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Republik Irland lieben lernen

Wexford – Geheimtipp an der Küste

Wexford – ein leiser Küsten-Geheimtipp im Südosten Irlands. Ich schlendere durch Straßen, in denen Geschichte nicht ausgestellt, sondern gelebt wird. Draußen trifft salzige Meeresluft auf weite Strände, drinnen wärmen Pubs mit ehrlichen Gesprächen statt Souvenir-Soundtrack. Wexford verzaubert ohne großes Tamtam: viel Natur, lebendige Kultur, null Gedränge. Wer Irland authentisch sucht – mit Zeit, Weite und einem Augenzwinkern – findet hier genau das Richtige.

Reiseblog24 | Wexford – Geheimtipp an der Küste

Geschichte und Natur pur

Wexford entdecken

Wer hier ankommt, bekommt Irland in konzentrierter Form serviert: weite Landschaften, viel Geschichte, ehrliche Menschen und dieses angenehme Gefühl, dass man nicht hetzen muss. Egal ob du Natur suchst, historische Tiefe oder einfach ein paar ruhige Tage am Meer – Wexford liefert, ohne sich aufzudrängen.

Historisch sitzt man hier auf sehr solidem Fundament. Gegründet von den Wikingern, war Wexford über Jahrhunderte hinweg ein bedeutender Schauplatz irischer Geschichte. Besonders präsent ist die Erinnerung an die Irische Rebellion von 1798, die diese Region nachhaltig geprägt hat. Geschichte ist hier kein abstraktes Thema, sondern etwas, das man an vielen Ecken spürt. Wer tiefer eintauchen möchte, sollte die Wexford Rebellion Exhibition besuchen. Sie erzählt eindrucksvoll von Aufständen, Hoffnungen und Brüchen – ohne Pathos, aber mit Wirkung. Ebenso lohnenswert ist der National Heritage Park, der Irlands Vergangenheit von der Steinzeit bis ins Mittelalter lebendig macht. Kein klassisches Museum, sondern ein Spaziergang durch Zeit und Geschichte.

Mitten in der Stadt liegt zudem die Selskar Abbey, ein stiller Ort, der daran erinnert, wie eng Religion, Politik und Alltag hier einst miteinander verwoben waren. Kein großes Spektakel, aber genau deshalb eindrucksvoll. Wexford ist kein Ort für Checklisten-Reisende. Es ist ein Ziel für alle, die Geschichte nicht nur lesen, sondern fühlen wollen – und die Natur gleich mit. Genau diese Mischung macht den Reiz aus.

Thema: Republik Irland lieben lernen
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 24. Januar 2026
15405 Aufrufe

Republik Irland lieben lernen
Geschichte zum Greifen nah

Wenn man sich Irland als Land mystischer Hügel, salziger Küstenwinde und ehrlicher Begegnungen vorstellt, dann liefert Wexford genau das – und noch ein bisschen mehr. Auf meiner letzten Reise in dieses charmante Städtchen im Südosten der Insel habe ich eine selten stimmige Mischung gefunden: Natur, Geschichte und Kultur, die nicht erklärt werden wollen, sondern einfach da sind. Genau deshalb nehme ich dich hier mit auf meine Entdeckungsreise durch Wexford – mitten hinein in die Seele Irlands. Schon bei der Ankunft spürt man, dass diese Stadt Vergangenheit hat. Nicht aufdringlich, nicht museal, sondern leise präsent in den Gassen, Fassaden und Blicken. Mein erster Weg führte mich zur Selskar Abbey. Die Ruinen dieses Klosters aus dem 12. Jahrhundert wirken nicht monumental, sondern konzentriert. Ein Ort, an dem Macht, Glauben und Alltag einst eng verwoben waren. Ich blieb eine Weile stehen, ließ die Stille wirken – und merkte, wie leicht es hier fällt, gedanklich ein paar Jahrhunderte zurückzugehen.

Danach stand der Irish National Heritage Park auf dem Plan – ein absolutes Muss für alle, die Geschichte nicht nur lesen, sondern erleben wollen. Man spaziert durch rekonstruierte Siedlungen von der Steinzeit bis ins normannische Zeitalter und bekommt ein erstaunlich klares Gefühl dafür, wie Menschen hier gelebt haben. Kein trockener Geschichtsunterricht, sondern anschaulich, greifbar, fast persönlich.

Den Abend ließ ich standesgemäß ausklingen – im Thomas Moore Tavern, einem der ältesten Pubs der Stadt. Ein Pint Guinness, traditionelle irische Klänge im Hintergrund, Gespräche, die sich von selbst ergeben. Genau diese Momente machen Orte wie Wexford aus. Man plant sie nicht – sie passieren einfach.

Wexford ist kein Ziel für Eilige. Es ist ein Ort zum Ankommen, Zuhören und Verweilen. Geschichte liegt hier nicht hinter Glas, sondern direkt vor deinen Füßen. Und genau deshalb bleibt sie so lange im Kopf.

Michael Lieder | Reiseblog24
Natur pur – Der perfekte Küstentag

Der zweite Tag in Wexford gehörte ganz der Natur. Raus aus der Stadt, rein in die Weite. Mein erstes Ziel war der legendäre Curracloe Beach – ein endlos wirkender Sandstrand, der sich über Kilometer zieht und genau dieses Gefühl von Freiheit vermittelt, für das Irlands Küsten berühmt sind. Spätestens beim ersten Blick auf die Dünen und das offene Meer war klar, warum dieser Ort durch den Film Der Soldat James Ryan weltweite Bekanntheit erlangt hat. Hier wirkt nichts inszeniert. Alles ist echt, rau und gleichzeitig beruhigend. Ich lief lange am Wasser entlang, ließ mir den Wind um die Nase wehen und hörte einfach nur dem gleichmäßigen Rauschen der Wellen zu. Keine Ablenkung, kein Programm – nur Strand, Himmel und Gedanken, die plötzlich erstaunlich ordentlich wurden.

Direkt angrenzend führte mich der Weg weiter ins Raven Nature Reserve. Der Kontrast hätte größer kaum sein können: vom offenen Strand hinein in einen dichten Pinienwald. Ein gut angelegter Pfad schlängelt sich durch das Reservat, begleitet vom Zwitschern der Vögel und diesem besonderen Waldgeruch aus Nadeln, Erde und frischer Luft. Es fühlte sich an, als hätte jemand die Welt kurz auf leise gestellt. Am Nachmittag stand noch ein weiteres Naturhighlight auf dem Plan: das Wexford Wildfowl Reserve. Ein Paradies für Vogel- und Naturliebhaber. Hier lassen sich zahlreiche Zugvögel beobachten, oft erstaunlich nah und völlig ungestört. Ich verbrachte einige ruhige Stunden damit, einfach zu schauen, zu hören und die Landschaft auf mich wirken zu lassen – ohne Ziel, ohne Eile.

Herrenhaus mit Gruselfaktor

Irland wäre nicht Irland ohne seine dunklen Geschichten. Neben sattgrünen Hügeln und freundlichen Pubs gibt es auf der Grünen Insel auch Orte, an denen die Vergangenheit nicht zur Ruhe gekommen ist. Prächtige Herrenhäuser erzählen davon besonders eindrucksvoll. Viele wurden liebevoll restauriert, andere jedoch dem Verfall überlassen – und genau dort beginnt oft das Unbehagen. Einer dieser Orte ist Loftus Hall, dramatisch gelegen auf der sturmumtosten Hook-Halbinsel.

Einst war Loftus Hall ein stolzer Landsitz, ein architektonisches Statement in bester Lage. Heute wirkt das Gebäude wie aus der Zeit gefallen – verlassen, verwittert, mit Fenstern, die eher zu beobachten scheinen als Ausblick zu geben. Der Verfall ist nicht zufällig, denn die letzten Bewohner verließen das Haus überstürzt. Und wie so oft in Irland endet die Erklärung nicht bei nüchternen Fakten, sondern bei einer Legende.

Der Überlieferung nach soll hier niemand Geringerer als der Teufel selbst zu Gast gewesen sein. Ein geheimnisvoller Fremder, ein Kartenspiel, ein verhängnisvoller Moment – und die Erkenntnis, dass der Besucher kein Mensch war. Paranormale Erscheinungen, unerklärliche Geräusche und eine Atmosphäre, die selbst hartgesottene Skeptiker nervös macht, gehören seitdem zur Geschichte von Loftus Hall. Kein Wunder, dass es als das bekannteste Spukhaus Irlands gilt. Besonders an stürmischen Tagen entfaltet der Ort seine volle Wirkung. Wenn der Wind vom Atlantik über die Hook-Halbinsel peitscht, das alte Gemäuer knarrt und das Licht düster über die Landschaft fällt, braucht es nicht viel Fantasie, um eine Gänsehaut zu bekommen. Loftus Hall spielt geschickt mit allem, was Irland so gut kann: Legenden, Wetter und der leisen Frage, ob da nicht doch mehr ist, als man sehen kann.

Loftus Hall ist kein Ort für einen gemütlichen Spaziergang. Es ist ein Ort für Neugierige, für Mutige – und für alle, die sich gerne ein klein wenig gruseln. Ob man an die Geschichten glaubt oder nicht: Dieser Ort lässt einen nicht kalt. Und genau das ist vielleicht sein größter Zauber.

Michael Lieder | Reiseblog24
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Infos rund um den Aufenthalt
Wikinger als Wurzeln

Wexford wurde im Jahr 800 von Wikingern gegründet. Der Name der Stadt leitet sich vom altnordischen "Waesfjord" ab, was so viel wie "Bucht des Schlamms" bedeutet.

Filmreif

Der berühmte Curracloe Beach in Wexford diente als Kulisse für den Eröffnungsabschnitt von Saving Private Ryan und für einige Szenen im Film Brooklyn. Die weitläufigen Sanddünen und der unberührte Strand sind wirklich filmreif!

Irlands Opern-Mekka

Wexford ist berühmt für sein jährliches Wexford Festival Opera, das seit 1951 Liebhaber klassischer Musik aus aller Welt anzieht. Es gilt als eines der bedeutendsten Opernfestivals weltweit.

Die Sonnenstadt Irlands

Wexford hat den Ruf, die sonnigste Stadt Irlands zu sein! Mit mehr Sonnenstunden als in vielen anderen Teilen des Landes lockt die Region nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische für Wochenendausflüge.

Der Wilde Westen von 1798

Wexford spielte eine zentrale Rolle in der irischen Rebellion von 1798. Die Stadt war das Zentrum des Aufstands gegen die britische Herrschaft, und in Enniscorthy findet man heute ein Museum, das diese bewegende Zeit dokumentiert.

Loftus Hall – Irlands berühmtestes Spukhaus

Auf der Hook-Halbinsel steht das unheimliche Loftus Hall, das angeblich vom Teufel selbst heimgesucht wird. Die düstere Legende um das verlassene Herrenhaus zieht mutige Besucher an, die einen Blick auf die paranormale Seite Irlands werfen wollen.


Diese Mischung aus Geschichte, Kultur und Geheimnissen macht Wexford zu einem faszinierenden Reiseziel!

Michael Lieder | Reiseblog24

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