Chiang Rai

Tempel & Arthouse Tour
Chiang Rai

Einzigartige Tempel und Kunst

Von Chiang Mai aus geht es weiter nach Chiang Rai, die Stadt liegt im sogenannten goldenen Dreieck im Norden Thailands. Das goldene Dreieck setzt sich zusammen aus den gemeinsamen Grenzregionen von Thailand, Myanmar und Laos. Leider ist das für mich der nördlichste Punkt der Reise, bedingt durch die Corona Pandemie ist eine Einreise nach Laos und Myanmar leider nicht möglich. Die beiden Ländern oder wenigstens eines davon hätte ich mir gerne noch angesehen. 

Chiang Rai ist 730 Kilometer von Bangkok entfernt und liegt auf einer Höhe von 580 Metern inmitten einer malerischen Berglandschaft, am rechten Ufer des Maenam Kok, einem Zufluss des Mekong. Chiang Rai ist gleichzeitig die nördlichste Provinzhauptstadt Thailands. Die Stadt bietet zahlreiche Tempel und Arthouses im typischen nordthailändischen Stil sowie den einzigartigen Weißen Tempel. Außerdem ist sie Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die vom Regenwald bedeckte Bergwelt, zu den Dörfern der sogenannten Bergvölker sowie zum „Goldenen Dreieck“ und war im 20. Jahrhundert für seinen Opiumanbau bekannt. Maßgeblich auf Betreiben der Königsfamilie wurden die Opiumfelder durch Kaffee-, Tee- und Obstplantagen ersetzt, um der Bevölkerung mit diesen Plantagen eine Alternative zum illegalen Drogenanbau zu bieten. Heute kann man die legalen Produkte vor Ort verkosten und direkt vom Erzeuger kaufen.

Ein Tagesausflug von Chiang Mai nach Chiang Rai startet morgens 8:00 Uhr und du bist gegen 19:00 Uhr wieder zurück. Der Aufenthalt am Weißen Tempel selbst dauert etwa anderthalb Stunden, was aber locker ausreicht um alles zu sehen.

Mein Tipp: Tagestour von Chiang Mai aus mit allen drei Highlights in Chiang Rai

Chiang Rai

Wat Rong Khun (Weißer Tempel)

Der „weiße Tempel“ ist die international bekannteste Sehenswürdigkeit von Chiang Rai. Er wurde seit 1997 von dem als exzentrisch geltenden Künstler Chalermchai Kositpipat angelegt und ist noch längst nicht fertiggestellt. In seiner Formen- und Bildersprache unterscheidet er sich stark von klassischen thailändischen Tempelanlagen, die man bisher gewohnt ist. Wesentliche Elemente sind der Ubosot, in dem Wandmalereien Szenen und Figuren aus der westlichen Populärkultur (Neo aus Matrix, Freddy Kruger, der Terminator, Einsturz des World Trade Center und vieles mehr) darstellen, in die aber eine für mich leider nicht sichtbare buddhistische Botschaft inkludiert wurde. Weitere Elemente sind die „Brücke des Kreises der Wiedergeburten“, der Höllengraben mit verzweifelt ausgestreckten Händen der Sünder, das „Tor des Himmels“ und das goldene Gebäude. Auch wenn es sich hier nicht um einen thailändischen Tempel im ursprünglichen Sinne handelt, läuft man doch hier durch die Geschichte der Welt, die stark mit dem Buddhismus verknüpft wurde. Jede Ecke, jede Biegung bietet etwas Neues und wenn man Zeit investiert entdeckt man in den kleinsten Kleinigkeiten noch Symbole oder Botschaften, die man hier nicht erwartet.  Für nur 50 Bath (ca. 1,38 €) Eintritt kann man stundenlang die Gebäude der Anlagen besichtigen und dieses angenehme, einmal nicht golden glitzernde Bauwerk auf sich wirken lassen. Für das leibliche Wohl hat sich vor dem weißen Tempel eine gute Gastronomie angesiedelt, die für wenig Geld gutes Essen bieten.

Der Wat Rong Khun ist ein Fotomotiv, wie es im Buche steht. Als Fotograf kann man sich hier gar nicht satt knipsen und tolle Fotos sind hier fast garantiert. Wichtig ist aber immer wieder einen neuen Weißabgleich machen, die verschiedenen Weißtöne täuschen die Kamera und hinterher sieht es dann eher grau aus. Der Tempel ist voller großartiger Details, sodass du auf jeden Fall Fotos ohne Menschen machen kannst. Schwieriger wird es schon mit einer Komplettaufnahme des Tempels ohne störende Touristen. In der Hauptsaison ist das tagsüber relativ aussichtslos. Am frühen Morgen sieht es aber sicher besser aus. Im Hauptgebäude selbst ist das Fotografieren verboten, weshalb du in diesem Bericht auch vergeblich nach Fotos von Michael Jackson und Master Joda suchst.

Chiang Rai

Wat Rong Suea Ten (blauer Tempel)

Mit dem blauen Tempel hat die Stadt Chiang Rai eine Kostbarkeit an künstlerischer Form- und Farbgebung. Wat Rong Suea Ten, so sein thailändischer Name, hat gleich mehrere Besonderheiten.

Schon der Eingangsbereich mit den beiden Kolossalstatuen beeindruckt den Besucher und verdeutlicht die Bedeutung des Buddhismus für die Thailänder. Der blaue Tempel ist ein junges Beispiel wie in Chiang Rai der Tempelbau auch in der heutigen Zeit nicht stillsteht. Die gesamte Anlage ist durch Blau in jeglicher Schattierung geprägt. Der weiße Buddha in der Haupthalle ist analog der Buddhafigur im Wat Nong Khun, dem Weißen Tempel in Chiang Rai. Auf der Rückseite befindet sich ein großer stehender Buddha und ein Chedi. Der Ubosot gilt als das zentrale Bauwerk in einem Wat.

Anmerkung: Ein Wat (thailändisch วัด, [wát]) ist in den buddhistischen Ländern Laos, Kambodscha und Thailand ein von einer Mauer umgebener Gebäudekomplex, der hauptsächlich religiösen Zwecken dient.

Dieses Gebäude ist der heiligste Ort in einem Tempel und muss immer für mindestens für 21 Mönche Platz bieten. Wenn man die große Eingangstür durchschreitet, ist man fast erschlagen von der Pracht und der religiösen Ausstrahlung dieses Raumes. Das Spiel der Farben und des Lichtes im Zusammenwirken mit dem großen Weißen Buddha und dem Gold lässt einem den Atem für einen Moment stocken. Hier kann gut innegehalten werden und die gemalten Geschichten an den Wänden und der Decke des Raumes auf sich wirken lassen. Ähnlich wie in unseren Kirchen wird hier die Geschichte des Buddhismus in einzelnen Bilder erzählt. Die ganze Anlage strahlt Stolz auf seine Religion aus und ist bemerkenswert einzigartig.

Der blaue Tempel sollte auf jeden Fall auf der Tagesordnung stehen, wenn du in Chiang Rai bist, der Besuch lohnt sich auf jeden Fall und ist verglichen mit den anderen Tempelanlagen in Thailand, die immer in Gold gehalten sind, eine wirkliche Abwechslung. Auch hier haben sich rund um die Tempelanlage kleinere und größere Stände, angesiedelt an denen man Andenken kaufen oder sich zu einem gemütlichen Essen niederlassen kann.

Chiang Rai

Das schwarze Haus

Alles, so wird es oft gesagt, hat zwei Seiten. Was so viel bedeutet wie: Eine Sache sollte nicht nur unter einem einzigen Gesichtspunkt betrachtet werden. Wie nah Gegensätze beieinander liegen, kann man wunderbar in Chiang Rai beobachten. Wenn Du den "Weißen Tempel" gesehen hast, solltest Du auch das Gegenstück, nämlich das "Schwarze Haus" besuchen. 

Anmerkung: Hier sollte man auch nicht vorschnell den Begriff Yin und Yang als Erklärung heranziehen, diese Visualisierung ist nicht richtig. In der chinesischen Philosophie - zumindest vereinfacht ausgedrückt - wird Yin und Yang gleichgesetzt, mit dem Weiblichen und dem Männlichen.

Thawan Duchanee hat in diesem Gebäude seine Interpretation des Lebenszyklus der Nachwelt hinterlassen. 

Geboren: 27. September 1939, Chiang Rai
Verstorben: 3. September 2014, Bangkok

Er war als Surrealist berühmt - auch bei uns in Europa. Sein Markenzeichen war der lange, weiße Bart. Tahwan Duchanee modernisierte mit seinen Themen die traditionelle thailändische Kunst und wurde - trotz einiger Kontroversen - in Thailand zum "Künstler des Jahres 2001" gekürt. Der SPIEGEL schrieb über ihn. "Oft spielte er mit Buddha-Motiven oder nahm Anleihen in der Welt der Tiere und Dämonen...". Thawan war ein ehemaliger Schüler vom Erbauer des Weißen Tempels und hat das Mittel Gegensätzlichkeit der Dinge hervorragend umgesetzt. Vieles was man im schwarzen Haus sieht ist verstörend, aber genau das ist ja die Quintessenz des Surrealismus, der hier ein neues Fundament in der buddhistischen Gesellschaft gefunden hat. Interessant ist, dass die Thailänder diese "Blasphemie" nicht als Angriff auf ihre buddhistische Religion sehen, sondern als Denkanstoß, wie mit den alltäglichen Ritualen anders umgegangen werden kann. Das erkennt man auch daran, dass nicht nur Touristen das schwarze Haus besuchen, sondern auch viele Thailänder und Thailänderinnen staunend vor den Exponaten im schwarzen Haus stehen.

Mysteriös geht es hier zu, wenn man zwischen den Zeitzeugen schlendert, die allesamt in tiefschwarzem Holz errichtet wurden. Im Garten steht ein großes schwarzes Gebilde, einem U-Boot nachempfunden, und überall finden sich tierische Artefakte, Bärenfelle, Häute aller Art, Totenköpfe von Büffeln und ausgestopfte Reptilien! Auch ein riesiges Elefantenskelett ist ausgestellt sowie Möbel, die aus Tierknochen produziert wurden. Tierfreunde seien also vorgewarnt! Doch wer hierherkommt, muss wissen, dass diese aus der Reihe fallende Ausstellung ein Teil eines Gesamtkunstwerks ist, das die "Vergänglichkeit des diesseitigen Lebens" auf ziemlich atypisch Weise symbolisch darstellen soll.

Im Eingangsbereich durch die große Halle ziehen sich Kunstausstellungen, die über einen QR-Code lebendig werden und den Besuchern ermöglicht, die Gedankengänge von Tahwan Duchanee nachzuvollziehen. Ich habe versucht, die wichtigsten Werke einmal zu fotografieren, schau es Dir einfach an und urteile selbst.

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