Alle reden davon, viele träumen davon – und ich stand mittendrin. Zwischen Reisterrassen, Räucherstäbchen und hupenden Mopeds. Die Insel der Götter empfing mich mit offenen Armen – und einer Verkehrslawine, die mir schnell zeigte, dass 34 Kilometer auf Bali nicht 34 Kilometer in Europa sind. Drei Stunden später war ich in Ubud, dem Herz der balinesischen Kultur, wo sich Affen im Monkey Forest benehmen wie Touristen im All-inclusive-Resort: laut, neugierig, manchmal charmant – aber selten leise.
Ubud war für mich ein Ort, an dem Kunst nicht im Museum hängt, sondern atmet. Holzschnitzereien, Malereien, Tempel – alles schien beseelt, als wolle es dir Geschichten zuflüstern, wenn du nur lang genug hinsiehst. Und während andere den Sonnenuntergang in Kuta oder Seminyak jagen, bin ich lieber abgebogen – ins Landesinnere, dorthin, wo Bali noch echt riecht: nach Erde, Räucherwerk und Regen.
Klar, ich wollte auch an den Strand. Aber ehrlich gesagt: die Realität hat mich da schnell eingeholt. Wo der Tourismus ist, ist der Sand voll – und wo er nicht ist, leider der Müll. Also blieb ich lieber bei den Reisterrassen, den Tempeln und dem Essen.
Und das war göttlich. Nasi Goreng, Sate Spieße, würzige Currys – alles schmeckte, als hätte Bali selbst den Kochlöffel geschwungen. Kein Vergleich zu dem, was man hierzulande unter „asiatisch“ versteht. Vielleicht war es das, was Bali mir am Ende beigebracht hat: dass echtes Reisen nicht heißt, alles zu sehen – sondern dort zu bleiben, wo man sich lebendig fühlt.
Ein bisschen chaotisch, ein bisschen heilig, ein bisschen verrückt – so wie Bali eben.