Wenn Nebel, Sonne, Nadelwald und Nostalgie miteinander flirten
Der Schwarzwald zeigt sich im Herbst von seiner charmant-widersprüchlichen Seite: mal mystisch, mal Postkartenidylle – und manchmal so steil, dass selbst der Tacho kurz überlegt, ob er heute wirklich noch Bock hat.
Ich liebe diese Jahreszeit auf zwei Rädern. Der Sommer hat seinen Glanz verloren, die Sonne hängt müde über den Baumwipfeln, und die Straßen duften nach feuchtem Laub, Moos und Abenteuer. Es gibt für mich kaum etwas Meditativeres, als mich in meine Motorradjacke zu schälen, den Helm aufzusetzen und mit dem ersten Knopfdruck das leise Grollen der Maschine zu spüren. Der Berufsalltag? Bleibt daheim, zusammen mit all den Mails, To-dos und Zoom-Meetings.
Heute, mitten im Oktober, zog es mich wieder in den Nordschwarzwald – jene Ecke, in der Nebelschwaden über die Serpentinen kriechen und jeder Kilometer nach einer neuen Geschichte riecht. Die Tour begann, wie so oft, in meiner Wahlheimat Tübingen. Von dort führte mich die Route über kleine Landstraßen, vorbei an bunten Wäldern und feuchten Wiesen, durch Dörfer, deren Namen man sonst eher von Mineralwasserflaschen kennt.