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Thailand Auszeit (Sabbatical)

Der Big Buddha von Phuket

Thailand-Auszeit mit Weitblick: Der Big Buddha thront rund 45 Meter hoch aus weißem Marmor über dem Süden von Phuket – sichtbar, präsent und kaum zu ignorieren. Kein Wunder, dass er auf fast jeder Must-Do-Liste steht. Oben angekommen öffnet sich ein Panorama, das den Weg, die Hitze und den kleinen Aufstieg sofort vergessen lässt. Ein Ort für stille Momente, große Aussichten und das leise Gefühl, gerade genau richtig zu sein.

Reiseblog24 | Der Big Buddha von Phuket

Erste Kilometer links – unterwegs zum Big Buddha

Endlich geht es los. Der Mietwagen ist da, der Respekt vor dem Linksverkehr auch – und plötzlich fühlt sich alles ein gutes Stück abenteuerlicher an. Die ersten Fahrversuche in Thailand sind eine Mischung aus Konzentration, Neugier und dem stillen Mantra: ruhig bleiben, es machen gerade alle so.

Seit ein paar Tagen lacht er mich schon aus der Ferne an: der Big Buddha. Rund 45 Meter hoch, aus weißem Marmor, thronend über dem Süden von Phuket. Sichtbar, präsent und kaum zu ignorieren. Kein Wunder also, dass er auf so ziemlich jeder Must-Do-Liste steht. Und jetzt, mit eigenem Auto, gibt es keine Ausrede mehr.

Die Straße nach oben schlängelt sich durch den Dschungel, Kurve um Kurve, immer begleitet von Ausblicken, die einen kurz vergessen lassen, dass man eigentlich fahren sollte. Mit dem Auto ist der Weg natürlich deutlich entspannter, auch wenn die Hitze und die neue Verkehrswelt ständig mitfahren. Oben angekommen zeigt sich schnell: Ich bin nicht allein. Auf dem Parkplatz stehen bereits einige andere Fahrzeuge – Menschen, die offenbar denselben Gedanken hatten. Ein kleiner Trost. Oder eine Warnung.

Der Aufstieg selbst ist überschaubar, aber die Wirkung dafür umso größer. Oben öffnet sich ein Panorama, das den Weg, die Wärme und jede Form von Alltagsgedanken sofort relativiert. Weite, Meer, Hügel, Stille zwischen den Geräuschen. Ein Ort für kurze Pausen im Kopf, für große Aussichten und dieses leise Gefühl, gerade genau richtig zu sein.

Zwischen Touristen, leisen Gesprächen und ehrfürchtigem Schweigen merke ich: Das hier ist kein Ort für Eile. Man bleibt stehen, schaut, atmet, schaut nochmal. Vielleicht ein bisschen länger als geplant. Der Big Buddha wirkt nicht belehrend, eher beobachtend. Als würde er sagen: Fahr ruhig weiter, aber nimm dir Zeit.

Was mich hier genau erwartet, weiß ich noch nicht. Aber genau das macht diesen Moment aus. Erste Kilometer, erste Ziele, erste Eindrücke – und das Gefühl, dass diese Reise gerade erst anfängt.

Thema: Thailand Auszeit (Sabbatical)
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 19. Januar 2026
13828 Aufrufe

Thailand Auszeit (Sabbatical)
Hoch hinaus – Besuch beim weißen Buddha von Phuket

Die gut 45 Meter hohe weiße Marmorstatue des Big Buddha von Phuket ist nicht zu übersehen. Seit Tagen ruft er mir quasi vom Hotel aus zu: Komm hoch, ich warte schon. Jetzt, da ich endlich flexibel unterwegs bin, führt mein erster Weg genau dorthin. Manche Einladungen sollte man einfach nicht ignorieren.

Oberhalb der Ortschaften thront der Buddha standesgemäß auf einem bewaldeten Berg. Er wirkt ruhig, erhaben und erstaunlich gelassen angesichts dessen, was sich täglich den Weg nach oben bahnt. Denn wie fast überall in Thailand gilt auch hier: Alleine ist man selten. Aber das Gelände ist so weitläufig angelegt, dass man nie das Gefühl hat, sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Jeder findet seinen Platz, seinen Blickwinkel, seinen Moment.

Die Aussicht von hier oben ist schlicht atemberaubend. Meer, Hügel, Küstenlinie – alles liegt einem zu Füßen, fast ein bisschen zu perfekt, um echt zu sein. Kein Wunder also, dass der Big Buddha bei gefühlt jedem Tourenanbieter ganz oben im Programm steht. Mein klarer Rat: mach es selbst. Auf eigene Faust. Ohne Zeitdruck, ohne Fähnchen, ohne Sammelpunkt. Das Erlebnis gewinnt enorm, wenn man sein eigenes Tempo gehen kann.

Und das Schöne ist: Es ist völlig egal, wie man hierherkommt. Thailand wäre nicht Thailand, wenn es dafür nur einen Weg gäbe. Viele kommen mit dem Motorroller – mutig, routiniert und manchmal erstaunlich lässig. Einige laufen tatsächlich zu Fuß, was je nach Tageshitze schnell von spiritueller Erfahrung zu sportlicher Grenzerfahrung werden kann. Taxi und TukTuk funktionieren ebenfalls problemlos. Und ja, es geht auch ganz dekadent mit dem Mietwagen. Ich habe mich für letzteres entschieden – man muss ja nicht jede Lektion auf die harte Tour lernen.

Oben angekommen merkt man schnell: Das hier ist mehr als ein Fotostopp. Es ist ein Ort zum Innehalten, zum Schauen, zum kurzen Runterschalten. Und vielleicht auch zum stillen Schmunzeln darüber, wie viele Wege es braucht, um an einem Ort der Ruhe anzukommen.

Wenn Tourismus hässlich wird
– ein Anblick, der weh tut

Nicht alles, was man auf Reisen sieht, macht Freude. Manche Bilder bleiben hängen, weil sie unangenehm sind. Weil sie zeigen, welche abartigen Blüten der Tourismus treiben kann, wenn Nachfrage wichtiger wird als Anstand. Auf der Anfahrt – etwa im oberen Drittel – fällt zunächst etwas anderes auf: Viele kleine Anbieter haben aufgegeben. Buden am Straßenrand stehen leer, sind geschlossen oder bereits halb verfallen. Fast die Hälfte wirkt wie ein stilles Mahnmal dafür, dass vom großen Touristenkuchen längst nicht alle satt werden.

Richtig schräg – und ehrlich gesagt schwer auszuhalten – wurde es für mich auf halber Strecke. Dort tauchte eine „Attraktion“ auf, die ich nur als abartig bezeichnen kann. Elefanten, gehalten in unwürdigen Behausungen, reduziert auf Showobjekte für Touristen. Ich verstehe niemanden mit gesundem Menschenverstand, der sich das anschaut und denkt: Ja, das ist eine gute Idee.

Die Tiere stehen in der brütenden Sonne. Manche haben den Luxus eines Blechdachs über dem Kopf, andere nicht einmal das. Einige sind bereits gesattelt, bereit, Touristen durch die Gegend zu tragen – als wären sie Fahrgeschäfte und keine fühlenden Lebewesen. Ein paar Meter abseits dann die „niedlichen“ Elefantenbabys. Zum Streicheln. Zum Füttern. Zur Belustigung. Dass dabei Krankheiten, Keime und all das, was Menschen so mitbringen, ungehindert auf die Tiere übertragen werden, scheint egal zu sein. Hauptsache, das Selfie sitzt.

Das alles hat nichts mit Kultur, Respekt oder Begegnung zu tun. Es ist Ausbeutung, hübsch verpackt und mit Eintrittspreis versehen. Und ja, mir ist bewusst, dass hinter all dem auch Existenzen stehen. Aber genau hier liegt der Punkt.

Mein Appell ist simpel: Lasst es einfach sein. Geht da nicht hin. Macht nicht mit. Wenn niemand mehr für solche Angebote bezahlt, haben diejenigen, die Tiere so qualvoll halten, irgendwann keine Lebensgrundlage mehr. Und nur dann ändert sich etwas. Reisen darf Spaß machen. Reisen darf bequem sein. Aber Reisen sollte niemals auf Kosten der Würde anderer Lebewesen gehen. Manche Grenzen sollte man auch im Urlaub nicht überschreiten.

Michael Lieder | Reiseblog24
Phra Puttamingmongkol Akenakkiri

– der Big Buddha von Phuket

Noch ein paar Kilometer Fahrt, dann öffnet sich das Plateau – und schon vom Parkplatz aus steht er da: der weiße Big Buddha von Phuket. Offiziell trägt er den klangvollen Namen Phra Puttamingmongkol Akenakkiri, was der Ehrfurcht durchaus gerecht wird, die dieser Ort ausstrahlt. Auch wenn die Statue so wirkt, als hätte sie hier schon seit Jahrhunderten ihren Platz, begann der Bau erst 2004. Und ehrlich gesagt: Betrachtet man das geschäftige Treiben rund um die Anlage, dürften die Arbeiter hier oben noch einige Jahre gut beschäftigt sein, bis wirklich alles fertig ist.

Die gesamte Anlage macht einen überraschend ästhetischen und ruhigen Eindruck – vielleicht auch deshalb, weil an diesem Tag vergleichsweise wenige Besucher unterwegs waren. Über 94 Stufen gelangt man hinauf zum oberen Fundament, wo der Big Buddha thront. Rund um die Statue finden sich zahlreiche goldene Buddhastatuen, Heiligenfiguren und große Tempelgongs, die dem Ort eine fast meditative Tiefe verleihen, ohne dabei kitschig zu wirken.

Der Besuch selbst ist kostenfrei. Täglich ist die Anlage etwa von 6:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, Frühaufsteher können hier oben sogar den Sonnenaufgang erleben. Wer Zeit mitbringt – und das sollte man – erkundet auch den restlichen Bereich, vielleicht bei einem kleinen Spaziergang durch den Wald. Oder besser gesagt: durch den Dschungel. Am Fuße des Buddhas tummeln sich zahlreiche Affen, und allein die Geräuschkulisse ist phänomenal. Rascheln, Rufe, Natur – so ganz anders als das, was man aus europäischen Wäldern kennt. Ein idealer Ort, um kurz innezuhalten und einfach nur zu sein.

Wie bei allen buddhistischen Stätten gilt auch hier: Respekt ist kein optionales Extra. Shorts und Tanktops bleiben besser im Koffer. Auf dem Außengelände sind Schuhe erlaubt, doch sobald ein Innenbereich betreten wird, heißt es: Schuhe aus. Kein Zwang, sondern ein stilles Zeichen von Achtung.

Der Big Buddha ist kein Ort für Hektik. Wer ihn besucht, sollte das nicht zwischen zwei Programmpunkten erledigen. Er belohnt diejenigen, die sich Zeit nehmen – mit Ruhe, Weite und einem leisen Gefühl von Erdung, mitten über Phuket.

Ein Aussteigerparadies könnte es sein

Chalong Beach

Auf dem Rückweg zum Hotel kam mir die Idee, noch einen Abstecher zum berühmten Chalong Beach zu machen. Ein Name, der nach Ruhe, Weite und vielleicht ein bisschen Aussteigerromantik klingt. Die Realität war ernüchternd. Am Strand selbst reiht sich Boot an Boot – groß, klein, alt, neu – sodass ein echtes Beach-Gefühl kaum aufkommen will. Statt Sand, Weite und Meer dominiert hier Hafenbetrieb. Funktional, geschäftig, aber alles andere als entspannt.

Die umliegenden Hafenkneipen, wenn man sie so nennen möchte, waren bereits am frühen Nachmittag gut gefüllt. Laut, grölend, sichtbar alkoholisiert. Für manche mag das Urlaub sein, für mich ist es eher ein Ort, den man schnell wieder verlässt. Chalong Beach hat sicher seine Berechtigung, aber mein Platz ist es nicht. Einmal gesehen reicht völlig.

Deutlich nachdenklicher wird man beim Blick in den Ort Chalong selbst. Hier stößt man immer wieder auf mahnende Hinweise an den Tsunami von 2004, der die gesamte Region von Phuket schwer getroffen hat. Überall stehen Schilder, die klar anzeigen, in welche Richtung man sich bewegen soll, wenn eine Tsunami-Warnung ertönt. Fluchtwege, Sammelpunkte, Höhenangaben. Sehr präsent. Sehr real.

Wenn man sich die Bilder von damals ins Gedächtnis ruft, wird einem unweigerlich schwer ums Herz. Mehr als 250.000 Menschen verloren rund um den Indischen Ozean ihr Leben. In manchen Regionen rollten die Wellen bis zu fünf Kilometer ins Landesinnere, rissen Häuser, Straßen und Brücken mit sich. Millionen Menschen wurden obdachlos. Eine unfassbare Dimension. Besonders bedrückend ist der Gedanke, dass Taucher weit draußen auf dem Meer oft nur eine starke Strömung wahrnahmen, Fischer bestenfalls eine ungewöhnliche Wellenbewegung – während an Land ganze Küsten ausgelöscht wurden.

Heute gibt es ein umfassendes Tsunami-Warnsystem. Sensoren, automatische Alarmketten, Sirenen, SMS-Warnungen. Auch deutsche Wissenschaftler waren an der Entwicklung beteiligt. Es ist beruhigend zu wissen, dass gelernt wurde. Und doch bleibt ein Rest Unbehagen.

Chalong Beach ist für mich kein Ort zum Bleiben. Aber er erinnert daran, wie schmal der Grat zwischen Urlaubsidylle und Naturgewalt sein kann. Hoffen wir, dass sich eine solche Tragödie niemals wiederholt.

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Thailand, das ideale Reiseziel

Hier sind 10 gute Gründe, warum eine Reise nach Thailand fast immer eine richtige Entscheidung ist – und warum es sich lohnt, sich wirklich auf dieses Land einzulassen:

Thailand empfängt dich mit echter Herzlichkeit

Freundlichkeit ist hier kein Marketingbegriff. Lächeln, Hilfsbereitschaft und ehrliches Interesse an Menschen gehören zum Alltag.

Das Land funktioniert – auch wenn nicht alles perfekt ist

Transport, Essen, Unterkünfte: Selbst abseits der Touristenrouten kommt man erstaunlich unkompliziert zurecht.

Du bestimmst dein Tempo selbst

Thailand lässt dir die Wahl: Abenteuer oder Hängematte, Großstadt oder Dorf, Action oder Stille. Alles geht, nichts muss.

Essen ist hier kein Nebenschauplatz

Straßenküche, Märkte, kleine Garküchen – Essen ist Kultur, Begegnung und Lebensfreude in einem.

Natur in allen Varianten

Traumstrände, Dschungel, Berge, Nationalparks, Inseln – kaum ein Land bietet so viel Abwechslung auf vergleichsweise kurzer Distanz.

Thailand erdet

Der Blick auf das Wesentliche kommt hier fast automatisch. Weniger Besitz, mehr Leben. Weniger Tempo, mehr Moment.

Alleine reisen fühlt sich hier richtig an

Thailand ist eines der besten Länder, um allein unterwegs zu sein – sicher, offen, verbindend.

Du lernst Gelassenheit

Dinge dauern manchmal länger. Und genau darin liegt eine Lektion, die man mit nach Hause nimmt.

Begegnungen bleiben hängen

Gespräche mit Einheimischen, Mitreisenden, Zufallsbekanntschaften – vieles ist flüchtig, manches überraschend tief.

Thailand verändert Perspektiven

Wer sich wirklich einlässt, reist nicht nur durch ein Land, sondern auch ein Stück durch sich selbst.


Kurz gesagt: Thailand ist kein Ziel, das man „abhakt“.

Es ist ein Land, das etwas mit einem macht – leise, nachhaltig und oft genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Michael Lieder | Reiseblog24

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