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Thailand Auszeit (Sabbatical)

Phuket old Town

Wer durch die sonnendurchfluteten Straßen der Phuket Old Town schlendert, merkt schnell: Jede Bewegung zu viel wird zur schweißtreibenden Entscheidung. Die Stadt entfaltet ihren Charme deshalb früh am Morgen oder in den kühleren Abendstunden. Wenn die Läden öffnen, Frühstücksduft durch die Gassen zieht und der Tag noch nicht laut geworden ist, zeigt sich eine überraschend ruhige Seite Phukets. Chinesische Händler prägen das Straßenbild, während portugiesische Fassaden von einer kolonialen Vergangenheit erzählen. Zwischen kleinen Läden, großen Boutiquen und auffällig teuren Restaurants entsteht ein Kontrast, der irritiert – und genau deshalb neugierig macht. Phuket ist lauter, bunter und widersprüchlicher als sein Klischee. Und vielleicht gerade deshalb spannender, als viele erwarten.

Reiseblog24 | Phuket old Town

Phuket zwischen Klischee und Alltag – ein ehrlicher Blick

Phuket in Thailand ist so ein Ort, den jeder zu kennen glaubt

Für die einen ist es das Sinnbild des Massentourismus, für die anderen schlicht langweilig. Beides, finde ich, wird der Insel nicht gerecht. Phuket hat Extreme – ja. Aber genau darin liegt auch sein Reiz.

Ganz bewusst habe ich mir mein Hotel in der Altstadt gesucht. Nicht aus Zufall, sondern aus Überzeugung. Hier ist alles, was mich interessiert, fußläufig erreichbar. Der Night Market liegt quasi um die Ecke. Perfekt. Abends ein bisschen schlendern, essen, schauen, treiben lassen – und danach mit vollem Bauch und müden Beinen einfach ins Bett fallen. Genau so stelle ich mir entspanntes Reisen vor.

Was mir an diesem Teil von Phuket besonders gefällt, ist diese Mischung aus touristischem Trubel und echtem Alltag. Klar, hier sind viele Besucher unterwegs. Klar, der Verkehr kann nerven, manchmal sogar richtig. Aber gleichzeitig gibt es unzählige ursprüngliche Geschäfte, kleine Restaurants, einfache Kneipen und laute Diskotheken. Orte, die nicht geschniegelt wirken, sondern gelebt. Man muss nicht lange suchen, nicht weit fahren, nicht planen. Man geht einfach los und landet irgendwo, wo es passt.

Phuket Altstadt fühlt sich für mich nicht wie eine reine Kulisse an, sondern wie ein funktionierender Mikrokosmos. Alles ist da, alles ist nah. Wer Ruhe sucht, wird sie hier vielleicht nicht immer finden. Wer aber Abwechslung mag, kurze Wege schätzt und abends selbst entscheiden möchte, ob es Streetfood, Barhocker oder Tanzfläche wird, ist hier erstaunlich gut aufgehoben.

Phuket ist nicht perfekt. Aber vielleicht genau deshalb interessant. Man muss nur wissen, wo man steht – und was man von diesem Ort eigentlich erwartet.

Thema: Thailand Auszeit (Sabbatical)
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 19. Januar 2026
21613 Aufrufe

Thailand Auszeit (Sabbatical)
Phuket Old Town mittendrin – passt das?

Zum ersten Mal seit ich in Thailand unterwegs bin, habe ich mich ganz bewusst für ein paar Tage mitten in einer Stadt entschieden. Zugegeben: Meine Erwartungen waren überschaubar. Zu viel hatte ich im Vorfeld über Phuket gehört und gelesen – meist nichts, was die Vorfreude ernsthaft befeuert hätte. Um dem Ganzen trotzdem Stil zu verleihen, habe ich mir für vier Tage ein Hotel ausgesucht, das kaum passender hätte sein können: das legendäre On On Hotel mitten in der Altstadt.

„Mach dich selbst zum Filmstar“ heißt es dort sinngemäß. Schließlich hat hier einst Richard alias Leonardo DiCaprio im Film The Beach von 2002 übernachtet. Na bitte. Wenn schon Stadt, dann wenigstens mit Filmkulisse. Spoiler vorweg: Es war genau die richtige Entscheidung. Ich habe selten ein so stimmiges Hotel erlebt, das sich derart harmonisch in eine quirlige Stadt einfügt. Damals im Film wie heute im echten Leben – dieser Ort funktioniert einfach.

Phuket Old Town macht es einem leicht. Es macht Spaß, durch die Straßen zu schlendern, das bunte Leben zu beobachten und sich treiben zu lassen. Morgens suche ich mir eines dieser kleinen, schnuckeligen Restaurants für das Frühstück – nichts Geplantes, nichts Besonderes, genau deshalb so gut. Mittagessen lasse ich meistens ausfallen, aus strategischen Gründen. Abends will schließlich Platz sein. Und der wird gebraucht. Entweder setze ich mich irgendwo gemütlich hin, beobachte Menschen, bestelle etwas, das gut klingt, oder ich lande auf einem der Night Markets und schlage mir dort genüsslich den Bauch voll. Alles ist nah, alles erreichbar, nichts fühlt sich kompliziert an. Phuket Old Town mittendrin? Ja, das passt. Nicht, weil es ruhig ist. Nicht, weil es perfekt ist. Sondern weil es lebendig ist. Weil es Ecken hat, Kanten, Geschichten. Und weil man hier merkt: Stadt kann auch Reise sein – wenn man sie lässt.

Quirliges und Geschäftiges

Wer durch die sonnendurchfluteten Straßen von Phuket Old Town läuft, merkt schnell: Jede unnötige Bewegung ist eine schweißtreibende Bewegung zu viel. Also habe ich meine Spaziergänge klug gelegt – früh am Morgen und am Abend. Der Körper dankt es, der Kopf auch. Besonders die Morgenstunden haben ihren ganz eigenen Zauber. Die Geschäfte öffnen langsam, das erste Frühstück ist verdrückt, die Stadt sortiert sich selbst. Genau dann passiert hier erstaunlich viel. In den Gassen der Altstadt lässt sich wunderbar beobachten, wie Geschichte und Alltag ineinandergreifen. Der chinesische Einfluss ist bei vielen Händlern unübersehbar, während die Gebäude mit ihren Fassaden ganz klar portugiesische Spuren tragen. Dazwischen: Leben. Überall. Kleine Läden, große Boutiquen, sündhaft teure Restaurants und solche, bei denen schon der Geruch überzeugt, bevor man überhaupt die Karte sieht.

Kulinarisch ist Phuket Old Town ohnehin ein kleines Wunder. Thailändisch, chinesisch, japanisch, mexikanisch, europäisch – hier kann man an einem einzigen Tag mehrere Kontinente bereisen, ohne den Stadtteil zu verlassen. Wer sich hier langweilt, hat vermutlich einfach keinen Hunger. Oder keinen Geschmack. Beides wäre schade.

Besonders schön finde ich diese Mischung aus alt und neu. Da sitzt ein Schuster in seinem kleinen Laden und repariert Schuhe mit einer alten Handnähmaschine, als wäre die Zeit stehen geblieben. Zwei Häuser weiter lockt eine hochmoderne Ladenkette mit hochpreisigen Angeboten für zahlungswillige Touristen. Dazwischen ein kleines Massagestudio, ganz unaufgeregt, ganz selbstverständlich. Was mir dabei auffällt: Alles bleibt erstaunlich entspannt. Niemand zerrt einen in Läden, niemand drängt, niemand wird unfreundlich, wenn man nur schaut und wieder geht. Das fühlt sich angenehm, respektvoll an. Die einzigen, die aktiv Kontakt aufnehmen, sind Taxi- und Tuk-Tuk-Fahrer an jeder Ecke. Aber selbst die reagieren auf ein freundliches Kopfschütteln mit einem Lächeln – und warten dann eben auf den Nächsten. Phuket ist geschäftig, quirlig und lebendig. Aber nie aufdringlich. Und genau diese unangestrengte Mischung macht es so leicht, hier einfach mitzulaufen – und für ein paar Stunden Teil dieses bunten Alltags zu werden.

Bei Nacht Stimmungsvoll

Besonders gut gefällt mir die Altstadt, wenn es dunkel wird. Dann gehen überall die Lichter an – nicht grell, nicht übertrieben, sondern fast so, wie man es von uns aus der Weihnachtszeit kennt. Viele Straßen sind mit Lichterketten überspannt, andere werden von roten asiatischen Lampenschirmen gesäumt, die der Stadt eine warme, beinahe gemütliche Stimmung verleihen. Phuket Old Town wirkt nachts weniger hektisch, fast ein bisschen versöhnlich.

Dazu passen die bunt beleuchteten Geschäfte, die sich jetzt erst richtig mit Leben füllen. Türen stehen offen, Musik mischt sich mit Stimmengewirr, irgendwo klappert Geschirr, irgendwo lacht jemand ein bisschen zu laut. Alles fühlt sich leichter an als tagsüber, wenn die Hitze noch den Ton angibt.

Auch die Restaurants, die sich mittags lieber vornehm zurückgezogen haben, sind plötzlich wieder da. Und sie wissen genau, wie man Gäste lockt. Mal gibt es das dritte Bier umsonst, mal wird zum kompletten Essen ganz selbstverständlich ein Dessert spendiert. Keine großen Schilder, kein Marktschreien – eher ein freundliches „Why not?“ zwischen Tür und Tresen.

Genau das mag ich. Man setzt sich, bleibt länger als geplant, bestellt noch etwas, weil der Abend es einfach hergibt. Niemand drängt, niemand schaut auf die Uhr. Die Altstadt zeigt nachts eine entspannte, fast charmante Seite, die wenig mit dem lauten Phuket-Klischee zu tun hat.

Wenn man dann später durch die beleuchteten Straßen zurückgeht, fühlt sich alles ein bisschen runder an. Nicht spektakulär, nicht perfekt – aber genau richtig. Und manchmal ist genau das der Moment, in dem man merkt, warum man eigentlich unterwegs ist.

Der bekannte Night Market

Der bekannte Night Market
Ich habe es schon erwähnt: Die Innenstadt von Phuket gefällt mir am Abend besonders gut. Und wenn ich heute zurückblicke und an den sonntäglichen Night Market denke, dann muss ich schmunzeln – sonntags geht das Ganze nicht nur ins Auge, sondern sehr zuverlässig auch durch den Magen. Die Stimmung erinnert ein bisschen an einen Weihnachtsmarkt. Irgendwo zwischen Lichterketten, Stimmengewirr und dieser besonderen Erwartungshaltung, dass gleich noch etwas Gutes passiert. Spontan kam mir sogar der Vergleich mit einem Waldorfbasar in den Kopf. Wobei sich dieses Gefühl bei über 30 Grad am Abend ziemlich schnell relativiert. Glühweinromantik funktioniert hier eher theoretisch.

Unzählige Essensstände reihen sich in der Walking Street aneinander. Häppchen, komplette Gerichte, Suppen, Süßes, Desserts, Eis, frische Fruchtsäfte – alles wird frisch zubereitet, vieles direkt vor den Augen der Besucher. Es zischt, dampft, brutzelt, und irgendwo riecht es immer besser als dort, wo man gerade steht. Ein klarer Fall von kulinarischer Überforderung auf höchstem Niveau. 

Der Night Market ist laut, voll, warm und manchmal ein bisschen chaotisch. Aber genau das gehört dazu. Man probiert hier, man teilt dort, man bleibt länger stehen als geplant und geht am Ende mit vollem Bauch und müden Füßen nach Hause. Kein großes Spektakel, keine Hochglanzinszenierung – sondern einfach ein Abend, der genau das liefert, was man sich davon erhofft. Zwischen den unzähligen Streetfood-Anbietern findet man auf dem Night Market natürlich noch weit mehr als Essen. Schmuckstände, Batiken, die man sogar selbst gestalten kann, Kleidung – im Grunde alles, was zu einem vernünftigen Basar dazugehört. Man schlendert, bleibt hängen, schaut, greift an, schüttelt den Kopf oder nickt anerkennend. Kaufen ist hier oft Nebensache, das Stöbern gehört genauso zum Erlebnis wie das Essen.

In regelmäßigen Abständen sorgen kleine Musikdarbietungen für zusätzliche Stimmung. Mal überraschend gut, mal eher wohlwollend erträglich – aber immer passend genug, um das Treiben ein wenig aufzulockern. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Atmosphäre. Und die funktioniert auch dann, wenn der Sänger den Ton nicht ganz trifft. Einziger Wermutstropfen: Die behördlich angesetzte Sperrstunde greift bereits um 23:00 Uhr. Punkt. Lichter aus, Musik leiser, Bewegung Richtung Ausgang. Schade eigentlich. Man spürt deutlich, dass hier noch Luft nach oben wäre – und dass der eine oder die andere Besucher gern noch etwas länger geblieben wäre. Sei es auf dem Markt selbst oder in einer der angrenzenden Bars. So bleibt am Ende dieses leicht melancholische Gefühl, das man von guten Abenden kennt, die zu früh enden. Aber vielleicht macht genau das den Reiz aus. Man geht mit dem Gedanken, dass es noch hätte weitergehen können – und nimmt sich vor, beim nächsten Sonntag einfach früher zu kommen.


Unterhaltung gehört dazu – mal original, mal herrlich schräg

Wie auf jedem guten Night Market gehört natürlich auch ein bisschen Entertainment dazu. Und davon gibt es hier reichlich. An manchen Ecken ganz klassisch thailändisch, an anderen Stellen so gar nicht – musikalisch zumindest. Genau diese Mischung macht den Reiz aus.

Da steht ein Vater mit seiner Tochter, die ihn konzentriert auf einer Art Xylophon begleitet. Ein paar Meter weiter übernimmt dann der Alleinunterhalter. Chansons, aktuelle Charts oder irgendetwas dazwischen – alles wird sehr frei interpretiert. Tonart optional, Rhythmus flexibel. Aber genau das ist der Punkt: Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Präsenz, um Mut, um dieses „Ich mach das jetzt einfach“.


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Thailand, das ideale Reiseziel

Hier sind 10 gute Gründe, warum eine Reise nach Thailand fast immer eine richtige Entscheidung ist – und warum es sich lohnt, sich wirklich auf dieses Land einzulassen:

Thailand empfängt dich mit echter Herzlichkeit

Freundlichkeit ist hier kein Marketingbegriff. Lächeln, Hilfsbereitschaft und ehrliches Interesse an Menschen gehören zum Alltag.

Das Land funktioniert – auch wenn nicht alles perfekt ist

Transport, Essen, Unterkünfte: Selbst abseits der Touristenrouten kommt man erstaunlich unkompliziert zurecht.

Du bestimmst dein Tempo selbst

Thailand lässt dir die Wahl: Abenteuer oder Hängematte, Großstadt oder Dorf, Action oder Stille. Alles geht, nichts muss.

Essen ist hier kein Nebenschauplatz

Straßenküche, Märkte, kleine Garküchen – Essen ist Kultur, Begegnung und Lebensfreude in einem.

Natur in allen Varianten

Traumstrände, Dschungel, Berge, Nationalparks, Inseln – kaum ein Land bietet so viel Abwechslung auf vergleichsweise kurzer Distanz.

Thailand erdet

Der Blick auf das Wesentliche kommt hier fast automatisch. Weniger Besitz, mehr Leben. Weniger Tempo, mehr Moment.

Alleine reisen fühlt sich hier richtig an

Thailand ist eines der besten Länder, um allein unterwegs zu sein – sicher, offen, verbindend.

Du lernst Gelassenheit

Dinge dauern manchmal länger. Und genau darin liegt eine Lektion, die man mit nach Hause nimmt.

Begegnungen bleiben hängen

Gespräche mit Einheimischen, Mitreisenden, Zufallsbekanntschaften – vieles ist flüchtig, manches überraschend tief.

Thailand verändert Perspektiven

Wer sich wirklich einlässt, reist nicht nur durch ein Land, sondern auch ein Stück durch sich selbst.


Kurz gesagt: Thailand ist kein Ziel, das man „abhakt“.

Es ist ein Land, das etwas mit einem macht – leise, nachhaltig und oft genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Michael Lieder | Reiseblog24

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