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Sulawesi

Lembeh und Bitung

Die Lembeh Strait wirkt auf den ersten Blick unscheinbar: dunkler, vulkanischer Sand, trübes Wasser, keine Postkartenfarben. Und genau hier beginnt der Zauber. Zwischen Strömungen und Nährstoffen entfaltet sich ein Mikrokosmos, der Geduld belohnt. Seepferdchen, Kraken, bizarre Wesen, die aussehen, als hätte die Evolution kurz experimentiert. Lembeh ist kein Ort für schnelle Wow-Momente, sondern für genaues Hinsehen. Wer bereit ist, langsamer zu werden, entdeckt hier eine Unterwasserwelt mit erstaunlich viel Charakter – und einem feinen Hang zur Überraschung.

Reiseblog24 | Lembeh und Bitung

Der Weg ist wie so oft auch das Ziel

Unterwegs nach Lembeh & Bitung

Der Weg nach Lembeh und Bitung ist kein notwendiges Übel, sondern Teil der Geschichte. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell: Sulawesi belohnt Geduld. Die Straßen sind selten perfekt, die Aussichten dafür umso mehr. Zwischen Kurven, Dörfern und Meeresblicken wächst das Gefühl, wirklich zu reisen – nicht nur anzukommen.

Die beste Zeit dafür liegt zwischen Mai und Oktober. Dann zeigt sich der Norden von Sulawesi von seiner freundlichen Seite: trocken, sonnig, gut gelaunt. Ideal für alles, was draußen stattfindet – und ehrlich gesagt auch für die eigene Laune.

Erreicht werden Lembeh und Bitung meist über Manado. Von dort geht es weiter mit Auto, Bus oder Boot. Keine Hochglanzlogistik, sondern bodenständige Fortbewegung mit Charakter. Wer sich darauf einlässt, wird mit kleinen Momenten belohnt: ein kurzer Stopp am Straßenrand, ein Lächeln, ein spontaner Kaffee, weil der Fahrer es für richtig hält.

Unterkünfte gibt es für fast jeden Reisestil. Einfache Bungalows für kleines Geld, Resorts für alle, die nach Abenteuern gern weich landen. Luxus definiert sich hier nicht über Marmorbäder, sondern über Ruhe, Meerblick und das Gefühl, weit weg vom Alltag zu sein.

Auch abseits des Wassers wird es nicht langweilig. Wandern, Radfahren, Kanufahren oder sogar Reiten – alles möglich, nichts muss. Lembeh und Bitung drängen sich nicht auf, sie lassen Raum. Für Entdeckerlust, für leise Momente, für das gute Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Kurz gesagt: Wer hierher reist, sucht nicht nur Highlights, sondern Geschichten. Und bekommt sie – ganz ohne Filter, aber mit viel Herz.

Thema: Sulawesi
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 06. Januar 2026
16944 Aufrufe

Sulawesi
Schwarzer Strand und wilde Natur

Bitung erreicht man unkompliziert von Manado aus – per Flugzeug, Bus oder Auto. Von dort geht es weiter mit dem Boot nach Lembeh. Klingt nach Strecke, fühlt sich aber nach Reise an. Genau so, wie es sein soll. Unsere Route führte uns vom Tangkoko weiter Richtung Bitung, immer begleitet von diesem Gefühl, dass Sulawesi lieber Umwege als Abkürzungen mag.

In einem kleinen Dorf bei Makawidey blieb der Blick plötzlich hängen – und damit auch wir. Ein kleines, ruhiges Hotel, schwarzer Sandstrand, Meer direkt vor der Nase. Mehr brauchte es nicht. Der Plan für die nächsten Tage war schnell gemacht: ankommen, runterfahren, nichts beweisen. Ein bisschen Schnorcheln, vielleicht die ein oder andere Massage und ansonsten einfach sein.

Eigentlich standen auch ein paar Tauchgänge auf dem Zettel, direkt bei der Basis von Cocotinos. Eigentlich. Die Klimaanlage im Auto und die Vulkanasche von den Bunaken hatte andere Pläne. Bronchien dicht, Husten im Anmarsch – und Husten unter Wasser ist ungefähr so sinnvoll wie Flip-Flops auf Vulkanlava. Also Vernunft siegt, Ego schmollt kurz, und dann gewinnt doch der Strand.

Statt Flasche und Blei gab es Strandliege und Meer. Erste ruhige Runden im Wasser, danach die kleine vorgelagerte Insel schnorchelnd umrundet. Kein großes Kino, kein „Wow, das musst du gesehen haben“. Aber genau darin lag der Reiz. Fische, blaue Seesterne, Seeigel, Korallen – unspektakulär, schön, still, ehrlich. Sulawesi muss nicht immer liefern, es reicht oft, einfach da zu sein.

Man nimmt, was man bekommt. Und manchmal ist das genau das Richtige.

Schon fast kitschig schön ist die Wasserlinie von Lembeh, an vielen Stellen hat man die Möglichkeit direkt an das Meer zu kommen.

Michael Lieder | Reiseblog24

Der kleine Ort bei Bitung in dem wir im Cocotinos Lembeh a Boutiqe und Dive Lodge abgestiegen sind.

Michael Lieder | Reiseblog24
Bitung  - Makawidey

Makawidey, im Nordosten von Sulawesi gelegen, ist kein Ort für große Inszenierungen. Eher einer für leise Momente, für genaues Hinsehen. In der Nähe von Bitung versteckt sich dieses kleine Dorf zwischen üppigem Grün, Meer und einer Natur, die hier noch das Sagen hat.

Tagsüber wirkt Makawidey fast verspielt. Kinder rennen durch die Gassen, Jugendliche treffen sich an der Bucht, Boote kommen und gehen. Das Leben findet draußen statt, offen, laut, herzlich. Es ist quirlig, manchmal chaotisch, aber genau das macht den Charme aus. Alles wirkt ein wenig improvisiert, nichts geschniegelt. Nur eines lässt sich nicht übersehen: der stellenweise erstaunlich sorglose Umgang mit Müll. Kein schöner Anblick, aber Teil der Realität, die Sulawesi nicht versteckt.

Nach Einbruch der Dunkelheit wird es abrupt ruhig. Ohne Straßenbeleuchtung verschwindet der Ort fast vollständig im Schwarz der Nacht. Kein Flanieren, kein Schaufensterblick – dafür Sterne, Stille und dieses Gefühl, sehr weit weg zu sein. Wer hier unterwegs ist, bleibt abends besser sitzen, hört dem Meer zu und lässt den Tag ausklingen.

Makawidey ist ein idealer Ort für Taucher, Naturliebhaber und alle, die Abenteuer nicht mit Action verwechseln. Abseits der bekannten Routen warten kleine Entdeckungen, die sich nicht aufdrängen. Dichte Wälder, sanfte Hügel und immer wieder überraschende Ausblicke prägen die Umgebung. Keine spektakulären Highlights, sondern eine Landschaft, die wirkt, wenn man ihr Zeit gibt. Hier geht es nicht darum, möglichst viel zu sehen. Sondern darum, weniger zu wollen. Die Seele baumeln zu lassen, Tempo herauszunehmen und dem Alltag ganz bewusst zu entkommen.

Die Landschaft um Bitung herum ist wirklich einmalig

Die Landschaft rund um Bitung hat diese besondere Fähigkeit, einen sofort herunterzufahren. Dichte Wälder ziehen sich über sanfte Hügel, dazwischen immer wieder Panoramablicke, bei denen man automatisch langsamer wird – innerlich wie äußerlich. Genau so ein Ort, an dem die Seele kurz Urlaub macht, während der Kopf endlich Pause bekommt.

Leider tickt die Uhr auch hier gnadenlos zuverlässig. Die Weiterreise rückt näher, der Flug von Manado nach Makassar ist früh angesetzt und lässt wenig Spielraum. Zu wenig, um diesmal noch die Insel Lembeh zu besuchen. Ein kleiner Stich, denn genau dort warten noch ein paar offene Rechnungen – vor allem unter Wasser. Ein paar Tauchgänge stehen ganz oben auf der inneren To-do-Liste. Das hier fühlt sich nicht nach Abschied an, eher nach einem klaren „Ich komme wieder“.

Zwischen Geisterstraße und Realität

Die Rückfahrt nach Manado verläuft überraschend unspektakulär. Die mautpflichtige Autobahn, die Bitung mit der Hauptstadt verbindet, wirkt fast wie ein vergessenes Infrastrukturprojekt. Kilometerlang sind wir allein unterwegs, bester Asphalt, perfekte Kurven – und absolute Leere. Eine Geisterstraße, wie man sie sonst nur aus dystopischen Filmen kennt. Der Kontrast könnte kaum größer sein. Abseits der Schnellstraße sieht man den Verkehr stocken, hupen, kämpfen. Dort schiebt sich alles über die alten Routen, langsam, dicht, laut. Die Maut ist für viele Einheimische schlicht zu teuer, ein paar Euro entscheiden hier über Nutzung oder Verzicht. Moderne Straße auf der einen Seite, alltägliche Realität auf der anderen – Sulawesi serviert diese Gegensätze ohne Kommentar.

Kurz vor Manado öffnet sich noch einmal der Blick auf Stadt, Hafen und Bucht. Ein letzter stiller Gruß von Nord-Sulawesi, bevor Termine, Flugzeiten und To-do-Listen wieder übernehmen. Ein Abschied, der weniger weh tut, wenn man weiß: Das hier war nicht das letzte Mal. In etwas mehr als einer Stunde ist Manado erreicht. Schnell, effizient, fast zu einfach. Und doch bleibt dieses Gefühl: Hier oben im Norden von Sulawesi liegt noch so viel, das Zeit braucht. Und genau deshalb lohnt es sich, zurückzukommen.

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Ein paar Fakten...

1. Ein Paradies für Makrotaucher...

Die Lembeh-Strasse, zwischen Bitung und der Insel Lembeh gelegen, ist weltbekannt als Tauchparadies für Liebhaber der Makrofauna. Unglaubliche 57 Tauchplätze bieten eine Fülle an Meereslebewesen, von winzigen Geisterpfeifchenfischen bis hin zu riesigen Seekuh-Dugongs.

2. Unglaubliche Artenvielfalt...

In der Lembeh-Straße tummeln sich mehr als 600 Weichtierarten, 400 Fischarten und zahlreiche Krebse, Schlangen und Korallen. Die Region beherbergt auch eine große Population von Seekühen, Delfinen und Walen.

3. Muck Diving at its Best...

Lembeh ist ein Vorreiter des "Muck Diving", bei dem Taucher auf sandigen oder schlammigen Böden nach seltenen und ungewöhnlichen Kreaturen suchen. Seepferdchen, Anglerfische, Gespensterkrabben und Schlammspringer sind nur einige der skurrilen Bewohner, die hier entdeckt werden können.

4. Kultur und Geschichte...

Bitung, die größte Stadt in Nord-Sulawesi, bietet einen Einblick in die reiche Kultur der Region. Besuchen Sie den Tangkoko-Nationalpark, um die einzigartigen Tarsier-Affen zu sehen, oder erkunden Sie die historischen Stätten der Stadt, wie das Fort Isabella.

5. Unberührte Natur...

Die Gegend um Bitung und Lembeh ist mit üppigen Regenwäldern, Vulkanlandschaften und atemberaubenden Stränden gesegnet. Wandern Sie zum Gipfel des Mount Klabat, dem höchsten Berg Nord-Sulawesis, oder entspannen Sie an den schwarzen Sandstränden von Patokan.

6. Wissenswertes...

Die Menschen in Bitung und Lembeh sind bekannt für ihre Wärme und Gastfreundschaft. Freuen Sie sich auf ein Lächeln und ein freundliches "Selamat datang" (Willkommen) bei Ihrer Ankunft. Bitung ist ein kulinarisches Zentrum, das frische Meeresfrüchte, exotische Früchte und traditionelle Minahasan-Küche bietet. Probieren Sie unbedingt "Tinoransak", ein saures Fischgericht, oder "Binte Biluhuta", eine Bambusrohrsuppe.

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....