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Outback

Broome am Indischen Ozean

Broome ist der Moment, in dem das Outback plötzlich badet. Roter Staub trifft türkisfarbenes Meer, Flip-Flops ersetzen Wanderschuhe, und der Sonnenuntergang übernimmt zuverlässig die Hauptrolle. Zwischen Cable Beach, Gezeiten, die hier ihren eigenen Willen haben, und einer Geschichte aus Perlen, Pionieren und rauer Gelassenheit wird klar: Broome ist kein klassisches Ziel, sondern eine wohlverdiente Pause am Rand der Wildnis. Wer hier ankommt, bleibt meist länger als geplant – aus guten Gründen und mit sandigen Füßen.

Reiseblog24 | Broome am Indischen Ozean

Füher als geplant an den Indischen Ozean

Lange Zeit sah es so aus, als würde unsere Reise überhaupt nicht funktionieren. Die heftigen Unwetter im Frühjahr 2023 hatten viele Straßen, die über die Gibb River Road oder andere Tracks nach Broome führen, unpassierbar gemacht. Ganze Straßenabschnitte waren buchstäblich von der Landkarte verschwunden, und selbst Brücken hatten den Wassermassen nicht standgehalten.

Die australische Regionalverwaltung sah sich gezwungen, diese Strecken zu sperren – nicht nur, um die Sicherheit zu gewährleisten, sondern auch, um die Versorgung der abgeschnittenen Gemeinden sicherzustellen und den Wiederaufbau der Infrastruktur nicht zu behindern.

Auf unserem Weg nach Broome wurde uns bewusst, wie groß die Schäden tatsächlich gewesen sein müssen. Überall sahen wir kilometerlange Baustellen, mitten im Nirgendwo – ein faszinierender Anblick, der den Einsatz und die Anstrengungen der Bauarbeiter in dieser abgelegenen Region eindrucksvoll zeigte.

Ein weiterer Grund, warum wir Broome unbedingt erreichen mussten, war unser defekter Reifen. Im Purnululu-Nationalpark hatte sich der Reifen komplett verabschiedet, und ohne Ersatz war ein Weiterkommen unmöglich. Dann gab es auch noch die ein oder andere Reparatur am Fahrzeug und natürlich stand auch wieder der Proviant auf der Liste der Begehrlichkeiten.

Outback
Was war unsere „bucket list" für Broome?
  1. Reifen ersetzen
  2. Entspannen am Indischen Ozean
  3. Den Sonnenuntergang am Cable Beach genießen
  4. Erste Berührungspunkte mit Krokodilen haben
  5. Am Strand Frühstücken
  6. Gemütlich Essen gehen ohne Bordküche
  7. Duschen auf einem Campingplatz
  8. Die Stairway to the Moon sehen
  9. Chinatown besuchen
  10. Vorräte für die kommenden Tage einkaufen
  11. Straßenzustand bei der Touristinfo einholen

Das haben wir erwartet und auch bekommen, ich erzähle euch gerne, was wir hier sonst noch so erlebt haben.

 

Broome unser Versorgungs und Reparatur Zentrum am Indischen Ozean.

Michael Lieder | Reiseblog24
Strand und Sehenswürdigkeiten

Strand und Sehenswürdigkeiten – Broome kann mehr als nur schön
Broome ist so ein Ort, der sofort in den Entspannungsmodus schaltet – ohne vorher zu fragen. Endlose, strahlend weiße Strände treffen auf leuchtend türkisfarbenes Wasser und diese typischen roten Felsen, die aussehen, als hätten sie jemand absichtlich zur Dramatisierung der Landschaft platziert. Spätestens am Cable Beach ist klar: Hier wird nicht einfach nur gebadet, hier wird zelebriert. Der Sand ist puderweich, jeder Schritt sinkt leicht ein, und der Indische Ozean liegt so einladend da, dass Widerstand zwecklos ist. Viele Strände kommen und gehen – dieser bleibt. Still, weit und mit genau der richtigen Portion Wow.

Doch Broome lebt nicht nur vom Strand. Ein echtes Original ist das Sun Pictures, das älteste noch betriebene Open-Air-Kino der Welt. Unter freiem Himmel, auf knarzenden Holzbänken, während über dir die Sterne funkeln – Kino kann kaum ehrlicher sein. Und ja, gelegentlich donnert ein Flugzeug knapp über das Gelände hinweg. Kein Störfaktor, sondern Teil der Vorstellung. Multisensorisches Kino, Outback-Edition. Auch geschichtlich hat Broome einiges zu erzählen. Die Stadt war einst ein bedeutendes Zentrum der Perlenfischerei, eine harte, gefährliche und prägende Zeit, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht. Wer tiefer eintauchen will – zumindest gedanklich – sollte dem Pearl Luggers Museum einen Besuch abstatten. Hier wird klar, unter welchen Bedingungen Perlenfischer gearbeitet haben, welche Risiken sie eingingen und wie sehr diese Industrie Broome geprägt hat. Keine Hochglanzromantik, sondern ehrliche Geschichte mit Tiefgang.

Broome ist damit mehr als ein schöner Zwischenstop nach staubigen Outback-Tagen die hinter aber noch vor uns liegen. Es ist dieser seltene Mix aus Entschleunigung, Charakter und kleinen Eigenheiten, die hängen bleiben. Strand, Kino, Geschichte – alles da. Und genau deshalb fühlt sich Broome nicht wie ein Urlaubsort an, sondern wie ein Ort, an dem man unauffällig länger bleibt als geplant.

Sonnenuntergang und Mondaufgang

Ein Stranderlebnis der besonderen Art erwartet dich in Broome, direkt am Indischen Ozean. Anders, als wir es aus Europa kennen, kannst du hier zu bestimmten Zeiten mit deinem Fahrzeug (Allrad erforderlich!) direkt an den Strand fahren und dort deine Freizeit genießen. Schon lange stand das Frühstücken am Strand auf unserer Bucket List – und endlich hat es geklappt, auch wenn der Ablauf nicht ganz so war, wie wir es geplant hatten.

Wir sind früh morgens losgefahren und waren rechtzeitig vor Ort – wie sich später herausstellte, kurz vor dem Einsetzen der Flut. Das bedeutete allerdings, dass wir für die nächsten fünf bis sechs Stunden „gestrandet“ waren, bis wir den Strand wieder verlassen konnten. Eine kleine Zwangspause also! Aber wir haben das Beste daraus gemacht: Unsere Frühstückslocation war perfekt, und am Ende hatten wir einen herrlich entspannten Tag am Meer.

Was mich bis heute fasziniert, ist die Idee, dass man mit dem Auto legal auf den Strand fahren darf – ohne sich Sorgen um Strafen zu machen. Und ich muss sagen, es hat richtig Spaß gemacht! Durch den weichen Sand zu fahren und den Ozean quasi direkt unter den Reifen zu spüren, war ein ganz besonderes Gefühl.

Ein weiteres unvergessliches Erlebnis in Broome war der Staircase to the Moon – ein Naturphänomen, das bei Vollmond in den Monaten März bis Oktober stattfindet. Wenn sich der Vollmond über dem Wattmeer erhebt, reflektiert das Licht auf der nassen, freigelegten Fläche und erzeugt die Illusion einer „Treppe“, die direkt zum Mond führt. Es war magisch, wie der Ozean in goldenem Licht erstrahlte – ein Anblick, der einem den Atem raubt.

Broome und sein einzigartiger Mix aus Abenteuer, Natur und Ruhe bleiben definitiv in Erinnerung. Wer die Chance hat, sollte dieses Juwel im Nordwesten Australiens unbedingt erleben!

Strand, Natur und Kultur

Wenn ihr auf der Suche nach einem unvergesslichen Abenteuer seid, dann solltet ihr in Broome unbedingt eine Kameltour entlang des berühmten Cable Beach ausprobieren. Zugegeben, die Tour ist nicht ganz billig, und euer Rücken könnte danach ein kleines Wellness-Programm vertragen. Aber glaubt mir: Das Erlebnis, auf einem majestätischen Kamel zu sitzen und dabei zu sehen, wie die Sonne spektakulär im Meer versinkt, ist jede Mühe wert – einfach magisch!

Doch Broome hat noch viel mehr zu bieten als seine atemberaubende Natur. Die Stadt begeistert mit ihrer lebendigen Kulturszene, die genau den entspannten Vibe der Region widerspiegelt. Ich hatte das Glück, während meines Aufenthalts ein Musikfestival zu erleben. Lokale Künstler*innen haben die Bühne gerockt und eine so herzliche, ungezwungene Atmosphäre geschaffen, dass ich mich sofort wie ein Teil der Community gefühlt habe. Die herzliche Gastfreundschaft und die beeindruckenden Talente vor Ort haben dieses Event für mich zu einem absoluten Highlight gemacht.

Gantheaume Point – rotleuchtende Felsen, Meer & Dinospuren

Nur rund zehn Autominuten von Broome entfernt wartet mit Gantheaume Point ein Ort, der wirkt, als hätte jemand Farbe, Geschichte und Zeitgefühl bewusst überdosiert. Am südwestlichsten Ende der schmalen Landzunge treffen tiefrot leuchtende Felsen auf den Indischen Ozean – ein Kontrast, der schon tagsüber beeindruckt. Bei Sonnenaufgang oder unter bedecktem Himmel allerdings kippt das Ganze endgültig ins Magische. Dann glühen die Klippen, als würden sie von innen heraus leuchten. Und irgendwo im Hinterkopf meldet sich der Gedanke: Hier waren einmal Dinosaurier unterwegs. Ganz real. Nicht metaphorisch.

Entlang der Klippen informieren Schautafeln über jene Urzeitbewohner, die hier vor über 100 Millionen Jahren ihre Spuren hinterlassen haben. Fußabdrücke, die heute nur bei extrem niedriger Ebbe sichtbar werden. Dann zieht sich das Meer weit zurück und gibt den Blick frei auf fossile Abdrücke rund 30 Meter vor der Küste – Momentaufnahmen aus einer Welt, die so weit entfernt ist, dass sie fast unwirklich wirkt. Kein Museum, kein Glas, kein Zaun. Nur Fels, Wasser und Zeit.

Doch Gantheaume Point ist mehr als Dino-Geschichte. Es ist auch ein Ort, an dem die Natur leise beeindruckt. Zwischen Felsen, Wind und salziger Luft behaupten sich zähe, holzige Pflanzen, die offenbar beschlossen haben, aus widrigen Bedingungen eine Lebensform zu machen. Keine Üppigkeit, kein Grün im Überfluss – dafür Beharrlichkeit. Man schaut hin und denkt unwillkürlich: Wenn das hier wächst, dann geht wohl mehr, als man manchmal glaubt.

Gantheaume Point ist kein lautes Highlight. Es drängt sich nicht auf, fordert keine Aufmerksamkeit ein. Aber wer hier steht, die Farben wirken lässt und den Blick über Meer und Felsen schweifen lässt, merkt schnell: Manche Orte erzählen ihre Geschichten nicht laut – sondern tief. Und genau deshalb bleiben sie.

Nach dem Essen fühlte es sich an, als hätten wir uns eine kleine Auszeit vom Camperleben gegönnt – und das war genau das, was wir brauchten. Das Matso’s ist nicht nur ein Ort, um gut zu essen, sondern ein Erlebnis, das all deine Sinne anspricht.

Michael Lieder | Reiseblog24
Ein kulinarischer Tapetenwechsel
Essen im Matso’s Broome

Nach ein paar Tagen Campingküche unterwegs, mit simplen, aber immer köstlichen Gerichten von unserem Meisterkoch Roland, war es an der Zeit, den Geschmackshorizont ein wenig zu erweitern. Versteht mich nicht falsch – Roland hat mit seinem mobilen Koch-Setup echte Wunder gewirkt. Frisch gegrillter Fisch, knackige Salate und dampfende Eintöpfe waren immer ein Highlight. Aber nach Tagen unter freiem Himmel, mit dem Duft von Lagerfeuer in der Nase, schrie mein Gaumen nach etwas Neuem. Und genau da kam Matso’s Broome Brewery ins Spiel.

Matso’s ist nicht nur ein Restaurant, sondern eine Institution in Broome. Die Brauerei ist berühmt für ihre hausgemachten Craft-Biere, die die Essenz von Broome einfangen: leicht, exotisch und ein bisschen verspielt. Als wir ankamen, wurden wir sofort von der entspannten Atmosphäre und dem einladenden Lächeln des Personals begrüßt. Das rustikale Interieur, kombiniert mit dem gemütlichen Outdoor-Bereich, vermittelte sofort das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

Das Bier-Erlebnis

Natürlich darf ein Besuch bei Matso’s nicht ohne eine Verkostung der hauseigenen Biere enden. Neben dem erfrischenden Mango-Bier haben wir uns auch an das Chilli Beer gewagt – definitiv ein Abenteuer für den Gaumen. Für alle, die es lieber klassisch mögen, bietet das Pearl White Ale eine milde, spritzige Alternative.

Wenn ihr in Broome unterwegs seid und euch nach Tagen von Lagerfeuerküche nach einem kleinen kulinarischen Luxus sehnt, dann ist Matso’s der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen und dabei großartiges Essen zu genießen.

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Infos rund um den Aufenthalt
Geografische Lage...

Broome ist eine Stadt in der Region Kimberley im Nordwesten von Western Australia, Australien. Die geografische Lage von Broome ist wie folgt:

Breitengrad: 17,962° Süd Längengrad: 122,236° Ost

Die Stadt liegt an der Küste der Timorsee und ist bekannt für ihre schönen Strände, türkisfarbenen Gewässer und atemberaubenden Sonnenuntergänge. Broome ist auch ein beliebtes Touristenziel aufgrund seiner reichen Geschichte, die mit der Perlenfischerei und dem Rindertrieb verbunden ist. 

Perlenhauptstadt Australiens...

Broome war einst das Zentrum der australischen Perlenindustrie und beherbergte eine der größten Perlenfischereien der Welt. Die Stadt hat eine lange Tradition in der Perlenzucht und ist auch heute noch für ihre edlen Perlen bekannt.

Staircase to the Moon...

Broome ist berühmt für das Naturphänomen "Staircase to the Moon". Dies tritt während bestimmter Vollmondnächte auf, wenn der Mond über das Watt der Roebuck Bay aufgeht und ein illusionäres Bild von einer Treppe auf dem Wasser erzeugt.

Dinosaurierspuren...

In der Umgebung von Broome gibt es beeindruckende Dinosaurierspuren, die etwa 130 Millionen Jahre alt sind. Diese Spuren wurden in den roten Sandsteinfelsen entdeckt und ziehen Paläontologen und Touristen gleichermaßen an.

Cable Beach...

Broome beheimatet den berühmten Cable Beach, einen der schönsten Strände Australiens. Mit seinem türkisfarbenen Wasser und dem feinen weißen Sand ist er ein Paradies für Sonnenanbeter und Wassersportler.

Shinju Matsuri...

Das Shinju Matsuri ist das Perlenfestival von Broome und findet jedes Jahr im September statt. Es feiert die einzigartige Kultur und Geschichte der Stadt und bietet zahlreiche Veranstaltungen, Darbietungen und kulinarische Genüsse.

Mangrovenwälder...

Die Umgebung von Broome ist von ausgedehnten Mangrovenwäldern geprägt, die ein wichtiges Ökosystem für eine Vielzahl von Meereslebewesen und Vögeln bilden.

Horizontal Falls...

In der Nähe von Broome befinden sich die beeindruckenden Horizontal Falls. Dies sind starke Gezeitenströmungen, die durch enge Schluchten zwischen Felseninseln entstehen und ein spektakuläres Naturschauspiel bieten.

Gantheaume Point...

An der Küste von Gantheaume Point können Sie fossile Abdrücke von Dinosauriern sehen, die vor Millionen von Jahren im Gestein erhalten geblieben sind.

Roebuck Bay...

Diese Bucht ist berühmt für ihre reiche Vogelvielfalt. Tausende Zugvögel versammeln sich hier jedes Jahr, um sich zu paaren und zu brüten, was ein beeindruckendes Schauspiel für Vogelbeobachter darstellt.

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....