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Thailand Auszeit (Sabbatical)

Tauchzeit auf den Similan Islands

Die Similan Islands und Surin Islands leben vom großen Ruf – doch ganz so makellos ist es nicht mehr. Auch hier hat die Realität zugeschlagen: In den oberen Metern wirkt vieles ausgebleicht, stellenweise fast ernüchternd. Erst ab etwa 25 bis 30 Metern Tauchtiefe beginnt das, was man erwartet hat – mehr Fisch, bessere Sicht, echtes Riffgefühl. Für Einsteiger oder Schnorchler bleibt oft nur das Postkartenmotiv über Wasser. Großes Tauchen ist möglich, ja – aber nicht mehr selbstverständlich. Wer kommt, sollte wissen: Tiefe lohnt sich, Oberfläche eher nicht.

Reiseblog24 | Tauchzeit auf den Similan Islands

Abtauchen im Indischen Ozean

Ein Ausflug zu den Similan Islands mit dem Tauchboot

Wenn man ein Meer wie den Indischen Ozean direkt vor der Nase hat, will man natürlich wissen, wie es unter der Wasseroberfläche aussieht. Was liegt also näher, als von Khao Lak aus einen Ausflug zu den Similan Islands zu machen.

Irgendwie hatte ich Glück – auch wenn mir das zunächst gar nicht bewusst war. Ende April ist hier nämlich Schluss mit Tauchen und Schnorcheln. Die Unterwasser-Nationalparks, zu denen auch die Similan Islands gehören, werden für mehrere Monate komplett geschlossen, damit sich Korallen, Fischbestände und das gesamte fragile Ökosystem regenerieren können. Ein Konzept, das absolut Sinn ergibt – für mich bedeutete es allerdings: Es war gar nicht so einfach, überhaupt noch eine Tauchbasis zu finden, die zu diesem Zeitpunkt einen Ausflug angeboten hat.

Nach etwas Suchen war es dann aber so weit. Gebucht, früh aufgestanden, ab aufs Boot. Ein Tagesausflug hinaus aufs offene Meer, weg von der Küste, weg vom Alltag, hinein in dieses tiefe Blau, das man sonst nur von Bildern kennt. Schon die Fahrt allein hat etwas Beruhigendes. Der Horizont wird weiter, das Land verschwindet langsam, und plötzlich ist da nur noch Wasser.

In diesem Blogartikel zeige ich dir, was dich bei einem Ausflug zu den Similan Islands erwartet. Und – das ist mir fast genauso wichtig – auch, was du nicht erwarten solltest. Kein Marketing, kein Hochglanzversprechen, kein „alles ist perfekt“. Sondern eine ehrliche Momentaufnahme kurz vor der saisonalen Pause. Mit all den Eindrücken, Farben, Begegnungen und auch den Grenzen, die man kennen sollte.

Die Similan Islands sind kein Selbstläufer. Sie sind besonders, sensibel und nicht für jeden gleich spektakulär. Aber genau das macht sie interessant. Und manchmal ist es gerade das Wissen, dass etwas bald wieder verschwindet – zumindest für eine Weile –, das einen Moment noch intensiver macht.

Thema: Thailand Auszeit (Sabbatical)
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 19. Januar 2026
18208 Aufrufe
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Thailand Auszeit (Sabbatical)
Von Khao Lak zu den Similan Islands

Erwartungen, Realität und ein bisschen Seegang

Wenn man schon einmal in Thailand ist und einen Tauchschein besitzt, möchte man natürlich auch ein paar Stunden unter Wasser verbringen. Genau so hatte ich mir das in Khao Lak vorgestellt. Also Webseiten der Tauchbasen durchforstet, Anfragen verschickt, optimistisch geblieben. Die Realität war ernüchternd: Viele Tauchbasen hatten bereits geschlossen oder stellten ihren Betrieb Ende April wegen der anstehenden Monsunzeit ein. Saisonpause. Regeneration. Vernünftig – aber für mich erst mal ungünstig.

Mit etwas Glück habe ich dann doch noch einen Platz bei Sea Bees ergattert. Ziel: die Similan Islands. Auf der Website vollmundig angekündigt als einer der „Top 10 Tauchplätze der Erde“. Nun gut. Solche Aussagen sollte man immer mit einer gesunden Portion Skepsis genießen – aber neugierig war ich trotzdem.

Nach der Abholung am Hotel ging es recht zügig Richtung Boot. Ein Katamaran, der uns laut Plan in etwa zwei Stunden zu den Inseln bringen sollte. Soweit die Theorie. In der Praxis entwickelte sich die Fahrt etwas… entschleunigter. Einer der beiden Motoren hatte offenbar andere Pläne und musste unterwegs mehrfach von der Crew repariert werden. Improvisation auf offener See. Gehört wohl dazu. Am Ende kamen wir mit einiger Verspätung am Tauchgebiet an – aber immerhin angekommen. Der Einfachheit halber sind die Similan Islands durchnummeriert, unser Ziel waren die Inseln fünf und sieben. Laut Beschreibung auf der Website erwartete uns dort ein entspannter Tag: geeignet für Familien und nichttauchende Partner, Strandgänge möglich, für Taucher ruhige Rifftauchgänge und Felsformationen. Klingt nach einem sehr harmonischen, fast schon pädagogisch wertvollen Ausflug.

Was davon tatsächlich zutrifft, was eher Marketing ist und wo Erwartung und Wirklichkeit auseinanderdriften – genau darum wird es im nächsten Abschnitt gehen. Denn zwischen „Top-10-Tauchplatz“ und „entspannter Rifftauchgang“ liegt manchmal mehr als nur ein paar Meter Wasser.

Nummer 5 & 7 – Ernüchterung unter Wasser

Nummer 5 und 7 – ein wirklich wenig romantischer Name für zwei kleine Inseln der Similan Islands. Und leider muss ich ganz ehrlich sagen: Genauso unromantisch war auch der gesamte Tauchausflug. Beide Tauchgänge fasse ich hier bewusst zusammen, denn sie unterschieden sich kaum – weder im Ablauf noch im Eindruck.

Nachdem die Schnorchler ins Wasser gelassen wurden, fuhr der Katamaran noch ein Stück weiter und setzte die Taucher an einem Felsen ab. Die Organisation an Bord war tadellos. Ausrüstung vollständig, passend, alles so, wie man es sich wünscht. Daran lag es nicht. Auch der erste Eindruck im Wasser ist zunächst beeindruckend: rund 30 Grad Wassertemperatur – und das bis in etwa 30 Meter Tiefe. Mehr als ein Shorty wäre hier schlicht übertrieben.

Der erste Tauchgang startete an Insel Nummer fünf. Wir wurden im Freiwasser abgesetzt und tauchten langsam auf etwa 15 Meter ab. Als der Meeresboden in Sicht kam, stellte sich bei mir schlagartig ein ungutes Gefühl ein. Es sah aus, als wäre eine Herde Elefanten über das Riff marschiert. Fast alle Korallen waren zerstört, zerbrochen oder abgestorben. Eine Trümmerlandschaft.

Nach dem Tsunami von 2004 hat eine massive Korallenbleiche offenbar den Rest erledigt. Aus einem einstigen Traumrevier ist eine fast albtraumhafte Mondlandschaft geworden. Kaum Fisch, kaum Leben, dafür überall tote Strukturen. Und genau hier beginnt mein Problem. Denn dieses Bild hat nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, was auf den Webseiten vieler Tauchbasen weiterhin als „heile Unterwasserwelt“ beworben wird.

Auch im weiteren Abstieg, bis hinunter auf knapp 30 Meter, bleibt das Bild gleich. Trostlos. Still. Erst ab etwa 25 Metern zeigen sich vereinzelt neue Korallenansätze – ein zarter Hinweis darauf, dass sich die Natur irgendwann erholen könnte. Aber das wird dauern. Sehr lange. Realistisch betrachtet reden wir hier von 30 bis 40 Jahren.

Ich habe bei den Similan Islands nur die Tauchplätze rund um die Inseln fünf und sieben gesehen. Ob andere Spots besser aussehen, kann ich nicht beurteilen. Aber hier, an genau diesen Stellen, macht Tauchen keinen Spaß. Nicht, weil Tauchen an sich enttäuscht, sondern weil das Gesehene traurig macht.

Der zweite Tauchgang war nahezu identisch. Gleiche Zerstörung, gleiche Leere, gleiche Ernüchterung.

Und ja, ich bin auch ein Stück weit wütend. Nicht auf die Natur – sondern auf die Anbieter, die diese Tauchplätze weiterhin als „Top-10-Tauchreviere weltweit“ vermarkten. Ehrlichkeit sieht anders aus. Wer hier taucht, sollte wissen, was ihn erwartet. Alles andere ist Schönfärberei auf Kosten der Realität.

Zurück ohne wirkliches Highlight!

Mein Fazit fällt diesmal wirklich ernüchternd aus, das, was einem als Taucher versprochen wird, kann die Natur für die nächsten 20 bis 30 Jahre nicht liefern. Der gesamte Tauchausflug war zwar gut organisiert, aber es hat doch einige Mankos gegeben, die ich nicht verschweigen möchte.

  • Du wäre zum ersten das 50 Taucherinnen und Taucher an Bord für einen solchen Spot einfach zu viel sind.
  • 2 Stunden (bei uns über 3 Stunden) Anfahrt für zwei Tauchgänge und dann das Gleiche wieder zurück, hier muss genau überlegt werden, ob man das möchte.
  • Die Ausrüstung, die gemietet wurde, war okay, aber nicht einwandfrei und wie ich finde, für den Preis zu teuer.
  • Das Tauchrevier, an dem wir waren, sollte aus dem Programm genommen werden und mindestens für die nächsten 30 Jahre sich selbst überlassen werden, damit es sich regenerieren kann.
  • Die Tauchgänge waren exakt nach 40 Minuten beendet, hier sieht es so aus als ob nicht auf die Gruppendynamik Rücksicht genommen wird. Sondern eine schnelle Taktung wichtiger ist.
  • Dieser Tauchtag, hat mich alles in allem 191 € gekostet (7000 thailändische Bad), das, was einem geboten wird, steht in keinem Verhältnis, zu dem, was man dafür bezahlen muss.
  • Ich habe mich an Bord ein wenig umgehört und genau diesen Eindruck hatte ich nicht allein, jeder der hier ein Tauchpaket mit drei oder fünf Tauchtagen gebucht hat, war mehr oder minder genauso enttäuscht wie ich.

Für mich habe ich entschieden, dass ich hier auf den Similan Islands aktuell nicht mehr tauchen gehen werde und bin froh, dass ich nicht ein mehr Tagespaket gebucht habe.

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Fakten – auch kritisch – zum Tauchen in Thailand

Thailand klingt nach easy: warmes Wasser, bunte Fische, entspanntes Inseltempo. Und ja – das stimmt oft. Aber unter der Postkartenoberfläche gibt’s ein paar Realitäten, die man kennen sollte, bevor man mit Dauergrinsen vom Boot rollt: Saison, Strömung, Sicherheitsstandards, Umweltstress und die Frage, ob „billig“ am Ende nicht doch teuer wird.

Saison & Monsoon entscheiden über Sicht und Sicherheit.

Thailand ist nicht „ein Tauchgebiet“, sondern grob zwei Welten: Andamanensee (Westküste) und Golf von Thailand (Ostküste). Während an der Westküste in der Monsunzeit häufiger Wellengang, Regen und abgesagte Touren vorkommen, kann der Golf gleichzeitig gute Bedingungen haben – oder umgekehrt.
Praktisch heißt das: Wer nur „Thailand im Oktober“ googelt, tappt schnell in die falsche Ecke. Und schlechte Sicht ist nicht nur „weniger hübsch“, sondern kann auch Orientierung und Buddy-Kontakt erschweren.

Strömungen sind der Spielverderber für „wird schon passen“-Mentalität

Viele Spots sind anfängerfreundlich – bis sie es plötzlich nicht mehr sind. Tidenwechsel, Kanäle zwischen Inseln, Unterwasser-Passagen: Strömung kann dir aus „entspanntem Drift“ sehr schnell „Workout mit Panikpotenzial“ machen.
Wichtig: Ein seriöser Guide macht Strömungscheck, erklärt Ein-/Ausstieg, Signalgebung und Abbruchkriterien. Wenn nur gesagt wird „follow me“, ist das zu wenig.

Bootssicherheit schwankt stark (kritisch – aber entscheidend)

Hier trennt sich der Urlaub von der Professionalität. Manche Boote sind top: Sauerstoff griffbereit, Crew geschult, klare Notfallabläufe. Andere wirken… sagen wir… „optimistisch“.
Check vor dem Buchen: Gibt’s O2 an Bord? Wie viel? Ist das Erste-Hilfe-Set vollständig? Gibt es Funk/Telefon und einen Notfallplan? Wird ein Safety-Briefing gemacht?
Das ist kein Misstrauen – das ist Erwachsensein mit Flossen.

Tauchbasen-Qualität: von Premium bis „Massenabfertigung“

Thailand hat großartige Tauchschulen – und welche, die vor allem auf Durchsatz laufen. Warnzeichen sind: sehr große Gruppen, hektische Briefings, wenig Zeit fürs Ausrüstungs-Checken, Druck, „schnell schnell“ beim Einstieg, oder wenn auf Fragen genervt reagiert wird.
Faustregel: Je besser die Basis, desto entspannter der Ablauf. Stress ist im Wasser ein schlechter Reisebegleiter.

Umweltstress ist nicht Theorie – manche Riffe sind sichtbar müde

Hohe Besucherzahlen hinterlassen Spuren: Flossenschläge auf Korallen, „mal kurz festhalten“, Ankerplätze ohne Bojen, Müll, Ölfilm im Hafenbereich, und leider auch: „Fischfütterung für das Foto“.
Was du aktiv tun kannst: Basen wählen, die Bojen nutzen, „no touch“ ernst nehmen, Tarierung üben (wirklich!), keinen Müll „nur liegen lassen“ und beim Briefing auf Schutzregeln achten. Das Riff ist kein Outdoor-Teppich, der sich selbst ausklopft.

Korallenbleiche & warmes Wasser: schön warm, ökologisch kritisch

Wassertemperaturen über lange Zeit können Korallen stressen – bis zur Bleiche. Das verändert Unterwasserlandschaften: weniger Farbexplosion, mehr „war mal lebendig“.
Wichtig fürs Mindset: Du tauchst nicht nur in einem Aquarium, sondern in einem System, das gerade weltweit kämpft. Umso wichtiger sind gute Anbieter und respektvolles Verhalten.

Quallen, Feuerkorallen, Seeigel & Co.: kleine Treffer, großer Urlaubsschmerz

Thailand ist nicht gefährlich im Sinne von „Haie überall“, aber es gibt genug Kleinkram, der dir Tage versauen kann: Feuerkorallen brennen, Seeigelstacheln sind nervig, Quallen können unangenehm sein – vor allem bei Strömung und Wellengang, wenn man unbewusst irgendwo entlangschrammt.
Praktisch: Lycra/Shorty hilft, gutes Tarieren verhindert „Riffkontakt“, und ein sauberer Abstand spart Drama.

„Günstigster Kurs“ ist oft die teuerste Entscheidung

Ja, Thailand ist ein Paradies für Ausbildungen – aber der Preis sagt nichts über Qualität. Billig kann heißen: große Gruppen, wenig individuelle Korrektur, wenig Theorie, kurzer Skill-Block, schnell durch.
Besser so: Basis suchen, die Zeit einplant, Skills sauber übt (Tarierung, Notfallabläufe, Buddy-Checks) und nicht so tut, als wäre Zertifizierung ein Souvenir.

Versicherung, Deko-Management & „No-Fly“: wird gern unterschätzt

Dekompressionsunfälle sind selten, aber wenn’s passiert, wird’s teuer und organisatorisch komplex. Nicht jede Reisekrankenversicherung deckt Tauchen automatisch ab.

Must-have: Tauchversicherung oder explizite Deckung, konservatives Profil (gerade bei vielen Tauchgängen in kurzer Zeit), und No-Fly-Regeln ernst nehmen. „Morgen früh fliegen und heute noch zwei Tauchgänge“ ist die Art von Mut, die man nicht braucht.

Nationalparks, Gebühren, Regeln & Schließzeiten: Planung spart Ärger

Viele Traumspots liegen in Schutzgebieten. Da gibt’s Gebühren, manchmal Besucherlimits und saisonale Schließungen. Dazu kommen lokale Regeln (z. B. nur bestimmte Bereiche betauchen, Ankerverbote, spezielle Check-in-Prozesse).
Konsequenz: Wer spontan „morgen mal Similan“ ruft, kann Glück haben – oder eben nicht. Gute Basen klären das sauber vorab und kommunizieren transparent.


Thailand kann fantastisch sein: warm, vielfältig, oft erstaunlich komfortabel organisiert. Aber es ist kein „immer easy“-Tauchland. Wer Saison und Region schlau wählt, bei Sicherheit nicht schüchtern ist, eine gute Basis nimmt und das Riff respektiert, bekommt genau das, wofür man taucht: Diese stille, schwebende Parallelwelt, in der alles kurz langsamer wird – außer vielleicht die Strömung, wenn man sie ignoriert.

Michael Lieder | Reiseblog24

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