Zum Hauptinhalt springen
Nordirland

Dunlucle das Castle auf der Klippe

Ich stehe an der Klippe, der Wind zerrt an der Jacke, und Dunluce Castle thront da, als hätte es den Atlantik persönlich herausgefordert. Nordirland zeigt sich hier dramatisch und ehrlich: grauer Himmel, wilder Ozean, Geschichte ohne Filter. Jeder Stein knarzt vor Geschichten von Clans, Stürmen und verschwundenen Küchen. Romantisch? Ja. Bequem? Eher nicht. Aber genau das liebe ich: Orte, die nichts erklären, sondern fragen – ob man kurz stehen bleibt, tief durchatmet und sich von der Vergangenheit anwehen lässt.

Reiseblog24 | Dunlucle das Castle auf der Klippe

Ein Herbsttag im Märchenschloss

Dunluce Castle im Oktober

Manchmal gibt es diese Tage, die einem Glücksmoment gleichen: ein Herbsttag, der so klar ist, dass die Farben der Landschaft fast schon unwirklich wirken. Genau so ein Tag war es, als ich das Dunluce Castle in Nordirland besuchte. Trotz Oktober – eigentlich die Zeit, in der Regen und Nebel in Irland häufig dominieren – bescherte mir der Tag ein Bilderbuchwetter. Die Sonne schien, die Luft war kühl, aber frisch, und es gab nur wenige andere Besucher. So ein Wetter wünscht man sich auf einer Reise zur spektakulärsten Küstenruine Irlands!

Nordirland
Die Magie des Dunluce Castle: Ein Blick in die Geschichte

Ein Besuch auf Dunluce Castle fühlt sich an, als hätte jemand die Zeit angehalten – und dann vergessen, sie wieder einzuschalten. Ich stehe oben auf den Klippen, der Wind zerrt an der Jacke, der Atlantik tobt unter mir, und irgendwo zwischen Gischt, Möwen und knarrenden Gedanken flüstert die Geschichte ganz leise: Willkommen im echten Norden Irlands. Diese Burgruine steht nicht einfach irgendwo. Sie klammert sich regelrecht an die Felsen, als hätte sie Angst, vom Meer verschluckt zu werden. Seit dem 13. Jahrhundert trotzt Dunluce hier Wind, Wetter, Fehden und dem gesunden Menschenverstand mittelalterlicher Baumeister. Damals wie heute gilt: Wer hier wohnt, muss Drama mögen. Oder zumindest keine Höhenangst haben.

Einst residierten hier die MacDonnells – ein Clan, der offenbar keine Lust auf langweilige Lagen hatte. Geschichten von Macht, Verrat, verlorenen Küchen (ja, wirklich) und Geistern begleiten jeden Schritt durch die Ruine. Ob man an Letztere glaubt oder nicht, spielt kaum eine Rolle. Spätestens wenn eine Windböe durch die Mauern pfeift, schaut man automatisch noch einmal über die Schulter. Rein aus Reflex. Natürlich. Mich hat weniger das Gruselige gepackt als dieses raue Gefühl von Vergänglichkeit. Die Mauern wirken stark, fast trotzig – und sind doch sichtbar gezeichnet von Jahrhunderten voller Stürme und Salzwasser. Dunluce ist kein geschniegelt-restauriertes Schloss mit Souvenirshop-Charme. Es ist ehrlich. Unbequem. Und genau deshalb so beeindruckend

Eine Aussicht, die sprachlos macht
und ein bisschen demütig

Es gibt diese Momente auf einem Roadtrip, da verstummt selbst der innere Kommentator. Genau so ein Moment war das hier. Dank der klaren Fernsicht konnten wir tatsächlich bis zu den schottischen Inseln schauen – nicht nur geografisch, sondern auch gedanklich. Die Welt lag plötzlich weit offen vor uns. Unter den Füßen das stürmische Blau des Atlantiks, darüber ein Himmel, der aussah, als hätte er extra für diesen Tag Überstunden gemacht. Dazwischen sattes Grün, schroffe Klippen und Mauern, die mehr Geschichte tragen, als in so manches Geschichtsbuch passt.

Am eindrücklichsten war der Augenblick, als wir durch das Tor der Ruine traten. Die zerfallenen Mauern von Dunluce Castle rahmten das Meer wie ein riesiges, offenes Fenster. Kein Glas, kein Geländer, nur Weite. Und dieser leise Gedanke: Wenn man hier oben stand, musste man früher entweder sehr mutig gewesen sein – oder sehr windresistent.

Für Fotografie-Begeisterte ist der Herbst ein Geschenk. Die tief stehende Sonne legt ein weiches, fast goldenes Licht über das Gestein, als wolle sie der Burg für ihr Durchhaltevermögen danken. Auch ohne Drohne lassen sich hier großartige Perspektiven finden: von der Klippe aus, durch Fensteröffnungen, entlang der Mauern. Motive gibt es mehr als Akku.

Und dann diese Ruhe. Oktober bedeutet hier: kaum Besucher, keine Selfie-Sticks in Kampfstellung, kein Gedränge. Wir waren fast allein. Zeit, die Mauern zu berühren, stehen zu bleiben, zu lauschen. Nur der Wind, das Meer und das leise Knarzen alter Steine. Ein Ort, der nichts fordert, außer ein bisschen Respekt – und vielleicht eine Jacke mit Reißverschluss bis ganz nach oben.

Nordirland kann laut, rau und wild sein. Aber hier oben war es still. Und genau das hat es so abenteuerlich gemacht.

Praktische Tipps für den Besuch im Oktober
  • Warme Kleidung: Auch wenn das Wetter gut ist, kann es an den Klippen recht windig werden.
  • Gutes Schuhwerk: Die Wege rund um die Burg können rutschig sein, vor allem nach Regen.
  • Fernglas: An klaren Tagen lohnt es sich, ein Fernglas mitzubringen, um die Aussicht noch besser genießen zu können – und vielleicht einen Blick auf die schottischen Inseln zu erhaschen!
  • Zeit für den Sonnenuntergang: Wer am späteren Nachmittag kommt, erlebt ein unglaubliches Lichtspiel, das die alte Burg in ein dramatisches Licht taucht.

Dunluce Castle im Oktober ist ein echtes Erlebnis für alle, die das Unberührte und Authentische suchen. Diese Ruine erzählt nicht nur die Geschichte ihrer Besitzer, sondern lässt uns auch selbst zum Teil dieser Zeitreise werden. Egal, ob wir die Weite der Landschaft genießen wollen, fasziniert von den alten Gemäuern sind oder einfach nur für einen Moment die Zeit anhalten wollen – Dunluce Castle wird uns in seinen Bann ziehen.

Die Flugverbindungen von Deutschland nach Irland sind vielfältig und gut ausgebaut, da es zahlreiche Direktflüge zwischen den beiden Ländern gibt.

Michael Lieder | Reiseblog24

Die Anreise zum Dunluce Castle von Belfast aus

Als wir von Belfast aus mit dem Mietwagen zum Dunluce Castle fuhren, erwartete uns eine der schönsten Fahrten, die man sich in Nordirland vorstellen kann. Die Strecke entlang der Causeway Coastal Route, einer der spektakulärsten Küstenstraßen Europas, schlängelte sich durch atemberaubende Landschaften und bot unzählige Gelegenheiten für Zwischenstopps. Etwa eine Stunde und 15 Minuten brauchten wir, doch durch die zahlreichen Ausblicke und Stopps verging die Zeit wie im Flug.

Unterwegs kann man an einigen besonderen Orten, die die Fahrt zusätzlich bereicheren anhalten:

  • Carrickfergus Castle: Diese beeindruckende normannische Festung direkt am Meer bietet einen ersten Einblick in die mittelalterliche Geschichte Nordirlands und ist eine großartige Einstimmung auf das Dunluce Castle.
  • Die Glens of Antrim: Diese grünen Täler, die für ihre Wasserfälle und dichten Wälder bekannt sind, versetzen dich in eine andere Welt. Ein kurzer Stopp hier lässt dich tief durchatmen und die Natur genießen.
  • Die Carrick-a-Rede Hängebrücke: Auf dem Weg über diese spektakuläre Brücke gibt es eine atemberaubende Aussicht über die Küste und das offene Meer. Ein mutiger Abstecher, den wirst du nicht bereuten!

Am Dunluce Castle angekommen, fanden wir ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nähe der Ruine. Von dort führte uns ein kurzer Fußweg direkt zur Burg, und mit jedem Schritt öffnete sich das gewaltige Panorama des Atlantiks mehr und mehr. Die Straßen in der Umgebung waren gut ausgebaut und asphaltiert, was die Fahrt sehr angenehm machte. Ein Navigationsgerät war dennoch hilfreich, da einige Abzweigungen in der Küstenregion leicht zu übersehen sind.

Die Fahrt von Belfast zum Dunluce Castle bot uns nicht nur eine komfortable Möglichkeit, die Gegend zu erkunden, sondern wurde zu einem Abenteuer an sich. Die Landschaften, die raue Küste und die tief verwurzelte Geschichte Nordirlands begleiteten uns auf jedem Kilometer – eine perfekte Einstimmung auf das Erlebnis, das uns beim Dunluce Castle erwartete.

Powered by GetYourGuide
Infos rund um den Aufenthalt
Lage auf einer Klippe
Dunluce Castle ist direkt auf den Klippen der Antrim-Küste gebaut, etwa 30 Meter über dem tosenden Atlantik. Dieser strategische, aber auch gefährliche Standort bot den Bewohnern Schutz und einen atemberaubenden Ausblick – das Rauschen der Wellen war damals sicher allgegenwärtig und sorgt noch heute für eine dramatische Kulisse.
Die stürmische Vergangenheit des Schlosses
Das Schloss war im Mittelalter eine heiß umkämpfte Festung. Die irischen Clans MacQuillans und später die MacDonnells kämpften hier um die Macht. Letztere Familie blieb Jahrhunderte lang die prominentesten Besitzer des Schlosses.
Legende des Untergangs der Schlossküche
Eine der berühmtesten Geschichten erzählt, dass 1639 ein Teil der Küche bei einem Sturm ins Meer stürzte, wobei angeblich alle Küchenangestellten, bis auf einen Jungen, mitgerissen wurden. Dieser Vorfall veranlasste die Bewohner, das Schloss aufzugeben.
Verbindungen zum versunkenen “Lost Town” Dunluce
Archäologische Ausgrabungen haben eine mittelalterliche Siedlung in der Nähe des Schlosses entdeckt. Dieses „verlorene Dorf“ Dunluce könnte auf die Zeit des Mittelalters zurückgehen und gibt einen Einblick in das Leben der damaligen Gemeinschaft.
Das Geisterhafte und Mythische
Viele Besucher und Einheimische berichten von Geistererscheinungen. Die bekannteste ist die „Weiße Frau“, eine mysteriöse Gestalt, die durch das Schloss wandert und angeblich die Geister der vergangenen Bewohner symbolisiert, die nicht in Frieden ruhen.
Inspiration für C.S. Lewis’ Narnia
Dunluce Castle war eine Inspiration für C.S. Lewis’ königliches Schloss Cair Paravel in Die Chroniken von Narnia. Lewis selbst besuchte als Kind oft Nordirland und soll von der magischen Atmosphäre des Schlosses beeinflusst worden sein.
Eine Piratenprinzessin als Schlossherrin
Sorley Boy MacDonnell, der damalige Herr des Schlosses, soll mit der berüchtigten Piratenkönigin Grace O’Malley aus dem Westen Irlands verbündet gewesen sein. Es wird vermutet, dass die beiden eine geheime Allianz gegen die englische Krone pflegten, was die Macht und das Abenteuer von Dunluce in dieser Zeit widerspiegelt.
Eine Kulisse für die Serie Game of Thrones
Die beeindruckende Ruine von Dunluce wurde als Drehort für die Stadt Pyke in den „Iron Islands“ verwendet. Game of Thrones hat den Ort weltweit bekannt gemacht und ihm eine neue Rolle als fiktive Heimat der Greyjoys gegeben.
Geheime Tunnel zum Meer
Das Schloss soll geheime Tunnel gehabt haben, die bis zum Meer führten, um im Notfall flüchten zu können. Diese Tunnel wurden genutzt, um Waffen und Vorräte zu transportieren – und angeblich auch, um Schmuggelware an Land zu bringen.
Heutiges Wahrzeichen und Kulturerbe
Heute ist Dunluce Castle ein geschütztes Kulturerbe und ein beliebtes Reiseziel für Touristen. Die Aussicht von den Ruinen über das Meer und auf die nahe gelegenen Klippen ist einzigartig und zieht Fotografen, Geschichtsliebhaber und Abenteurer gleichermaßen an.
Dunluce Castle, das an der dramatischen Küste Nordirlands thront, ist ein faszinierender Ort voller Geschichte, Legenden und spektakulärer Ausblicke! Hier sind ein paar interessante Fakten und Geschichten über diese atemberaubende Ruine, die jedem Reisenden Lust machen, in das raue irische Mittelalter einzutauchen
Michael Lieder | Reiseblog24

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....