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Outback

Katherine Gorge wandern in der Schlucht

Die Katherine Gorge im Nitmiluk-Nationalpark ist kein Ort für Eile. Steile Sandsteinwände rücken zusammen, der Weg folgt dem Rhythmus von Hitze, Schatten und Stille. Jeder Schritt fühlt sich erarbeitet an, jeder Blick belohnt mit Weite und Tiefe zugleich. Hier zeigt das Northern Territory seine ernste Seite: rau, majestätisch und erstaunlich geduldig mit allen, die zuhören. Wandern wird zur Begegnung mit Landschaft – und mit den eigenen Erwartungen, die hier zuverlässig relativiert werden.

Reiseblog24 | Katherine Gorge wandern in der Schlucht

Katherine-Schlucht, auch bekannt als Katherine Gorge

Als ich zum ersten Mal die majestätischen Felswände der Katherine Gorge im Nitmiluk-Nationalpark erblickte, blieb mir für einen Moment der Atem stocken. Ihre schiere Größe und die sanft geschwungenen, glatten Gesteinsschichten, die sich über mehrere Kilometer erstrecken, wirkten fast surreal. Das tiefblaue, ruhig dahinfließende Wasser des Katherine River bildete einen faszinierenden Kontrast zu den rostroten Klippen – ein Anblick, der mich sofort in seinen Bann zog.

Die Entscheidung für eine Wanderung statt einer Bootstour

Obwohl der Nationalpark zahlreiche geführte Bootstouren anbietet, entschieden wir uns bewusst dagegen. Einerseits sind diese Touren recht kostenintensiv, andererseits wollten wir die Natur lieber in unserem eigenen Tempo erkunden. Stattdessen schnürten wir die Wanderschuhe und begaben uns auf den Windolf Trail, einen der beliebtesten Wanderwege in der Region.

Der Pfad führte uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft, vorbei an schattigen Eukalyptusbäumen und offenen Felsplateaus. Immer wieder boten sich uns atemberaubende Ausblicke auf die Schlucht und den ruhig dahinfließenden Fluss. Besonders beeindruckend war der Aussichtspunkt Pat’s Lookout, von dem aus ich das Panorama der Schlucht in seiner ganzen Pracht bewundern konnte – ein Moment der vollkommenen Stille und Ehrfurcht.

Outback
Ein Ort voller Geschichte und Spiritualität

Die Katherine Gorge ist weit mehr als ein beeindruckendes Naturmotiv. Sie ist ein lebendiger Erinnerungsraum – tief verwurzelt in der Kultur der Jawoyn, die seit Jahrtausenden mit diesem Land verbunden sind. Ihre Traumzeit-Geschichten erzählen von der Entstehung der Schlucht, von Ahnenwesen und Kräften, die diese Landschaft geformt haben. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell: Das ist kein Ort, den man einfach „besichtigt“. Man bewegt sich durch Geschichte, Spiritualität und gelebte Beziehung zur Natur.

Entlang der Felswände finden sich uralte Felsmalereien – keine Dekoration, sondern Ausdruck von Identität, Wissen und Erinnerung. Sie wirken still, fast zurückhaltend, und genau darin liegt ihre Kraft. Man schaut hin, wird ruhiger und versteht: Diese Schlucht gehört nicht nur der Natur, sondern auch den Geschichten der Menschen, die sie seit Generationen bewahren.

Ein Tipp für Abenteurer

Wer Zeit und Neugier mitbringt, sollte die Schlucht vom Wasser aus erleben. Mit dem Kanu auf dem Katherine River unterwegs zu sein, verändert die Perspektive komplett. Lautlos gleitet man zwischen steilen Felswänden hindurch, dringt tiefer in die Gorge ein und entdeckt versteckte Badebuchten oder kleine Wasserfälle, die vom Land aus kaum erreichbar sind. Jeder Paddelschlag fühlt sich entschleunigt an – als würde die Schlucht das Tempo vorgeben, nicht umgekehrt.

Fazit: Die Katherine Gorge ist kein lautes Highlight, sondern ein Ort mit Tiefe. Ob beim Wandern, Paddeln oder einfach beim stillen Innehalten – sie berührt. Nicht spektakulär im Sinne von schneller Begeisterung, sondern nachhaltig. Wer Australien wirklich verstehen will, kommt an diesem Ort kaum vorbei. Er bleibt. Nicht auf Fotos, sondern irgendwo zwischen Kopf und Herz.

Tauche ein in die Schönheit und Magie dieses einzigartigen Ortes und lass Dich von der Kraft der Natur verzaubern. Du wirst mit unvergesslichen Erinnerungen und einer tiefen Dankbarkeit für die Wunder der Welt zurückkehren.

Michael Lieder | Reiseblog24

Kurzum: Wer hier übernachtet, verschafft sich einen echten Vorteil. Früher Start, kurze Wege, entspannte Rückkehr. Und abends das gute Gefühl, genau dort zu sein, wo Abenteuer nicht nur geplant, sondern gelebt werden.

Michael Lieder | Reiseblog24
Campingplatz als Basilager für die Trails der Umgebung

Der Plan war klar und ambitioniert: ein gut zehn Kilometer langer Trail, Start kurz nach Sonnenaufgang. Kein Ausschlafen, kein langes Zögern – wir wollten die Schlucht und den Aussichtspunkt im ersten Licht erreichen. Genau dann, wenn die Sonne beginnt, die zerklüfteten Felswände langsam aus dem Schatten zu holen und sie in dieses warme Gold taucht, das man später auf Fotos sucht, aber nur vor Ort wirklich versteht.

Unser Ausgangspunkt für dieses Vorhaben war der hervorragend gelegene Campingplatz an der Katherine Gorge – und der entpuppte sich schnell als echtes Basislager mit Komfortbonus. Zentral gelegen, durchdacht angelegt und erstaunlich gut ausgestattet. Das Highlight: ein Pool mit glasklarem Wasser mitten auf dem Gelände. Nach einem langen Wandertag klingt das nach Luxus. In der Realität stellte sich das Wasser als eiskalt heraus – aber genau das macht es perfekt. Einmal rein, kurz die Luft anhalten, und die Beine wissen wieder, dass sie existieren.

Der Campingplatz war weit mehr als nur ein Schlafplatz. Er war logistische Schaltzentrale, Startlinie und Rückzugsort zugleich. Wer den Nitmiluk-Nationalpark erkunden möchte, ist hier goldrichtig. Viele Trails starten praktisch vor der Zelttür, die Wege sind kurz, der Morgen beginnt leise und ohne lange Anfahrt.

Trotz aller Ausstattung – saubere Sanitäranlagen, Stromanschlüsse, Grillplätze – verliert der Platz nie den Bezug zur Umgebung. Kein übertriebenes Campingplatz-Gefühl, kein künstlicher Komfort. Stattdessen dieses angenehme Gleichgewicht: mitten in der Natur sein, ohne auf grundlegende Annehmlichkeiten zu verzichten. Wildnis mit Sicherheitsnetz könnte man sagen.

Katherine Gorge – Unsere Wanderung auf dem Windolf Trail

Unser Ausgangspunkt für die Wanderung war das Besucherzentrum, wo wir uns zuerst alle wichtigen Informationen über die verschiedenen Routen und Sicherheitsvorkehrungen einholten. Die Auswahl an Wanderwegen reichte von kurzen Spaziergängen bis zu mehrtägigen Trekkingtouren – für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel war etwas dabei. Da wir gerne aktiv in der Natur unterwegs sind, entschieden wir uns für eine mittelschwere Route: den Windolf Trail. Dieser etwa 10 Kilometer lange Rundweg führte zu beeindruckenden Sandsteinfelsen und Aussichtspunkten, die die ersten beiden Schluchten der Katherine Gorge umrahmen.

Der Weg schlängelte sich entlang des Flusses, der sich majestätisch durch die Schluchten windet. Wir folgten den gut markierten Pfaden und ließen uns von der abwechslungsreichen Vegetation überraschen. Mal spazierten wir durch üppig-grüne Abschnitte, dann wieder über trockene, felsige Passagen mit kleinen, plätschernden Bächen – überall gab es Neues zu entdecken. In den frühen Morgenstunden begegneten wir kaum anderen Wanderern, was die perfekte Gelegenheit bot, die Ruhe der Natur in vollen Zügen zu genießen.

Nach einer Weile erreichten wir einen spektakulären Aussichtspunkt, der uns den Atem raubte. Von hier oben bot sich ein weiterer Blick über die erste Schlucht – ein Panorama, das wir so schnell nicht vergessen werden. Die Sonne war mittlerweile aufgegangen und tauchte die Felsen in ein warmes, goldenes Licht. Es fühlte sich fast so an, als wären wir Teil eines lebendigen Gemäldes. Wir nahmen uns Zeit, dieses Naturschauspiel zu genießen, und spürten eine tiefe Dankbarkeit dafür, diesen magischen Ort erleben zu dürfen.

Der Rückweg gestaltete sich etwas anspruchsvoller – auch wenn es hauptsächlich bergab ging, forderte die zunehmende Hitze unsere Ausdauer. Mit jedem Schritt spürten wir, wie die Sonne an Kraft gewann und der Schweiß auf unserer Haut seinen Weg fand. Doch trotz der Anstrengung war jeder Schritt die Mühe wert.

Die Wanderung durch die Katherine Gorge war zweifellos ein Highlight unserer Reise – ein Erlebnis, das auf keiner Bucket List fehlen sollte. Sie war nicht nur körperlich herausfordernd, sondern auch auf eine Art spirituell bereichernd. Dieser Ort hinterlässt einen bleibenden Eindruck und schafft Erinnerungen, die ein Leben lang halten.

Wenn Ihr also eine Reise nach Australien plant und Outdoor-Abenteuer liebt, dann darf die Katherine Gorge auf eurer Route nicht fehlen. Egal, ob ihr erfahrene Wanderer oder neugierige Anfänger seid – diese majestätische Schlucht wird euch garantiert in ihren Bann ziehen.


Die Katherine Gorge hat mich nicht nur durch ihre natürliche Schönheit beeindruckt, sondern auch durch ihre kulturelle Bedeutung. Für die Aborigines ist auch sie ein sakraler Bereich, der mit vielen Fabeln und Überlieferungen verbunden ist. Es war eine Bereicherung, etwas über ihre tiefe Verbindung zur Schlucht und zur umgebenden Natur zu erfahren und zu verstehen, wie wichtig es ist, diese Orte zu schützen und zu respektieren. Alle Informationen bekommst Du aus errster Hand im gut ausgestatteten Besucherzentrum.
Michael Lieder | Reiseblog24
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Infos rund um den Aufenthalt
Geografische Lage

Die Katherine Gorge, auch bekannt als Nitmiluk Gorge, befindet etwa 30 Kilometer nordöstlich der Stadt Katherine und ist ein Teil des Nitmiluk Nationalparks. Die Schlucht erstreckt sich über beeindruckende 12 Kilometer und wird von majestätischen Felswänden umrahmt.

Der Name

Der Name "Nitmiluk" ist der indigene Name für die Schlucht, und "Katherine" wurde der Gorge von dem europäischen Entdecker John McDouall Stuart gegeben, der sie nach Catherine Chambers, der Tochter eines frühen Sponsors, benannte.

Enstehung

Die Katherine Gorge wurde über Millionen von Jahren durch die Erosion des Katherine River in die Sandsteinklippen des Arnhem Land Plateaus geformt.

Kultur

Das Gebiet der Katherine Gorge ist von großer Bedeutung für die Aborigines der Jawoyn und der Dalabon, die hier seit Tausenden Jahren leben und ihre kulturellen Geschichten und Legenden mit der Schlucht verbinden.

Kunst

Die Felswände der Schlucht sind mit uralten Felsmalereien geschmückt, die die Kultur und Geschichte der indigenen Völker darstellen.

Kanufahren

Eine der beliebtesten Aktivitäten in der Katherine Gorge ist das Kanufahren entlang des Katherine River, um die atemberaubende Landschaft und Tierwelt aus nächster Nähe zu erleben.

Trails - Wanderwege

Es gibt eine Vielzahl von Wanderwegen in der Gegend, die Besucher durch die beeindruckende Landschaft führen, darunter der Jatbula Trail, ein 58 km langer Wanderweg, der in der Schlucht beginnt und bis zum Edith Falls führt.

Fauna

Die Schlucht und der umliegende Nationalpark sind die Heimat einer reichen Vielfalt an Tierarten, darunter Wallabys, Flughunde, Süßwasser-Schildkröten und viele Vogelarten.

Jahreszeiten.

Die Erfahrung der Katherine Gorge variiert je nach Jahreszeit. Während der Trockenzeit (Mai bis September) sind die Wasserstände niedrig und es ist die beste Zeit zum Wandern und Kanufahren. In der Regenzeit (Oktober bis April) kann es zu Überschwemmungen kommen, aber die Landschaft ist grün und lebendig.

Kulturerbe

Die Katherine Gorge und der Nitmiluk-Nationalpark wurden für ihre kulturelle Bedeutung und ihre außergewöhnliche Schönheit teilweise des UNESCO-Welterbes erklärt.


Unser Ausgangspunkt für dieses Vorhaben war der hervorragend gelegene Campingplatz an der Katherine Gorge – und der entpuppte sich schnell als echtes Basislager mit Komfortbonus. Zentral gelegen, durchdacht angelegt und erstaunlich gut ausgestattet. Das Highlight: ein Pool mit glasklarem Wasser mitten auf dem Gelände. Nach einem langen Wandertag klingt das nach Luxus. In der Realität stellte sich das Wasser als eiskalt heraus – aber genau das macht es perfekt. Einmal rein, kurz die Luft anhalten, und die Beine wissen wieder, dass sie existieren.

Michael Lieder | Reiseblog24

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