Skip to main content
Elfenbeinküste Blog
5574 Aufrufe

Beitrag danach

Autor: Michael Lieder
Aktualisiert: 21. Januar 2024

Korhogo im Norden

Die Stadt Korhogo liegt rund 600 Kilometer nördlich von Abidjan und etwa 50 Kilometer jeweils von den Grenzen zu Mali und Burkina Faso entfernt auf etwa 380 Meter Höhe.

Für Korhogo werden knapp 500.000 Einwohner angegeben. Das Stadtzentrum wird durch den großen, teilweise überdachten Markt geprägt, der am Rand eines dicht besiedelten Wohngebietes der Unterschicht mit Wellblechdächern liegt und im monumentalen Afro-Stil der 1970er erbaut wurde. Die Hauptstraße von hier nach Süden führt zum einzigen Kreisverkehr, um den sich die meisten Verwaltungsgebäude gruppieren und weiter in Richtung Mont Korhogo durch Residential, das Wohnviertel der mittleren Angestellten und der oberen Klasse. Nur wenige der Straßen sind durchgehend asphaltiert, fast alle Nebenstraßen haben keinen Fahrbahnbelag, was besonders in der Regenzeit zum Problem wird. Das, was mir aufgefallen ist, dass die Straßen hier keine Namen haben, im Navi sieht man nur ein Netz aus Straßen, aber keinerlei Bezeichnung dafür. 

Dieser nördliche Teil der Elfenbeinküste gehört zum Savannengürtel. In der Umgebung bildet das Grundgebirge einige kleine, aber steile Inselberge, die über der Ebene aus einer bis zu 60 Meter dicken Schicht von Verwitterungsböden hinausragen. 

Elfenbeinküste - Côte d'Ivoire

Korhogo kennenlernen

Wenn man von Abidjan oder Grand-Bassam hierherkommt, fällt der langsamere, ruhigere Lebensrhythmus auf. Man sieht weniger Autos (dafür aber unzählige Motorräder) und wird von Verkäufern, neugierigen Kindern und dubiosen, selbst ernannten „Führern“ wenig bis gar nicht belästigt. Die Stimmung uns „weißen“ gegenüber ist eher zurückhaltend bis feindselig. So gelten doch alle mit heller Hautfarbe als „Franzosen“, die hier alles andere als beliebt sind. Das ist Rassismus mal andersherum, ich fühle mich nicht immer wohl und bin froh in Begleitung zu sein.

Der Kern von Korhogo ist der Place de l'Indépendance - ein kleiner Kreisverkehr mit einer grünen Wiese im Westen der Stadt, der häufig für Konzerte und andere öffentliche Veranstaltungen genutzt wird. Im Süden erstreckt sich das Maquis-Gebiet, das als Bois Sacré bekannt ist. Die meisten Geschäfte, eine Apotheke und der große Markt befinden sich an der namenlosen Hauptstraße, die vom Place de l'Indépendance aus nach Nordosten verläuft. 

Während der beiden Bürgerkriege (2002 und 2004) war Korhogo Schauplatz mehrerer Krisenherde, die die Infrastruktur beschädigten und die Touristen abschreckten, die für die Wirtschaft der Stadt vor dem Krieg wichtig gewesen waren. Die Regeneration verläuft extrem langsam, aber die Hauptattraktionen Korhogos wurden wiedereröffnet, aber es fehlen Besucher. Überall in der Stadt und in den Senoufo-Dörfern findet man die alten Handwerker, die Korhogos Ruf als eines der kulturellen Zentren der Elfenbeinküste begründet haben und wieder ihre Erzeugnisse anbieten: Weber, Maler, Metallarbeiter, Topfmacher und Holzschnitzer, die alle interessante vormoderne Werkzeuge und Techniken verwenden.

Elfenbeinküste - Côte d'Ivoire

Der zentrale Markt

Ich würde sagen, dass alle Straßen im Stadtzentrum ein einziger Markt sind. Wenn Du etwas Bestimmtes benötigst, ist es besser, Einheimische zu fragen, wo man es kaufen kann.

Doch vorsichtig, die hier lebenden Menschen haben eine enorme Abneigung fotografiert zu werden, mir ist noch nie auf meinen Reisen selbst bei harmlosen Übersichtsfotos so eine aggressive Stimmungslage entgegengekommen. Unser Übersetzter meinte, dass die Menschen Angst haben, dass Ihre Fotos im Ausland teuer verkauft werden und sie so ihr Gesicht verlieren. Na ja, das ist wenigstens der Ansatz einer Erklärung, ich bin mir sicher, dass es aber tiefer gehende Gründe gibt.

Roland und ich wollten uns auf dem Markt umsehen und eindrücke des Geschehens mitnehmen. Unser Besuch war, nach einer durchregneten Monsun Nacht und so präsentiert sich der Markt eher trist und grau statt wie gehofft bunt und farbenprächtig. Tiefe verunreinigte Pfützen, matschige Wege und keinerlei Straßenbelag sind hier der Stoff in dem europäische Afrika Träume zerfallen. Der Markt zeigt sich nicht von seiner besten Seite. Die Stimmung uns gegenüber ist entgegen der Randzone im Markt geschehen eher Neugier auf die Fremden, die sich hierher verlaufen haben. Coul unser Begleiter ist ein echter Türöffner und sobald die Leute uns nicht als Franzosen identifiziert haben, kommt auch so etwas wie Gastlichkeit auf. Nicht dass Du es falsch verstehst, Gastlichkeit hier bedeutet, weniger böse Blicke und keine Feindseligkeiten. Als sehr amüsiert zeigen sich immer wieder die Kinder, sie sind offen und ohne Vorurteile und freuen sich über ein Lächeln oder einfach nur ein hallo wie gehts...

Meine Empfehlung für diese Location:

Meine Empfehlungen (*), hier habe ich gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht....


Booking.com