben soll.
Eine Legende besagt, dass der Heilige Kevin während seines Einsiedlerlebens so sehr mit der Natur verbunden war, dass sich ein Schwan auf seinen ausgestreckten Arm setzte, um dort ein Nest zu bauen. Dies zeigt die tiefe spirituelle Verbindung, die er zur Natur hatte.
Glendalough hat nicht nur Besucher, sondern auch Filmemacher angezogen. Die dramatischen Landschaften wurden in verschiedenen Filmen und Serien wie „Braveheart“ genutzt, um die wilde Schönheit Irlands zu zeigen.
Glendalough bietet Wanderliebhabern eine Vielzahl von Wegen, von gemütlichen Spaziergängen entlang der Seen bis hin zu herausfordernden Wanderungen durch die Wicklow Mountains. Besonders beliebt ist der Spink Walk, der spektakuläre Ausblicke auf das Tal bietet.
Egal zu welcher Jahreszeit: Glendalough ist kein Ort, den man schnell wieder vergisst. Es ist ein Ort, den man mitnimmt und an den man sich zurücksehnt.

Nord Schwarzwald - die Mineralwasser Tour




























