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Thailand Auszeit (Sabbatical)

Wenn der Monsun zuschlägt

Während zu Hause der April noch zwischen Winterrest und Frühling schwankt, richtet sich der Süden Thailands bereits auf den Monsun ein. Regenzeit klingt hier weniger dramatisch, als sie ist – eher wie ein wiederkehrender Programmpunkt. Gespräche drehen sich um Wolken, Wind und Timing. Eine Auswanderin brachte es trocken auf den Punkt: Dieses Jahr ist der Monsun zu früh dran. Eigentlich sollte der April noch trocken sein. Stattdessen prasselt der Regen bereits los, als hätte jemand den Kalender ignoriert. Thailand bleibt gelassen – nass, warm und erstaunlich entspannt.

Reiseblog24 | Wenn der Monsun zuschlägt

Ein kleiner Hunger, ein großer Moment

– unterwegs im Hinterland von Khao Lak

Ich war in Khao Lak unterwegs, habe mir die Gegend ein wenig angesehen und bin eher zufällig bei einem kleinen Restaurant gelandet, das irgendwo mitten im Wald liegen sollte. Hunger hatte ich – und wie so oft auf Reisen war das Grund genug, diesen Gedanken ohne großes Zögern in die Tat umzusetzen. Das Auto habe ich auf einem kleinen Parkplatz abgestellt, ein gutes Stück vom Restaurant entfernt, und bin die letzten paar hundert Meter zu Fuß gegangen. Die Umgebung war ruhig, fast schon entrückt. Einer dieser Tage, an denen der Himmel am Morgen trüb ist, die Hitze aber trotzdem flimmert. Schwer, feucht, allgegenwärtig. Nichts deutete darauf hin, dass sich das Wetter in absehbarer Zeit ändern würde. Kein Wind, kein Grollen, nur dieses gleichmäßige tropische Schweigen.

Als ich das Restaurant erreichte, war ich kurz irritiert. Drinnen saßen eine Familie – Mutter, Vater, 2 Kinder – und drei Einheimische. Mehr nicht. Keine Musik, kein Trubel, kein Durchgangsverkehr. Eher ein Ort, an dem man nicht zufällig vorbeikommt. Und genau deshalb war die Verwunderung auf beiden Seiten spürbar. Ich war überrascht, hier überhaupt jemanden anzutreffen. Und sie waren es offenbar ebenso, dass sich ein Fremder in diesen abgelegenen Winkel verirrt hatte.

Blicke trafen sich, vorsichtig, neugierig, nicht unfreundlich. Dieses kurze gegenseitige Abtasten, das keiner Worte braucht. Ich setze mich, sie beobachten, alles ohne Eile. Kein Gefühl von Störung, eher von gemeinsamem Innehalten. Als hätte man sich für einen Moment auf neutralem Boden getroffen – zwischen Wald, Hitze und Alltag. Genau solche Situationen sind es, die mir zeigen, ich bin unterwegs. Nicht wegen Sehenswürdigkeiten, nicht wegen Listen oder Empfehlungen. Sondern wegen dieser kleinen, ungeplanten Momente, in denen man merkt: Man ist weit weg – und gleichzeitig erstaunlich nah dran.

Thema: Thailand Auszeit (Sabbatical)
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 19. Januar 2026
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Thailand Auszeit (Sabbatical)
Wenn der Regen kommt

Ein Vorgeschmack auf den Monsun, der von nun an eine neue Jahreszeit ankündigt

Die Regenzeit steht spürbar in den Startlöchern. Man merkt es. Noch sitzt man ruhig am Tisch, hat die Umgebung in sich aufgenommen, eine erstaunlich umfangreiche Speisekarte in der Hand – und dann passiert es. Buchstäblich aus heiterem Himmel beginnt es zu regnen. Wenn man sich bei uns im Sommer über einen Regenschauer freut, dann ist es dieser Moment, in dem die Luft plötzlich diesen ganz eigenen Geruch annimmt. Frisch, kühl, fast reinigend. Eine Art Reset für die Sinne. Und jetzt stell dir genau das vor – nur hier, in Thailand. Monate brütender Hitze liegen hinter dem Land. Staub, Feuchtigkeit, stehende Luft. Und dann öffnet der Himmel seine Schleusen.

Der Duft, der sich in dem nach allen Seiten offenen Restaurant ausbreitet, ist kaum zu beschreiben. Erdiger, schwerer, intensiver als alles, was ich von zu Hause kenne. Und es ist kein sanfter Sommerregen. Keine romantischen Tropfen. Es sind dicke, schwere Regentropfen, die durch das dichte grüne Blätterdach schlagen und auf den staubigen Boden fallen. Dort schlagen sie kleine Krater, wirbeln Staub auf, der sich in Sekunden in dunkle Schlammlöcher verwandelt. Natur in Echtzeit. Ungefiltert. Man sitzt da, schaut hinaus und hört zu. Regen auf Blättern, auf Blech, auf Erde. Kein Grund zur Hektik. Eher zum Schweigen. Es fühlt sich an, als würde das Land einmal tief durchatmen.

Im Restaurant komme ich mit einer Frau ins Gespräch, die nach Thailand ausgewandert ist. Sie meint, der Monsun sei dieses Jahr viel zu früh dran. Eigentlich sollte der April noch der letzte trockene Sommermonat sein. Ihre Worte bleiben hängen. Vielleicht, weil sie so beiläufig gesagt sind. Vielleicht, weil sie zeigen, dass selbst hier nichts mehr ganz planbar ist.

Ich sitze da, draußen tobt der Regen, drinnen dampft die Luft. Und ich denke mir: Wenn das nur der Anfang ist, dann wird diese Reise noch einige sehr eindrückliche Kapitel bereithalten.

Einfaches Leben im Wald

Restaurant am Wasserfall

In diesem einfachen, kleinen Restaurant lebt eine Familie mitten im Wald. Eine große Wellblechhütte, nach drei Seiten offen. Vorne das Restaurant, hinten der private Bereich, dort wird gewohnt, gekocht, gelebt. Keine Trennung, kein Konzept – einfach Alltag. Genau so, wie man ihn nicht planen kann.

Auf einem Tisch lagen in der Mitte frische Früchte ausgebreitet: Melonen, Mango, Papaya, Bananen und alles, was die Gegend sonst noch hergibt. Während ich auf mein Essen wartete, durfte ich mir aussuchen, worauf ich Lust hatte. Wenige Minuten später stand ein großer Becher vor mir – irgendwo zwischen einem halben und einem ganzen Liter – randvoll mit frisch gepresstem Mangosaft. Kein Eis, kein Schnickschnack. Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen: So einen frischen, intensiven Mangosaft habe ich noch nie getrunken.

Da der Regen wohl noch eine Weile anhalten würde, habe ich mich entschieden, auch gleich hier zu Abend zu essen. Mitten im Wald, während draußen der Monsun sein eigenes Programm fährt. Es gab eine Fleisch-Garnelen-Gemüse-Mischung in Tamarinden-Sauce, dazu frischen Reis. Tamarinde – die Frucht des Tamarindenbaums – ist in der thailändischen Küche allgegenwärtig. Mild, leicht säuerlich, unglaublich aromatisch. Für alle, die in Thailand oder generell in Asien unterwegs sind und keine Lust auf scharf haben: Tamarinden-Gerichte sind eine echte Empfehlung.

Nach etwa einer Stunde ließ der Regen langsam nach. Also nicht wirklich. Er wurde einfach weniger. Genug jedenfalls, um sich wieder zu bewegen. Mit vielen gut gemeinten Ratschlägen der Restaurantbetreiber im Gepäck habe ich mir noch ein wenig die Umgebung angesehen und bin dann zurück zum Auto gegangen. Im Dunkeln durch den Regenwald zu laufen schien mir dann doch keine gute Idee.

Den Wasserfall, der sich ganz in der Nähe befinden soll, habe ich nicht gesehen. Dafür habe ich ihn gehört. Rauschen, Donnern, Echo im Wald. Und ganz ehrlich: Das, was ich erlebt habe, war vermutlich genauso schön. Vielleicht sogar schöner.

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Thailand, das ideale Reiseziel

Hier sind 10 gute Gründe, warum eine Reise nach Thailand fast immer eine richtige Entscheidung ist – und warum es sich lohnt, sich wirklich auf dieses Land einzulassen:

Thailand empfängt dich mit echter Herzlichkeit

Freundlichkeit ist hier kein Marketingbegriff. Lächeln, Hilfsbereitschaft und ehrliches Interesse an Menschen gehören zum Alltag.

Das Land funktioniert – auch wenn nicht alles perfekt ist

Transport, Essen, Unterkünfte: Selbst abseits der Touristenrouten kommt man erstaunlich unkompliziert zurecht.

Du bestimmst dein Tempo selbst

Thailand lässt dir die Wahl: Abenteuer oder Hängematte, Großstadt oder Dorf, Action oder Stille. Alles geht, nichts muss.

Essen ist hier kein Nebenschauplatz

Straßenküche, Märkte, kleine Garküchen – Essen ist Kultur, Begegnung und Lebensfreude in einem.

Natur in allen Varianten

Traumstrände, Dschungel, Berge, Nationalparks, Inseln – kaum ein Land bietet so viel Abwechslung auf vergleichsweise kurzer Distanz.

Thailand erdet

Der Blick auf das Wesentliche kommt hier fast automatisch. Weniger Besitz, mehr Leben. Weniger Tempo, mehr Moment.

Alleine reisen fühlt sich hier richtig an

Thailand ist eines der besten Länder, um allein unterwegs zu sein – sicher, offen, verbindend.

Du lernst Gelassenheit

Dinge dauern manchmal länger. Und genau darin liegt eine Lektion, die man mit nach Hause nimmt.

Begegnungen bleiben hängen

Gespräche mit Einheimischen, Mitreisenden, Zufallsbekanntschaften – vieles ist flüchtig, manches überraschend tief.

Thailand verändert Perspektiven

Wer sich wirklich einlässt, reist nicht nur durch ein Land, sondern auch ein Stück durch sich selbst.


Kurz gesagt: Thailand ist kein Ziel, das man „abhakt“.

Es ist ein Land, das etwas mit einem macht – leise, nachhaltig und oft genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Michael Lieder | Reiseblog24

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....