Zum Hauptinhalt springen
Thailand Auszeit (Sabbatical)

Von Phuket City nach Khao Lak

Die Fahrt von Phuket City nach Khao Lak fühlt sich an wie ein leiser Szenenwechsel. Der Verkehr bleibt zurück, die Landschaft wird ruhiger – und die Strände wirken plötzlich wie aus Versehen vergessen. Drei Strandabschnitte, zwei davon nahezu menschenleer, nur Meer, Sand und Palmen. Lediglich am White Beach zeigt sich Leben: ein großes Hotel, davor ein kleiner Mikrokosmos aus Bars, Restaurants und Massagehütten, locker zwischen die Palmen gesetzt. Nichts Aufgesetztes, eher pragmatische Urlaubsrealität. Khao Lak kann still, kann bequem – und beweist, dass perfekte Strände nicht laut sein müssen.

Reiseblog24 | Von Phuket City nach Khao Lak

Weiterziehen mit Blick aufs Meer

Richtung Norden also nördlich von Phuket aus gesehen

Gestartet ist alles vor ein paar Tagen in Phuket, meinem Einstieg in den Thailand-Aufenthalt. Jetzt geht es langsam weiter Richtung Norden – auch wenn ich geografisch betrachtet erst einmal noch im Süden bleibe. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Das Fernziel, von Phuket aus gedacht, heißt Ranong. Dazwischen liegen landschaftlich genau die Gegenden, wegen denen man nicht einfach von A nach B fahren sollte.

Als nächstes bin ich wieder on the road. Ziel: Khao Lak. Die Strecke dorthin ist genau das, was Reisen hier so angenehm macht. Eine gut ausgebaute Straße unter den Rädern, das Meer immer wieder im Blick, Kurven, die nicht stressen, sondern einladen. Kein Hetzen, kein Durchziehen – eher ein sanftes Weiterrollen.

Was Thailand für mich besonders macht: Hier reiht sich nicht Ort an Ort wie an einer Perlenkette. Dazwischen liegen immer wieder unbewohnte Abschnitte. Grün. Weit. Still. Man fährt durch Gegenden, in denen links und rechts der Straße plötzlich Dinge auftauchen, die man nicht geplant hat: kleine Tempel, verlassene Häuser, dichter Dschungel, offene Landschaft. Genau diese Zwischenräume machen den Weg oft spannender als das Ziel selbst.

Ich merke, wie sich der Blick verändert. Weniger Programm, mehr Gefühl. Weniger „Was kommt als Nächstes?“ und mehr „Mal schauen, was da ist“. Der Süden lässt mich noch nicht los, auch wenn die Richtung schon klar ist. Und das ist völlig in Ordnung.

Ich freue mich auf den nächsten Zwischenstopp in Khao Lak. Nicht als Endpunkt, sondern als weiteres Kapitel auf einer Route, die gerade genau das richtige Tempo hat.

Thema: Thailand Auszeit (Sabbatical)
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 19. Januar 2026
15027 Aufrufe

Thailand Auszeit (Sabbatical)
Loslassen und weiterziehen

Von Phuket geht es weiter in Richtung Khao Lak

Nach fünf Tagen in Phuket, die ich mir ganz bewusst zur Eingewöhnung gegönnt habe, kann ich die Gegend jetzt ohne Bedenken verlassen und mich auf den Weg entlang der Küste nach Khao Lak machen. Es fühlt sich richtig an. Nicht gehetzt, nicht fluchtartig, sondern wie ein natürlicher nächster Schritt. Zumal mir klar ist: Das hier ist gerade einmal die erste Woche von insgesamt drei Monaten in diesem Land. Zeit ist also kein Problem. Im Gegenteil.

Ich freue mich auf den Weg, der vor mir liegt. Und der überrascht mich. Die Küstenstraßen sind ganz anders, als ich sie mir vorgestellt habe: gut ausgebaut, übersichtlich, entspannt zu fahren. Der Verkehr hält sich angenehm in Grenzen – zumindest solange man nicht durch Orte kommt, die stärker frequentiert sind. Je weiter man sich von Phuket entfernt, desto spürbarer wird es ruhiger. Der Tourismus nimmt merklich ab. Die große Masse bleibt offenbar rund um Phuket hängen.

Was mich dabei immer wieder wundert – und ehrlich gesagt auch ein bisschen ratlos zurücklässt – ist die Tatsache, dass viele Besucher ihr Hotelgelände offenbar kaum oder gar nicht verlassen. All-inclusive bis zur geistigen Vollverpflegung. Pool, Buffet, Animation, fertig. Dass man tausende Kilometer reist, um dann im perfekt abgeschlossenen Touristenkosmos zu bleiben, werde ich vermutlich nie verstehen. Für mich fühlt sich das an, als würde man ein Buch kaufen und dann nur den Einband loben.

Gerade wenn man so weit weg von zu Hause ist, erscheint es mir umso wichtiger, Land und Leute kennenzulernen. Straßen zu fahren, Orte zu sehen, Alltag aufzusaugen. Nicht nur zu schauen, was ein für Touristen optimiertes Hotel alles zu bieten hat, sondern was dahinter beginnt. Thailand zeigt sich nicht im Frühstücksraum – sondern draußen.

Einsame Strände und viel Grünzeug

die nächste Etappe

Je weiter ich fahre, desto klarer wird mir: Diese Reise lebt vom Unterwegssein. Vom Wechsel der Landschaften, vom langsamen Herausfallen aus dem Bekannten. Phuket war ein guter Anfang. Khao Lak wartet schon. Und dazwischen liegt genau das, weshalb ich hier bin.

In Khao Lak habe ich mich zunächst ein wenig schwergetan, das passende Hotel zu finden. Direkt am Meer zu wohnen ist natürlich verlockend, fast schon logisch. Gleichzeitig wollte ich aber bewusst auch das Leben abseits der klassischen Touristenrouten kennenlernen. Am Ende fiel die Entscheidung auf das The La Valle’e Resort. Eine Anlage, die nicht laut wirbt, sondern still überzeugt. Eingebettet in ein lang gezogenes Tal, umgeben von Palmen und bewaldeten Hügeln, die in gefühlt tausend Grüntönen schimmern. Das Resort selbst bekommt einen eigenen Platz – es verdient ihn.

Die ersten Ausflüge führten mich natürlich an den Strand, aber auch ein Stück hinein ins Hinterland. Und dann diese Landschaft. Palmenwälder? Darf man das so nennen? Keine Ahnung. Man muss es sich vorstellen wie den Schwarzwald – nur eben komplett aus Palmen. Dichter Bewuchs, sattes Grün, dazwischen kleine Straßen, die einfach dazu einladen, ihnen zu folgen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, hier mit dem Motorrad tagelang die Nebenstrecken zu erkunden. Hauptstraße verlassen, Tempo rausnehmen, treiben lassen. Genau so fühlt sich Freiheit an.

Die Temperaturen tragen ihren Teil dazu bei. Statt der 34 Grad aus Phuket sind es hier „nur“ noch etwa 32 Grad. Klingt nach wenig Unterschied, fühlt sich aber deutlich angenehmer an. Man merkt: Es geht langsam Richtung Norden. Der Rhythmus wird ruhiger, der Körper dankt es.

Ein echtes Highlight sind die Strände. Drei verschiedene Abschnitte habe ich mir angesehen – und an zwei davon war ich komplett allein. Kein Witz. Nur Sand, Meer und dieses leise Rauschen, das irgendwann alles andere aus dem Kopf drängt. Lediglich an einem Strand war etwas mehr los: an der White Beach, direkt bei einem größeren Hotel. Entsprechend überrascht es nicht, dass sich dort zwischen den Palmen ein kleines Hüttendorf aus Bars, Restaurants und Massageangeboten gebildet hat. Lebendig, aber nicht aufdringlich.

Khao Lak fühlt sich an wie ein Gegenentwurf. Mehr Raum, mehr Natur, weniger Lärm. Noch bin ich am Ankommen, am Erkunden, am Staunen. Aber eines ist jetzt schon klar: Diese Etappe tut gut. Und sie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.

Wenn das Wappentier leidet

Ein Blicke abseits der Postkarten

Sobald man die Hauptrouten verlässt und über Nebenstraßen durchs Land fährt, zeigt sich Thailand von einer Seite, die in keinem Hochglanzprospekt vorkommt. Man merkt schnell: Das thailändische Wappentier, der Elefant, ist hier nicht automatisch der König des Landes. Eher das Gegenteil.

Leider stößt man immer wieder auf sogenannte Arbeitselefanten. Am Straßenrand „geparkt“, wartend auf ihren nächsten Einsatz, oft in der brütenden Sonne. Sicher wird jetzt der eine oder andere sagen: andere Länder, andere Sitten. Für mein Verständnis hört diese Erklärung allerdings genau dort auf, wo Leid beginnt. Was ich hier sehe, ist nichts anderes als Tierquälerei. Die Tiere stehen angebunden, dicke Seile oder Ketten um ein Bein, festgezurrt an Bäume. Kein Schatten, kein Ausweichen, keine Wahl. Der Sonne schutzlos ausgeliefert. Wenn es gut läuft, liegt irgendwo ein Haufen Futter, den sie langsam in sich hineinschieben. Wasser allerdings – also das absolute Minimum – habe ich bei keinem der Tiere gesehen. Kein Eimer, kein Trog, nichts.

Vieles erkennt man nicht an Zahlen oder Fakten, sondern am Verhalten. Das stundenlange Hin- und Herwiegen des Kopfes, diese monotone Bewegung, spricht Bände. Innere Unruhe, Stress, Resignation. Vielen dieser Tiere sieht man an, dass sie sich vom Leben wohl etwas anderes erträumt hätten – wenn man einem Elefanten diesen Gedanken überhaupt zugestehen mag. Ich tue es. Das ist kein Anblick, an den ich mich gewöhnen kann. Und ehrlich gesagt: Das will ich auch nicht. Reisen bedeutet nicht, alles stillschweigend zu akzeptieren. Man darf hinschauen, man darf betroffen sein, man darf das benennen, was falsch läuft. Gerade abseits der schönen Strände und perfekten Sonnenuntergänge zeigt sich, wie wichtig es ist, bewusst zu reisen – und nicht wegzusehen, nur weil es unbequem ist.

Ich nehme mir vor eines der Elefanten Sanctuarys (z. B. Green Elephant Sanctuary Park Phuket) zu besuchen, die sich um genau solche Tiere kümmern.

Michael Lieder | Reiseblog24
Powered by GetYourGuide
Thailand, das ideale Reiseziel

Hier sind 10 gute Gründe, warum eine Reise nach Thailand fast immer eine richtige Entscheidung ist – und warum es sich lohnt, sich wirklich auf dieses Land einzulassen:

Thailand empfängt dich mit echter Herzlichkeit

Freundlichkeit ist hier kein Marketingbegriff. Lächeln, Hilfsbereitschaft und ehrliches Interesse an Menschen gehören zum Alltag.

Das Land funktioniert – auch wenn nicht alles perfekt ist

Transport, Essen, Unterkünfte: Selbst abseits der Touristenrouten kommt man erstaunlich unkompliziert zurecht.

Du bestimmst dein Tempo selbst

Thailand lässt dir die Wahl: Abenteuer oder Hängematte, Großstadt oder Dorf, Action oder Stille. Alles geht, nichts muss.

Essen ist hier kein Nebenschauplatz

Straßenküche, Märkte, kleine Garküchen – Essen ist Kultur, Begegnung und Lebensfreude in einem.

Natur in allen Varianten

Traumstrände, Dschungel, Berge, Nationalparks, Inseln – kaum ein Land bietet so viel Abwechslung auf vergleichsweise kurzer Distanz.

Thailand erdet

Der Blick auf das Wesentliche kommt hier fast automatisch. Weniger Besitz, mehr Leben. Weniger Tempo, mehr Moment.

Alleine reisen fühlt sich hier richtig an

Thailand ist eines der besten Länder, um allein unterwegs zu sein – sicher, offen, verbindend.

Du lernst Gelassenheit

Dinge dauern manchmal länger. Und genau darin liegt eine Lektion, die man mit nach Hause nimmt.

Begegnungen bleiben hängen

Gespräche mit Einheimischen, Mitreisenden, Zufallsbekanntschaften – vieles ist flüchtig, manches überraschend tief.

Thailand verändert Perspektiven

Wer sich wirklich einlässt, reist nicht nur durch ein Land, sondern auch ein Stück durch sich selbst.


Kurz gesagt: Thailand ist kein Ziel, das man „abhakt“.

Es ist ein Land, das etwas mit einem macht – leise, nachhaltig und oft genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Michael Lieder | Reiseblog24

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....