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Thailand Auszeit (Sabbatical)

Chiang Rai Tempel & Arthouse Tour

Thailand Auszeit (Sabbatical) – Chiang Rai
Einzigartige Tempel und Kunst

Von Chiang Mai aus führt der Weg weiter nach Chiang Rai, ins sagenumwobene Goldene Dreieck. Hier treffen Thailand, Myanmar und Laos aufeinander – geografisch, kulturell und manchmal auch gefühlt im Kopf. Chiang Rai überrascht mit Tempeln, die mehr Kunstwerk als Andachtsraum sind, mit stillen Momenten zwischen Weiß, Blau und einem leichten Staunen. Es ist ein Ort, der nicht laut wirbt, sondern leise hängen bleibt. Der nördlichste Punkt dieser Reise – und einer, der zeigt: Grenzen sind hier vor allem Inspiration.

Reiseblog24 | Chiang Rai Tempel & Arthouse Tour

Stadt im legendären Goldenen Dreieck

Wer bis hierher noch nicht tempelmüde ist, wird reich belohnt.

Noch ein Stück weiter nördlich von Chiang Mai wartet Chiang Rai – und ganz ehrlich: Wer bis hierher noch nicht tempelmüde ist, wird reich belohnt. Und wer es doch ist, merkt schnell, dass Chiang Rai mehr kann als Gold, Glitzer und spirituelle Dauerbeschallung.

Die Stadt liegt im legendären Goldenen Dreieck, dort, wo Thailand, Myanmar und Laos aneinanderstoßen. Rund 730 Kilometer trennen Chiang Rai von Bangkok – eine Distanz, die sich anfühlt wie ein kleiner Kultursprung in eine ruhigere, eigenwilligere Welt. Hier sind Tempel keine bloßen Fotokulissen, sondern Kunstwerke mit Haltung. Schrill, weiß, verspielt, manchmal fast schon provokant – genau diese Mischung macht den Reiz aus. Man steht davor, schüttelt kurz den Kopf und denkt dann: Ja, genau deshalb bin ich hier.

Zwischen Kunsttempeln, Galerien und ungewöhnlichen Art Houses verliert man leicht das Zeitgefühl. Chiang Rai zwingt niemanden zur Erleuchtung, es bietet sie nur an – ganz entspannt. Und wenn der Kopf irgendwann satt ist von Symbolik und spiritueller Tiefgründigkeit, wartet die nächste Ebene des Abenteuers.

Denn Chiang Rai ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Streifzüge in den Regenwald des Nordens. Kleine Dörfer, sattes Grün, kurvige Straßen und dieses Gefühl, dass hinter der nächsten Biegung noch etwas Ungeplantes lauert. Genau dafür liebe ich diesen Ort. Er ist nicht aufdringlich, sondern spricht leise. Und wer zuhört, bekommt mehr als schöne Bilder: Ruhe, Weite und das leise Gefühl, dem ursprünglichen Thailand ein Stück näher zu sein.

Chiang Rai ist kein Ort, der zur Hast einlädt. Mit einem Lächeln, etwas Staub an den Schuhen und dem festen Vorsatz, irgendwann wiederzukommen, ist es ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Weiterziehen.

Thema: Thailand Auszeit (Sabbatical)
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 22. Januar 2026
22813 Aufrufe

Thailand Auszeit (Sabbatical)
Chiang Rai – einzigartige Tempel und Kunst

Von Chiang Mai aus geht es weiter nach Chiang Rai, in den hohen Norden Thailands. Die Stadt liegt im sogenannten Goldenen Dreieck, jener Region, in der Thailand, Myanmar und Laos geografisch zusammentreffen. Weiter nach Norden geht es auf dieser Route nicht – schade, denn die Neugier auf die Nachbarländer reist gedanklich immer mit.

Chiang Rai liegt rund 730 Kilometer von Bangkok entfernt, auf etwa 580 Metern Höhe, am rechten Ufer des Mae Nam Kok, einem Zufluss des Mekong. Gleichzeitig ist sie die nördlichste Provinzhauptstadt Thailands. Das merkt man sofort: weniger Tempo, weniger Großstadtgehabe, dafür mehr Raum für Eigenheiten. Die Stadt wirkt nicht geschniegelt, sondern angenehm kantig.

Inhaltlich hat Chiang Rai einiges zu bieten. Tempel und Art Houses prägen das Stadtbild, oft im typischen nordthailändischen Stil, manchmal überraschend modern interpretiert. Unübersehbares Highlight ist der Wat Rong Khun – besser bekannt als der Weiße Tempel. Ein Ort, der bewusst polarisiert: schneeweiß, detailverliebt, irgendwo zwischen spirituell, Kunstinstallation und architektonischem Kommentar zur Gegenwart. Man muss ihn nicht lieben, aber ignorieren kann man ihn definitiv nicht.

Abseits der Tempel ist Chiang Rai ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die umliegende Berg- und Regenwaldlandschaft. Trekkingrouten führen zu kleinen Dörfern der sogenannten Bergvölker und in Regionen, die lange Zeit für Opiumanbau bekannt waren. Dieser wurde im 20. Jahrhundert auf Initiative der Königsfamilie durch Kaffee-, Tee- und Obstplantagen ersetzt. Heute lassen sich diese Produkte ganz legal direkt vor Ort probieren und kaufen – ein Strukturwandel, den man schmecken kann.

Wer Chiang Rai im Rahmen eines Tagesausflugs von Chiang Mai besucht, startet meist gegen 8:00 Uhr morgens und ist gegen 19:00 Uhr zurück. Für den Weißen Tempel sind etwa anderthalb Stunden eingeplant. Das reicht völlig aus, um alles in Ruhe anzusehen – und danach mit dem Kopf voller Eindrücke, aber ohne Reizüberflutung weiterzuziehen.

Wat Rong Khun (Weißer Tempel)

Chiang Rai hat viele Gesichter, aber eines davon ist blendend weiß – im wahrsten Sinne. Der Wat Rong Khun, besser bekannt als „Weißer Tempel“, ist das wohl auffälligste Statement dieser Region. Seit 1997 baut der exzentrische Künstler Chalermchai Kositpipat an seinem Lebenswerk, das bewusst unvollendet bleibt. Und genau das spürt man: Dieser Ort ist kein Denkmal, sondern ein Prozess.

Wer klassische thailändische Tempel erwartet – viel Gold, viel Ornament, viel Ehrfurcht – wird hier freundlich aus dem Konzept geschubst. Stattdessen wartet eine Bildsprache, die Buddhismus, Weltgeschichte und Popkultur in einen Topf wirft und kräftig umrührt. Im Ubosot tauchen plötzlich Figuren auf, die man eher im Kino als in einem Tempel vermuten würde. Neo, Terminator, Freddy Kruger – alle da. Die buddhistische Botschaft dahinter ist subtil, vielleicht sogar ein wenig sperrig. Nicht alles erschließt sich sofort. Und das ist okay so.

Der Moment auf der „Brücke der Wiedergeburten“ hat mich überraschend tief getroffen. Vielleicht, weil er sich nicht wegdiskutieren lässt. Man betritt diese Brücke nicht einfach – man wird hineingezogen. Unter einem dieser Höllengraben: verzweifelte Hände, die sich nach Halt strecken, nach Erlösung, nach irgendetwas, das sie aus diesem Zustand herauszieht. Das ist kein hübsches Tempelmotiv, das ist unbequem. Und genau deshalb wirkt es. Während ich Schritt für Schritt weitergehe, entsteht dieses leise Ziehen im Bauch. Nicht dramatisch, nicht pathetisch – eher still. Fast privat. Diese Hände unten könnten alles sein: falsche Entscheidungen, verpasste Chancen, alte Fehler, Dinge, die man gern hinter sich lässt und die trotzdem immer wieder nach einem greifen. Die Brücke zwingt dazu, weiterzugehen. Nicht stehen bleiben, nicht umdrehen, nicht helfen können. Einfach gehen. Das fühlt sich erstaunlich ehrlich an. Und dann, fast unscheinbar, öffnet sich das „Tor des Himmels“. Kein großes Donnern, kein spiritueller Paukenschlag. Eher ein stiller Übergang. Als würde jemand sagen: Du hast es gesehen, mehr musst du nicht tun. Dass irgendwo daneben ein goldenes Gebäude glänzt, wirkt fast wie ein ironischer Kommentar – als Erinnerung daran, dass Erleuchtung nicht zwangsläufig funkeln muss.

Spätestens hier wird klar: Das ist kein Ort für schnelles Abhaken oder das obligatorische Erinnerungsfoto. Jede Ecke scheint eine Meinung zu haben, jede Biegung eine Haltung. Manche Details entdeckt man sofort, andere erst beim zweiten oder dritten Blick. Kleine Symbole, feine Spitzen, Gedanken, die nicht laut werden wollen. Wer sich Zeit nimmt, wird belohnt – nicht mit Antworten, sondern mit Fragen. Und manchmal ist genau das der Teil einer Reise, der am längsten hängen bleibt.

Der Eintritt ist mit 50 Baht fast schon symbolisch. Dafür bekommt man Stunden voller Eindrücke – und ein Tempelerlebnis ganz ohne Goldglanz und Weihrauchkitsch. Draußen hat sich eine einfache, ehrliche Gastronomie angesiedelt: gutes Essen, kleine Preise, keine großen Worte. Passt erstaunlich gut.

Fotografisch ist der Wat Rong Khun ein Selbstläufer. Details ohne Ende, Motive an jeder Ecke. Der Weißabgleich wird allerdings zum Geduldsspiel, denn Weiß ist hier nicht gleich Weiß. Wer genau hinschaut – und wartet – bekommt auch Bilder ohne Menschen hin. Komplett ohne Touristen? Tagsüber eher Wunschdenken. Frühmorgens stehen die Chancen besser. Im Hauptgebäude selbst gilt Fotografierverbot. Deshalb fehlen hier Bilder von Michael Jackson oder Meister Yoda. Vielleicht ist das auch besser so. Manche Eindrücke dürfen einfach im Kopf bleiben.

Wat Rong Suea Ten (blauer Tempel)

Der Wat Rong Suea Ten, besser bekannt als der Blaue Tempel, gehört eindeutig zur Kategorie – lass mich mal machen. Schon der erste Blick fühlt sich an, als hätte jemand Farbe nicht dosiert, sondern zelebriert. Blau in allen denkbaren Schattierungen, dazu Gold, Weiß – und dieses leicht ehrfürchtige Gefühl, das einen ganz automatisch einen Gang zurückschalten lässt.

Der Eingangsbereich mit seinen wuchtigen Figuren macht direkt klar: Hier geht es nicht um Zurückhaltung. Der Buddhismus zeigt sich selbstbewusst, stolz und gleichzeitig erstaunlich modern. Denn dieser Tempel ist kein historisches Relikt, sondern ein junges Bauwerk – ein Beweis dafür, dass Spiritualität in Chiang Rai nicht im Museum steht, sondern weiterlebt. Im Zentrum der Anlage liegt der Ubosot, das heiligste Gebäude eines Wat. Er muss Platz für mindestens 21 Mönche bieten – und für unzählige Eindrücke. Beim Betreten der Haupthalle trifft einen die Wirkung fast körperlich. Der große weiße Buddha scheint im Zusammenspiel mit Gold und Blau zu schweben, während Licht und Farben an Wänden und Decke Geschichten erzählen. Nicht laut, nicht belehrend, sondern wie ein visuelles Flüstern. Ähnlich wie in europäischen Kirchen wird hier Glauben in Bildern erzählt – nur eben mit deutlich mehr Pigment. Draußen geht es weiter: ein stehender Buddha, ein Chedi, viel Raum zum Schlendern und Staunen. Trotz aller Pracht wirkt die Anlage nicht überladen, sondern überraschend stimmig. Vielleicht gerade deshalb bleibt man länger als geplant. Ein paar Schritte weiter warten kleine Stände mit Snacks, Souvenirs und der Möglichkeit, das Gesehene erstmal sacken zu lassen.

Der Blaue Tempel ist keine Pflichtnummer, sondern eine echte Abwechslung im thailändischen Tempel-Allerlei aus Gold und Glanz. Wer in Chiang Rai unterwegs ist und glaubt, schon alles gesehen zu haben, wird hier freundlich – aber bestimmt – eines Besseren belehrt.

Das schwarze Haus

Alles, so wird es oft gesagt, hat zwei Seiten. Was so viel bedeutet wie: Eine Sache sollte nicht nur unter einem einzigen Gesichtspunkt betrachtet werden. Wie nah Gegensätze beieinander liegen, kann man wunderbar in Chiang Rai beobachten. Wenn Du den "Weißen Tempel" gesehen hast, solltest Du auch das Gegenstück, nämlich das "Schwarze Haus" besuchen. 

Anmerkung: Hier sollte man auch nicht vorschnell den Begriff Yin und Yang als Erklärung heranziehen, diese Visualisierung ist nicht richtig. In der chinesischen Philosophie - zumindest vereinfacht ausgedrückt - wird Yin und Yang gleichgesetzt, mit dem Weiblichen und dem Männlichen.

Thawan Duchanee hat in diesem Gebäude seine Interpretation des Lebenszyklus der Nachwelt hinterlassen. 

Geboren: 27. September 1939, Chiang Rai
Verstorben: 3. September 2014, Bangkok

Er war als Surrealist berühmt - auch bei uns in Europa. Sein Markenzeichen war der lange, weiße Bart. Tahwan Duchanee modernisierte mit seinen Themen die traditionelle thailändische Kunst und wurde - trotz einiger Kontroversen - in Thailand zum "Künstler des Jahres 2001" gekürt. Der SPIEGEL schrieb über ihn. "Oft spielte er mit Buddha-Motiven oder nahm Anleihen in der Welt der Tiere und Dämonen...". Thawan war ein ehemaliger Schüler vom Erbauer des Weißen Tempels und hat das Mittel Gegensätzlichkeit der Dinge hervorragend umgesetzt. Vieles was man im schwarzen Haus sieht ist verstörend, aber genau das ist ja die Quintessenz des Surrealismus, der hier ein neues Fundament in der buddhistischen Gesellschaft gefunden hat. Interessant ist, dass die Thailänder diese "Blasphemie" nicht als Angriff auf ihre buddhistische Religion sehen, sondern als Denkanstoß, wie mit den alltäglichen Ritualen anders umgegangen werden kann. Das erkennt man auch daran, dass nicht nur Touristen das schwarze Haus besuchen, sondern auch viele Thailänder und Thailänderinnen staunend vor den Exponaten im schwarzen Haus stehen.

Mysteriös geht es hier zu, wenn man zwischen den Zeitzeugen schlendert, die allesamt in tiefschwarzem Holz errichtet wurden. Im Garten steht ein großes schwarzes Gebilde, einem U-Boot nachempfunden, und überall finden sich tierische Artefakte, Bärenfelle, Häute aller Art, Totenköpfe von Büffeln und ausgestopfte Reptilien! Auch ein riesiges Elefantenskelett ist ausgestellt sowie Möbel, die aus Tierknochen produziert wurden. Tierfreunde seien also vorgewarnt! Doch wer hierherkommt, muss wissen, dass diese aus der Reihe fallende Ausstellung ein Teil eines Gesamtkunstwerks ist, das die "Vergänglichkeit des diesseitigen Lebens" auf ziemlich atypisch Weise symbolisch darstellen soll.

Im Eingangsbereich durch die große Halle ziehen sich Kunstausstellungen, die über einen QR-Code lebendig werden und den Besuchern ermöglicht, die Gedankengänge von Tahwan Duchanee nachzuvollziehen. Ich habe versucht, die wichtigsten Werke einmal zu fotografieren, schau es Dir einfach an und urteile selbst.

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Thailand, das ideale Reiseziel

Hier sind 10 gute Gründe, warum eine Reise nach Thailand fast immer eine richtige Entscheidung ist – und warum es sich lohnt, sich wirklich auf dieses Land einzulassen:

Thailand empfängt dich mit echter Herzlichkeit

Freundlichkeit ist hier kein Marketingbegriff. Lächeln, Hilfsbereitschaft und ehrliches Interesse an Menschen gehören zum Alltag.

Das Land funktioniert – auch wenn nicht alles perfekt ist

Transport, Essen, Unterkünfte: Selbst abseits der Touristenrouten kommt man erstaunlich unkompliziert zurecht.

Du bestimmst dein Tempo selbst

Thailand lässt dir die Wahl: Abenteuer oder Hängematte, Großstadt oder Dorf, Action oder Stille. Alles geht, nichts muss.

Essen ist hier kein Nebenschauplatz

Straßenküche, Märkte, kleine Garküchen – Essen ist Kultur, Begegnung und Lebensfreude in einem.

Natur in allen Varianten

Traumstrände, Dschungel, Berge, Nationalparks, Inseln – kaum ein Land bietet so viel Abwechslung auf vergleichsweise kurzer Distanz.

Thailand erdet

Der Blick auf das Wesentliche kommt hier fast automatisch. Weniger Besitz, mehr Leben. Weniger Tempo, mehr Moment.

Alleine reisen fühlt sich hier richtig an

Thailand ist eines der besten Länder, um allein unterwegs zu sein – sicher, offen, verbindend.

Du lernst Gelassenheit

Dinge dauern manchmal länger. Und genau darin liegt eine Lektion, die man mit nach Hause nimmt.

Begegnungen bleiben hängen

Gespräche mit Einheimischen, Mitreisenden, Zufallsbekanntschaften – vieles ist flüchtig, manches überraschend tief.

Thailand verändert Perspektiven

Wer sich wirklich einlässt, reist nicht nur durch ein Land, sondern auch ein Stück durch sich selbst.


Kurz gesagt: Thailand ist kein Ziel, das man „abhakt“.

Es ist ein Land, das etwas mit einem macht – leise, nachhaltig und oft genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Michael Lieder | Reiseblog24

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