Unterwegs in Westafrika
Manchmal führt Reisen nicht zu Stränden, sondern zu Haltung. In Burkina Faso geht es nicht um Fernweh, sondern um Würde, Verantwortung und leise Veränderungen. Warum echte Abenteuer oft dort beginnen, wo man hinschaut statt weiterzieht – und weshalb „Menschen ohne Ketten“ mehr ist als ein Vereinsname.


Perspektiven für Menschen in Westafrika
Der Verein Menschen ohne Ketten e.V. ist klein, leise – und genau deshalb so bemerkenswert. Und er ist für mich kein abstraktes Hilfsprojekt, sondern gelebter Einsatz. Ich arbeite aktiv im Verein mit und unterstütze die Arbeit vor Ort, dort, wo psychische Erkrankungen oft noch ein gesellschaftliches Tabu sind.
In Burkina Faso und der Elfenbeinküste bedeutet eine psychische Erkrankung für viele Betroffene Ausgrenzung statt Hilfe. Ketten statt Therapie. Wegsperren statt Verstehen. Die psychiatrische Versorgung steckt dort vielfach noch in den Anfängen – manchmal existiert sie praktisch nicht. Zurück bleiben Menschen, die aus Angst, Unwissen oder alten Glaubensmustern aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt werden.
Menschen ohne Ketten e.V. geht bewusst einen anderen Weg. Keinen lauten, keinen belehrenden. Ich erlebe die Arbeit als partnerschaftlich und respektvoll: Lokale Initiativen werden begleitet, nicht bevormundet. Wissen wird geteilt, nicht verordnet. Ziel ist es, Menschen vor Ort zu befähigen, sich selbst und anderen zu helfen – nachhaltig und auf Augenhöhe.
Was mich an dieser Arbeit besonders bewegt: Es geht nicht um schnelle Erfolge oder wohlklingende Projektbeschreibungen. Es geht um Würde. Um kleine Veränderungen, die für die Betroffenen riesig sind. Um die Erkenntnis, dass eine psychische Erkrankung kein Makel und kein Lebensurteil sein darf.
Reisen heißt manchmal auch, die Komfortzone zu verlassen – nicht nur geografisch. Die Arbeit in Burkina Faso zeigt mir immer wieder, dass echtes Abenteuer nicht aus Postkartenmotiven besteht, sondern aus Menschlichkeit, Geduld und dem Mut, hinzusehen, wo andere lieber wegschauen.
Burkina Faso, ein Land der Begegnungen
Im Oktober 2023 habe ich die Gelegenheit, mit dem Verein Menschen ohne Ketten e.V. nach Burkina Faso zu reisen. Der Verein engagiert sich für die Rechte von psychisch kranken Menschen in Burkina Faso und anderen Westafrikanischen Ländern.
Unsere Reise wird uns in die Hauptstadt Ouagadougouführen. Dort treffen wir uns mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins, die uns einen Überblick über die Arbeit des Vereins gaben. Wir werden auch einige der Menschen kennen, die von der Arbeit des Vereins profitieren.
Nach ein paar Tagen in Ouagadougou geht es weiter in die Provinz. Dort besuchen wir ein Heim für psychisch kranke Menschen, das vom Verein unterstützt wird. Das Heim bietet den Menschen ein Zuhause, Pflege und soziale Betreuung. Wir haben die Gelegenheit, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu sprechen und ihre Geschichten zu hören.
Wir besuchen auch eine psychiatrische Klinik, die vom Verein unterstützt wird. Die Klinik bietet medizinische Versorgung für psychisch kranke Menschen. Wir werden uns ein Bild von den Herausforderungen machen, mit denen die Klinik konfrontiert ist.
Die Reise nach Burkina Faso wird bestimmt eine sehr bereichernde Erfahrung mit sich bringen. Ich habe vor viel über das Land und seine Menschen zu erfahren. Ich habe die Arbeit des Vereins Menschen ohne Ketten schon in der Elfenbeinküste hautnah miterlebt und bin beeindruckt von dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins, die sich mit viel Herz für die Rechte von psychisch kranken Menschen einsetzen.
Psychische Erkrankungen sind in Burkina Faso ein großes Problem. Viele Menschen sind von Stigmatisierung und Ausgrenzung betroffen.
Die Arbeit des Vereins Menschen ohne Ketten e.V. ist wichtig und notwendig. Der Verein setzt sich für die Rechte von psychisch kranken Menschen ein und bietet ihnen Unterstützung und Begleitung.
Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit habe, im Verein Menschen ohne Ketten e. V. mitzuwirken. Ich habe viel gelernt und bin inspiriert von der Arbeit des Vereins. Sie ist wirklich dringend notwendig.

PERSPEKTIVEN FÜR MENSCHEN MIT EINER PSYCHISCHEN ERKRANKUNG IN WESTAFRIKA
Menschen ohne Ketten e. V. ist eine kleine Hilfsorganisation, die sich einem großen Thema verschrieben hat:
"Wir wollen die Lebenssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Westafrika verbessern."
In unseren Partnerländern Burkina Faso und Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) leben viele von ihnen isoliert, in Ketten, eingesperrt oder auf der Straße. Die psychiatrische Versorgung ist in ihren absoluten Anfängen. Wir unterstützen lokale Initiativen, die sich für Betroffene einsetzen.
Reiseblog24 • Fern- & Abenteuerreisen – Top-Meldungen Stand: Januar 2026 – Reiseziel: Burkina Faso
1. Weltweite Reisewarnungen: Freizeitreisen nach Burkina Faso aktuell nicht empfohlen
Mehrere Außenministerien (u. a. Großbritannien, USA, Neuseeland) stufen Burkina Faso derzeit in die höchste Risikokategorie ein und raten ausdrücklich von allen Reisen ab. Genannt werden vor allem Terrorgefahr, Entführungsrisiko und eine landesweit instabile Sicherheitslage.
Quelle: UK Foreign, Commonwealth & Development Office · US Department of State · New Zealand SafeTravel
2. Sicherheitslage: Burkina Faso führt Global Terrorism Index 2025 an
Die Zahl der Anschläge bewaffneter Gruppen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen; große Teile des Landes stehen nicht mehr unter effektiver Kontrolle des Staates. Im Global Terrorism Index 2025 wird Burkina Faso als das weltweit am stärksten vom Terrorismus betroffene Land geführt – ein zentraler Faktor für jede Reiseplanung.
Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
3. Gesundheits- & Einreisebestimmungen: Gelbfieberimpfung Pflicht, hohes Malariarisiko
Für die Einreise nach Burkina Faso ist ein internationaler Gelbfieber-Impfnachweis für alle Reisenden ab 9 Monaten vorgeschrieben. Fachstellen berichten zudem von einem landesweiten Gelbfieber- und einem sehr hohen Malariarisiko. Empfohlen werden eine aktuelle Basisimmunisierung, Gelbfieber-Impfung, konsequenter Mückenschutz sowie – nach ärztlicher Beratung – Malariaprophylaxe.
Quelle: TravelHealthPro (UK) · CDC Travelers' Health
4. Reisetrend: Klassischer Tourismus bricht ein, Kulturstätten unter Druck
Gewaltkonflikte, Klimafolgen und eine anhaltende humanitäre Krise haben den klassischen Urlaubstourismus in Burkina Faso stark einbrechen lassen. Selbst bedeutende Kulturstätten wie der UNESCO-Ort Tiébélé mit seinen traditionellen bemalten Lehmhäusern leiden unter ausbleibenden Gästen, erschwerter Restaurierung und sinkenden Einnahmen für die lokale Bevölkerung.
Quelle: The Guardian · UNHCR Länderprofil Burkina Faso
5. Politische Entwicklung: Geplante Wiedereinführung der Todesstrafe bei Terror und Hochverrat
Die Übergangsregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der die 2018 abgeschaffte Todesstrafe für Delikte wie Terrorismus, Hochverrat und Spionage wieder einführen soll. Menschenrechtsorganisationen sehen darin einen Rückschritt und verweisen auf zunehmenden Druck auf Opposition, Medien und Zivilgesellschaft – ein Aspekt, der auch für Dienst- und Projektreisen in das Land relevant ist.
Burkina Faso – Stolz, Staub und die leisen Wahrheiten
Burkina Faso ist kein Land für Eilige, keine Destination für Checklisten-Tourismus und schon gar kein Ort für Instagram-Gewissheiten. Wer hierher reist, sollte Zeit mitbringen, Geduld – und die Bereitschaft, die eigenen Erwartungen höflich an der Grenze abzugeben. Die beste Reisezeit liegt zwischen November und Februar, wenn die Hitze erträglicher ist und die Tage Raum zum Atmen lassen. Gleichzeitig gilt: Die aktuelle Sicherheitslage erfordert Aufmerksamkeit, gesunden Menschenverstand und ehrliche Vorbereitung. Abenteuerlust ersetzt keine Information.
Und doch: Trotz politischer Spannungen, trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bewahrt dieses Land etwas, das andernorts längst verlegt wurde – Würde. Stolz. Eine stille, fast trotzig wirkende Lebensfreude. Burkina Faso ist kein Ort, der um Besucher wirbt. Es steht einfach da. Unaufgeregt. Und wartet nicht darauf, entdeckt zu werden.
Zwischen den Märkten von Ouagadougou, wo Staub, Stimmen und Farben um die Vorherrschaft kämpfen, in den weiten Savannen, die mehr Fragen stellen als Antworten liefern, und in den Dörfern, in denen Rituale nicht vorgeführt, sondern gelebt werden, entsteht etwas Seltenes: echte Begegnung. Keine Kulisse. Keine Show. Sondern Alltag – roh, herzlich, manchmal unbequem.
Reisen hier bedeutet auch, innezuhalten. Zuhören. Aushalten. Und zu begreifen, dass Reichtum nicht zwingend klingelt, glänzt oder auf Kontoauszügen auftaucht. Er zeigt sich im Lächeln eines Fremden, in geteiltem Essen, in Momenten, die weder planbar noch wiederholbar sind.
Burkina Faso ist kein leichtes Reiseziel. Aber ein ehrliches. Wer sich darauf einlässt, reist nicht nur durch ein Land, sondern ein Stück näher an das, worum es beim Unterwegssein eigentlich geht. Und vielleicht ist genau das der größte Luxus.
- Beste Reisezeit: Die Monate November bis Februar sind ideal, da die Temperaturen angenehmer sind.
- Sicherheitslage: Aufgrund der aktuellen politischen Instabilität und Sicherheitsbedenken sollten Reisende sich vor einer Reise unbedingt über die Lage informieren.
Fakten zu Burkina Faso
Burkina Faso, ein faszinierender Binnenstaat in Westafrika, beeindruckt mit seiner kulturellen Vielfalt, natürlichen Schönheit und historischen Tiefe. Hier sind einige spannende Details über das „Land der aufrechten Menschen“:
Burkina Faso grenzt an Mali im Norden, Niger im Osten, Benin im Südosten sowie Togo, Ghana und die Elfenbeinküste im Süden. Mit einer Fläche von 274.200 Quadratkilometern ist das Land etwa halb so groß wie Deutschland. Es liegt in der Sahelzone und weist daher eine Mischung aus Wüsten-, Savannen- und Graslandschaften auf.
Die Hauptstadt Ouagadougou (oft liebevoll „Ouaga“ genannt) ist das kulturelle und wirtschaftliche Herz des Landes. Sie ist bekannt für ihren lebhaften Markt und die Kunstszene. Weitere bedeutende Städte sind Bobo-Dioulasso, die für ihre koloniale Architektur und traditionelle Musik berühmt ist.
Mit etwa 20 Millionen Einwohnern ist Burkina Faso ein kultureller Schmelztiegel. Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen wie den Mossi (die größte Gruppe), Fulani, Lobi und Gourmantché zusammen. Neben der Amtssprache Französisch werden über 60 verschiedene lokale Sprachen gesprochen, darunter Mooré, Dioula und Fulfulde.
Der Glaube spielt eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Etwa 60 % der Bevölkerung sind Muslime, 20 % Christen und der Rest Anhänger traditioneller Religionen oder einer Mischung aus mehreren Glaubensrichtungen.
Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, mit einem Pro-Kopf-Einkommen von etwa 1.200 US-Dollar pro Jahr. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf der Landwirtschaft, wobei Baumwolle, Gold und Vieh die wichtigsten Exportgüter sind. Trotz begrenzter Ressourcen zeigt die Bevölkerung bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und Innovationskraft.
Burkina Faso ist bekannt für seine traditionellen Masken, kunstvolle Holzskulpturen und lebendige Textilarbeiten. Das Land ist auch ein Zentrum für afrikanisches Kino: Das alle zwei Jahre stattfindende FESPACO (Panafrikanisches Film- und Fernsehfestival von Ouagadougou) zieht internationale Filmemacher und Zuschauer an.
Das Land bietet eine beeindruckende Naturvielfalt mit Nationalparks wie dem Arly-Nationalpark und dem W-Reservat, die Teil eines UNESCO-Weltnaturerbes sind. Besucher können Elefanten, Löwen und Flusspferde in freier Wildbahn erleben. Trotz politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen war Burkina Faso lange ein Geheimtipp für Ökotouristen.
Der Name Burkina Faso wurde 1984 eingeführt und bedeutet in den einheimischen Sprachen Mooré und Dioula „Land der aufrechten Menschen“. Er spiegelt den Stolz und die Widerstandsfähigkeit der burkinischen Bevölkerung wider.
Burkina Faso ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union (AU) und der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA). Diese Mitgliedschaften zeigen das Engagement des Landes für regionale und internationale Zusammenarbeit.
Das Klima ist tropisch mit einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit. Die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober, während der Rest des Jahres trocken und heiß ist.

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