Giants Causeway im Oktober
Nordirland im Oktober. Der Giant’s Causeway zeigt sich von seiner charmantesten Seite: Sonnenschein, der hier eher als höfliche Überraschung gilt, spektakuläre Klippen und diese magischen Basaltsäulen, als hätte ein Riese mit zu viel Zeit und Sinn für Geometrie gespielt. Ich stehe da, der Atlantik tost, der Wind sortiert meine Gedanken neu – und plötzlich ist klar: Manche Orte erklären nichts, sie fühlen sich einfach richtig an. Ein bisschen wild, ein bisschen rau, herrlich ehrlich. Genau mein Nordirland.


Wanderung entlang der Klippen
Ein Geschenk des Himmels
Einen sonnigen Oktobertag in Nordirland zu erwischen, ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein trockener Pub-Abend. Und doch war er da: blauer Himmel, milde Luft, diese klare Weite, die sofort Lust macht, einfach loszufahren. Unser Ziel: der Giant’s Causeway. Ein Ort, der ohnehin etwas Mythisches hat – und an diesem Tag wirkte es fast so, als hätte er sich extra schick gemacht. Die dunklen Basaltsäulen lagen im warmen Licht, als hätten sie über Jahrtausende genau auf diesen Moment gewartet.
Schon die Fahrt von Belfast aus fühlte sich nach Roadtrip an. Kaum raus aus der Stadt, öffnet sich die Landschaft: sattgrüne Hügel, verstreute Häuser, Schafe mit stoischer Gelassenheit und Straßen, die einen sanft in den Norden tragen. Alles wirkt entschleunigt, ohne langweilig zu sein. Die Maut? Kaum der Rede wert – ein symbolischer Eintrittspreis in eine Welt, in der Zeit nicht ganz so wichtig scheint.
Am Giant’s Causeway angekommen, mussten wir selbst schmunzeln. Oktober. T-Shirt-Wetter. Blauer Himmel mit ein paar Schäfchenwolken, als hätte jemand Irland kurz auf „Postkartenmodus“ gestellt. Natürlich wäre es nicht Irland gewesen, hätte der Regen sich komplett zurückgehalten. Aber er wartete höflich, bis wir auf dem Rückweg waren. Ein kurzer Schauer, eher ein freundliches „Vergesst nicht, wo ihr seid“. Und ehrlich: Das gehört dazu. Ohne ein bisschen Wetter wäre Nordirland nur halb so glaubwürdig.
Dieser Ort hat etwas Beruhigendes. Man steht zwischen diesen steinernen Formationen, hört das Meer, spürt den Wind – und merkt, wie klein die eigenen Alltagsdramen plötzlich werden. Vielleicht ist es genau das, was Reisen hier oben so besonders macht: Die Landschaft urteilt nicht, sie ist einfach da. Und sie nimmt einen auf, selbst wenn man nur für ein paar Stunden vorbeischaut.
Park-Tipp: Wer nicht unbedingt den Premiumpreis am Visitor Center zahlen möchte, bleibt einfach auf der Straße und fährt bis hinter die Schule. Dort gibt es einen privaten Parkplatz für deutlich weniger Geld. Von dort sind es rund zehn Minuten zu Fuß bis zum Start des Rundwegs – entspannt, unkompliziert und absolut empfehlenswert.
Wenn du also einmal nach Nordirland reist, lass dir den Giants Causeway nicht entgehen. Und wer weiß, vielleicht erwischt du auch so einen perfekten Tag wie ich! 🌞
Der Giant’s Causeway ist so ein Ort, bei dem selbst abgebrühte Roadtrip-Seelen kurz langsamer gehen. Diese perfekt sechseckigen Basaltsäulen wirken, als hätte hier jemand mit sehr viel Geduld und einem Hang zur Symmetrie gearbeitet. Wissenschaftlich erklärt man das mit uralten Vulkanausbrüchen. Emotional hält sich dagegen hartnäckig die Geschichte von Finn McCool, der hier mal eben eine Brücke nach Schottland gebaut haben soll, um sich mit einem anderen Riesen zu prügeln. Und während ich über die Steine balanciere, denke ich mir: Ganz ehrlich – die Legende fühlt sich hier mindestens genauso plausibel an wie jede geologische Erklärung.
Es liegt etwas Eigenartiges in der Luft. Vielleicht ist es der Atlantik, der unermüdlich gegen die Küste drückt. Vielleicht sind es die Geschichten, die sich zwischen den Steinen festgesetzt haben. Oder vielleicht ist es einfach dieses Gefühl, an einem Ort zu sein, der größer ist als man selbst. Magisch, ein bisschen rau, ein bisschen stolz. Nordirland eben.
Ganz allein war ich an diesem warmen Oktobertag allerdings nicht. Im Gegenteil. Der Giant’s Causeway hatte Besuch. Viel Besuch. Menschen mit Kameras, mit Selfie-Sticks, mit dem entschlossenen Blick: Dieses Foto wird mein neues Profilbild. Kurz wünschte ich mir einen Moment der Stille – dann sah ich, wie andere einfach nur dasaßen, aufs Meer schauten und nichts taten. Und dachte: Schön eigentlich. Wenn ein Ort so viele Menschen berührt, darf er auch geteilt werden. Was hier wohl erst im Sommer oder in den Ferien los ist, verdränge ich vorsichtshalber.
Kleiner Wander-Tipp aus der Praxis: Geh den Rundweg gegen den Uhrzeigersinn. Der Anstieg fühlt sich dann eher wie ein freundlicher Hinweis als wie eine sportliche Drohung an. Die steinerne Treppe darfst du dir für den entspannten Abstieg aufheben – Knie und Stimmung danken es dir.
Und wenn du schon hier bist: Fahr weiter. Die Klippenpfade, der Wind, das Licht – und das leicht dramatisch thronende Dunluce Castle. Diese Gegend ist kein Ort zum Abhaken. Sie ist einer zum Nachwirkenlassen.
Wo Nordirland kurz den Atem anhält
Ein Besuch am Giant’s Causeway ist eigentlich erst dann komplett, wenn man den Wanderweg oben auf den Klippen gegangen ist. Alles andere wäre wie ein Roadtrip ohne Fenster runterlassen. Dieser Pfad führt durch eine Landschaft, die nicht laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern still beeindruckt – mit Weite, Wind und dieser rauen Schönheit, die Nordirland so gnadenlos ehrlich macht.
Besonders der Blick auf das sogenannte Amphitheater hat mich kurz sprachlos gemacht. Dieselben Basaltsäulen, die unten geschniegelt und geometrisch wirken, entfalten von oben eine völlig neue Dramatik. Plötzlich sieht man nicht mehr nur Steine, sondern ein Naturbauwerk, eingerahmt vom endlosen Atlantik, der im Hintergrund stoisch seinen Job macht: Wellen schicken, egal bei welchem Wetter.
Der Klippenpfad selbst ist gut ausgebaut, aber nichts für Spaziergangsschuhe mit modischem Anspruch. Es geht stellenweise ordentlich bergauf und bergab, und ja – man merkt die Beine. Aber genau das gehört dazu. Jeder Schritt wird belohnt mit Ausblicken auf steil abfallende Klippen, tosende Brandung und diesem Gefühl, winzig zu sein in einer Landschaft, die seit Jahrtausenden einfach ihr Ding macht.
Was ich besonders mochte: Je näher man dem Amphitheater kommt, desto leerer wird es. Weniger Stimmen, weniger Selfies, mehr Wind im Ohr. Da stellt sich dieses rare Reisegefühl ein, wenn man kurz vergisst, dass man unterwegs ist – und stattdessen einfach da ist. Eins mit der Landschaft, pathetisch gesagt, aber manchmal trifft es eben zu.
Kleiner Realitätscheck: Bei extrem schlechtem Wetter kann das letzte Drittel des Weges gesperrt sein. Ein Tor entscheidet dann, ob man weiter darf oder umdrehen muss. Sicherheit geht vor, auch wenn das Ego kurz schmollt. Die Strecke vom Treppenaufgang bis zum Amphitheater und zurück dauert etwa eine Stunde – eine Stunde, die für jeden Naturfreund hervorragend investiert ist. Und für alle anderen vielleicht der Moment, in dem sie es doch noch werden.
Es gibt Orte, die fühlen sich an wie zwei Welten an einem einzigen Tag. Giant’s Causeway ist genau so ein Ort. Unten auf den berühmten Basaltsäulen herrscht geschäftiges Gewusel: Kameras klicken, Menschen balancieren vorsichtig von Stein zu Stein, immer auf der Suche nach dem Foto, das später beweist, dass man wirklich hier war. Das Meer tobt dazu unermüdlich, als hätte es selbst etwas zu sagen – laut, direkt und ziemlich beeindruckend.
Ein paar Höhenmeter weiter oben ändert sich die Stimmung schlagartig. Auf dem Klippenpfad wird es ruhig. Fast schon verdächtig ruhig. Der Wind übernimmt das Reden, Möwen ziehen kommentarlos ihre Kreise und plötzlich bleibt Zeit zum Durchatmen. Ich sitze da, schaue hinunter auf die Szenerie, auf die kleinen Menschen zwischen den monumentalen Steinen, und merke, wie dieser Ort wirkt: unten Energie, oben Gelassenheit. Zwei Extreme, die erstaunlich gut zusammenpassen.
Es ist faszinierend zu beobachten, mit welchem Ehrgeiz sich Besucher über die kantigen Felsen beugen, möglichst nah an das Wasser heran. Ein kleiner Schritt zu weit, und das Abenteuer würde sehr spontan sehr nass enden. Genau dieser leicht absurde Einsatz macht den Ort auch menschlich – wir wollen Teil der Natur sein, ihr nahekommen, auch wenn sie deutlich größer ist als wir.
Positiv überrascht hat mich die Zugänglichkeit: Wer nicht gut zu Fuß ist, wird nicht ausgeschlossen. Ein Shuttle bringt Besucher vom Parkplatz bis hinunter zum Causeway. Eine einfache Lösung, die zeigt, dass Naturerlebnis nicht elitär sein muss.
Menschenmenge und Meeresrauschen
Der Giant’s Causeway ist mehr als ein geologisches Wunder. Er ist ein Ort der Geschichten, der Gegensätze und der leisen Erkenntnis, dass man manchmal nur ein paar Schritte nach oben gehen muss, um dem Trubel zu entkommen. Besonders im Oktober, wenn das Licht weich ist und die Luft klar, entfaltet dieser Teil Nordirlands seinen ganz eigenen Zauber – irgendwo zwischen Mythos, Meereswind und einem stillen Moment nur für mich.
Diese Fakten helfen, den Giants Causeway nicht nur als Naturwunder zu sehen, sondern auch als einen Ort voller Geschichte, Legenden und atemberaubender Schönheit.

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