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Schwäbische Alb

Durch verschlungene Straßen und Wege

Wer echtes Abenteuer nicht am Flughafen sucht, sondern direkt vor der Haustür, der findet es zwischen Wacholderheiden, Felsen und diesen wunderbar verschlungenen Sträßchen der Schwäbischen Alb. Auf dem Motorradsattel wird jede Kurve zur kleinen Mutprobe und jeder Aussichtspunkt zur Belohnung. Hier riecht es nach Freiheit, nicht nach Pauschalreise. Und ja – manchmal auch nach Kuhstall. Aber genau das macht den Charme aus.

Reiseblog24 | Durch verschlungene Straßen und Wege

Der Weg ist das Ziel...

„Der Weg ist das Ziel“ – klingt erstmal wie ein Kalenderspruch aus dem Wartezimmer eines Heilpraktikers. Aber auf dem Motorrad bekommt dieser Satz plötzlich Substanz. Wenn der Motor unter mir ruhig brummt und die ersten Kurven hinter Tübingen auftauchen, dann wird aus dem Spruch ein Gefühl. Ich wollte raus. Weg vom Gerede, weg von Terminen, rein in diese stillen Straßen, die auf keiner Bucket-List stehen. Also Helm auf, Zündung an und los. Von Derendingen aus schob sich die Landschaft langsam in mein Blickfeld, als würde sie prüfen, ob ich es ernst meine. Hinter jeder Kurve öffnete sich die Alb ein Stück mehr – Wacholderheiden, Felder im sanften Auf und Ab, kleine Dörfer, die wirken, als hätten sie sich bewusst gegen Eile entschieden.

Über Hohenstein zog sich die Straße wie ein dünner Faden durch die Weite. Kein Verkehr, kein Gedränge. Nur ich, der Wind im Visier und dieses leise Gefühl von Freiheit, das man nicht kaufen kann. Manchmal halte ich an, nicht weil ich muss, sondern weil ich will. Ein kurzer Blick ins Tal, ein Atemzug klare Luft. Mehr braucht es nicht. Weiter Richtung Metzingen wurde die Strecke kurviger, lebendiger. Die Alb zeigt hier ihre sportliche Seite. Jede Kurve fordert Aufmerksamkeit, jede Gerade belohnt mit einem Panorama, das sich nicht fotografieren lässt, ohne ihm unrecht zu tun. Genau das liebe ich daran. Es ist kein Spektakel, kein Postkartenkitsch. Es ist echt. Rau. Ehrlich.

 Was mich an solchen Touren immer wieder berührt: Wie nah alles liegt. Abenteuer beginnt nicht am anderen Ende der Welt. Es beginnt vor der eigenen Haustür, wenn man bereit ist, loszufahren. Und manchmal auch, wenn man bereit ist, langsamer zu werden.

 Die Schwäbische Alb schenkt keine lauten Highlights. Sie schenkt Momente. Und auf dem Motorrad werden sie intensiver, unmittelbarer, fast greifbar. Am Ende kehre ich zurück nach Tübingen, etwas durchgefroren vielleicht, aber innerlich aufgeräumt.

Manchmal reicht eine Tankfüllung, um sich selbst wieder ein Stück näherzukommen.

Thema: Schwäbische Alb
Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 25. Februar 2026
17309 Aufrufe
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Schwäbische Alb
Hier beginnt die Reise

Route und Zwischenstopps

Die Schwäbische Alb ist ein Paradies für Motorradfahrer. Hier findet jeder die passende Strecke, um die Seele baumeln zu lassen und die Natur zu genießen. Also schwing dich auf deine Maschine und entdecke die Schönheit dieser einzigartigen Landschaft!

Michael Lieder | Reiseblog24
Dinge, die man nicht verpassen sollte
Höhepunkte der Strecke

Es gibt diese Momente, in denen man merkt, dass der Tag einem gehört. Die Sonne steht noch tief, wärmt mein Gesicht, und ich schwinge mich auf meinen Tiger.  Mehr brauche ich nicht. Heute ruft die Schwäbische Alb.

Kurve um Kurve zieht sich die Straße durch Wälder, die noch ein bisschen nach Nacht riechen. Nebelschwaden hängen in den Tälern, als hätten sie vergessen, sich aufzulösen. Die Alb macht keine halben Sachen. Sie schenkt keine spektakulären Effekte auf Knopfdruck, sie entfaltet sich langsam. Wer hier fährt, muss hinschauen. Und fühlen.

Die Strecke windet sich vorbei an Felsen, die aussehen, als hätten Riesen mit ihnen gewürfelt. Wacholderheiden leuchten in einem fast schon übertriebenen Grün. Kleine Dörfer tauchen auf, mit Fachwerkhäusern, die stoisch jeder Wetterlaune trotzen. Man rollt hindurch, nimmt Tempo raus, nickt vielleicht einem Spaziergänger zu. Kein Hupkonzert, kein Großstadtgehabe. Nur dieses leise Einverständnis zwischen Mensch, Maschine und Landschaft.

Was ich hier besonders liebe: die Wechsel. Eben noch dichte Wälder, dann öffnet sich plötzlich ein Hochplateau, der Blick reicht bis zum Horizont. Unten schneidet sich ein Tal tief ins Gestein, oben pfeift der Wind über die Straße. Die Alb fordert Konzentration. Enge Kurven, unerwartete Steigungen, manchmal ein bisschen Flickwerk im Asphalt. Wer hier unterwegs ist, sollte nicht nur Benzin im Tank haben, sondern auch Respekt.

Und dann diese Momente, wenn ich anhalte. Helm ab, Stille. Nur das Ticken des abkühlenden Motors. In solchen Augenblicken wird klar, warum ich immer wieder hierherkomme. Die Schwäbische Alb ist kein Instagram-Filter. Sie ist ehrlich, kantig, manchmal rau. Aber genau das macht sie so besonders.

Für Motorradfahrer ist sie ein kleines Versprechen: Abenteuer ohne Flugticket, Freiheit ohne Pathos. Einfach losfahren, den Fahrtwind spüren und akzeptieren, dass man nicht alles planen kann. Die schönsten Ecken findet man ohnehin dann, wenn man sich traut, von der Hauptstraße abzubiegen.

Tour and Stopovers
Derendingen - Ein stiller Beginn
Zwischen Fachwerk und Fernblick

Manchmal beginnt ein Abenteuer nicht am Flughafen, sondern vor der eigenen Haustür. Derendingen war an diesem Morgen kein spektakulärer Ort, eher ein leiser Auftakt. Die Luft klar, der Asphalt noch kühl, die Gedanken irgendwo zwischen Alltag und Aufbruch. Genau diese Mischung mag ich. Kein großes Tamtam, sondern dieses unterschwellige Gefühl: Heute passiert etwas.

Wankheim und Gomaringen standen als Nächstes auf dem Zettel. Zwei Dörfer, die nicht mit Superlativen um sich werfen, sondern mit Fachwerk, das einfach da ist. Schmale Gassen, Häuser mit schiefem Charme und Fensterläden, die schon mehr Jahreszeiten gesehen haben als mancher Instagram-Filter. Ich schlenderte hindurch und spürte dieses leise Ziehen in die Vergangenheit. Hier wird nicht inszeniert, hier wird gelebt. Und genau das macht es aus.

Irgendwann führte mich mein Weg auf eine Bergstraße. Diese Art von Straße, die erst harmlos wirkt und dann doch entschlossen nach oben zieht. Kurve um Kurve schraubte ich mich hinauf, bis sich plötzlich der Blick öffnete. Oben angekommen lag die Schwäbische Alb vor mir, weit und ruhig. Kein Drama, kein Postkartenkitsch. Einfach Landschaft. Weite. Ein Horizont, der einem zeigt, wie klein die eigenen To-do-Listen eigentlich sind.

Ich blieb eine Weile dort. Nicht, weil ich musste, sondern weil es gut tat. Der Wind strich über die Hügel, die Sonne spielte mit den Konturen der Alb, und ich dachte daran, wie oft wir das Große in der Ferne suchen und das Naheliegende übersehen. Es braucht nicht immer Fernreise und Zeitzonenwechsel. Manchmal reicht eine Bergstraße und der Mut, einfach loszufahren.

Später rollte ich weiter durch die hügelige Landschaft. Felder, Streuobstwiesen, vereinzelte Höfe. Alles wirkte entschleunigt, fast trotzig gelassen. In Gomaringen angekommen fühlte es sich nicht wie ein Ziel an, sondern wie eine weitere Etappe auf einer Route, die weniger mit Kilometern zu tun hat als mit Aufmerksamkeit.

Wankheim und Gomaringen - Kleine Dörfer, große Charme

Wankheim und Gomaringen waren die nächsten Ziele, kleine Dörfer, die vor Geschichte und Charme strotzen. Die engen Gassen und gut erhaltenen Fachwerkhäuser ließen mich eintauchen in vergangene Zeiten.  Ich ging weiter, bis ich zu einer Bergstraße kam. Die Straße führte mich hinauf zu einem Aussichtspunkt. Von dort oben hatte ich einen atemberaubenden Blick auf die Schwäbische Alb. Ich konnte bis in die Ferne sehen, das Wetter war einfach wie geschaffen für eine erlebnisreiche Tour.

Ich verbrachte einige Zeit am Aussichtspunkt, bevor ich mich wieder auf den Weg machte. Ich fuhr weiter durch die hügelige Landschaft, bis ich schließlich in der Gomaringen ankam.

Talheim, Wimadingen, und Melchingen - Die Stille der Natur

Durch abgelegene Dörfer, vorbei an grünen Wiesen und durch dichte Wälder. Die Stille der Natur war berauschend, und das Gefühl von Freiheit auf meinem Tiger war einfach unbezahlbar. Ich hielt immer wieder an, um die Landschaft zu bewundern und einige Fotos zu schießen. Hauptstraßen werden auf dieser Tour gemieden, so dass Du viel Landschaftserlebnisse und verschlungende Wege hast. Oft sind die Wege so eng das kein Auto am Moped vorbei passt und man aufpassen muss das entgegen kommenden Autos ihre Spiegel behalten.

Killertal, Bitz und Hettingen - Der wahre Alb-Zauber

Der wahre Zauber der Schwäbischen Alb offenbarte sich im Killertal, Bitz und Hettingen. Diese Orte strahlen eine unberührte Schönheit aus. Die kurvenreichen Straßen und die spektakulären Ausblicke machten diese Etappe zu einem der vielen Highlight der Alb-Tour. Dunkle schattige Wälder und Fahrten zwischen frisch geernteten Feldern machen einfach Spaß und die Luft ist so klar und Würzig das man das Visir ungern schließt. Jeder Atemzug reinigt die Lungen vom Alttagsstress ;-) 

Jetzt fuhr ich auf einer kleinen Landstraße weiter nach Inneringen. Die Straße führte mich durch eine idyllische Landschaft mit kleinen Dörfern, abgelegenen Bauernhöfen und Streuobstwiesen. Ich fühlte mich wie in einem anderen Jahrhundert.

Inneringen, Tigerfeld und Hohenstein - Im Herzen der Alb

Weiter geht es nun durch das Herz der Schwäbischen Alb. Die Straßen wurden anspruchsvoller, die Aussichten dramatischer. Die Ruinen von Hohenstein waren ein beeindruckender Höhepunkt und boten einen atemberaubenden Panoramablick über die umliegende Landschaft. Die Tour führte weiter nach Sankt Johann, wo man die Gelegenheit nutzten kann, das örtliche Museum zu besichtigen und mehr über die Geschichte der Region zu erfahren. Es ist erstaunlich, wie viele Geschichten in diesen kleinen Dörfern versteckt sind.

Metzingen - Einkaufen und Abschluss

Mein letzter Halt war Metzingen, bekannt für seine Outlet-Stores. Wir schlenderten durch die Geschäfte und gönnten uns das ein oder andere Schnäppchen. Der perfekte Abschluss für eine unvergessliche Tour.

Jetzt fuhr ich auf einer kleinen Landstraße weiter nach Inneringen. Die Straße führte mich durch eine idyllische Landschaft mit kleinen Dörfern, abgelegenen Bauernhöfen und Streuobstwiesen. Ich fühlte mich wie in einem anderen Jahrhundert. 

Wenn du ein Motorradfan bist und die Gelegenheit hast, diese abgelegenen Straßen zu erkunden, kann ich es nur wärmstens empfehlen. Es ist nicht nur eine Tour durch die Landschaft, sondern auch eine durch die Geschichte und Kultur dieser faszinierenden Region.

Nützliche Informationen

Tipps & Ressourcen

Highlights

  • Schwäbische Alb-Straße: Diese Panoramastraße führt auf über 350 Kilometern durch die schönsten Ecken der Schwäbischen Alb.
  • Albtrauf: Die Route entlang des Albtraufs bietet atemberaubende Ausblicke auf die Landschaft.
  • Geheimtipps: Auf der Website des Schwäbischen Alb Tourismus findest du viele weitere Motorrad-Touren, darunter auch einige Geheimtipps.

Motorcycle Navigation App

Hier geht es zur Tourbeschreibung und Du kannst Dir die Tour auch zum nach fahren als GPX Navigationsdatei herunterladen.

Gemeinsam Unterwegs

Wenn Du mal in der Gegend bist und Lust auf eine Alb-Tour hast dann melde Dich gerne, wenn das Wetter stimmt, können wir uns treffen und gemeinsam eine gemütliche Alb Erkundung starten. 

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Was erwartet Dich

  • Länge 174 km
  • Zeit: ca. 4 Stunden
  • Tempo: gemütlich
  • Höhe: Start 361m (max: 904m)
  • Kurven: Viele
Useful Information
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Schwäbische Alb - im Blog

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