Zwischen Kanu-Kindheit und Kurvenspaß – unterwegs im Lautertal
Wie sich das Leben doch wandelt: Früher paddelte ich mit den Kleinen im Kanu auf der Lauter – heute sind die Kleinen groß, und ich cruise mit ein paar PS unterm Hintern durch eben jenes Tal. Statt Paddelschlag jetzt Gashahn. Und auch wenn das ein bisschen melancholisch klingt – jede Lebensphase hat ihren eigenen Zauber. Heute ist eben Kurvenzauber angesagt.
Das Lautertal hat sich dabei kaum verändert: noch immer schlängelt sich die Straße elegant zwischen Felsen, Wiesen und Wäldern hindurch. Burgen grüßen von oben herab – manchmal charmant, manchmal wie eine mittelalterliche Radarfalle – und wer mag, kann einen kleinen Abstecher zur Wimsener Höhle machen. Ja, genau die Höhle, bei der man zuerst denkt: „Ach, das ist doch nur ein Loch im Fels“ – und dann plötzlich in einem Boot sitzt, unter Tropfsteinen hindurchgleitet und sich fragt, ob man noch im Lautertal oder schon in Tolkiens Moria gelandet ist.
Doch so frei wie der Fahrtwind fühlt sich die Tour nicht mehr an – denn kaum biegt man ins Tal ein, wird’s deutlich: Schilder. Viele. Die Mehrheit davon richtet sich nicht etwa an Raser im SUV oder unentschlossene Radfahrer auf der Mittelspur, sondern zielen direkt auf uns – die Zweiradfraktion. Fahrverbote an Wochenenden, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Streckensperrungen. Willkommen im “Tal der Einschränkungen”.