Wanderung von Bray bis Greystones
Die Wanderung von Bray nach Greystones ist genau die Sorte Küstenabenteuer, bei der ich nach fünf Minuten schon wieder weiß, warum Irland mich jedes Mal einkassiert. Der Weg klebt am Meer, die Luft schmeckt nach Salz und Freiheit, und irgendwo zwischen Klippenblick und Möwen-Kommentar wird aus „nur mal spazieren“ plötzlich ein echtes kleines Abenteuer. Du läufst, schaust, atmest – und vergisst dabei ganz nebenbei, dass dein Handy überhaupt Empfang haben könnte. Wenn du also in der Nähe von Dublin bist und Lust auf eine unvergessliche Tour entlang der irischen Küste hast: Mach sie. Warm anziehen, Wind einplanen (der ist immer da – aus Prinzip) und dann einfach los. Bereit für Meer, Weite und dieses herrlich irische „Ach, wird schon“-Gefühl?
Raus aus Dublin – die Küste ruft
Manchmal muss man Dublin nur kurz den Rücken kehren, um zu merken, wie nah das große Draußen eigentlich ist. Wenn du die wunderschöne Küstenwanderung von Bray nach Greystones planst, beginnt das Erlebnis schon bei der Anreise. Und die ist herrlich unkompliziert – ganz ohne Mietwagen, ganz ohne Stress.
Die DART (Dublin Area Rapid Transit) verbindet Dublin zuverlässig mit den Küstenorten südlich der Stadt. Einsteigen, zurücklehnen, aus dem Fenster schauen – mehr Vorbereitung braucht es nicht. Der Tag darf entspannt beginnen. Besonders praktisch: Du kannst an mehreren zentralen Stationen in Dublin starten, zum Beispiel an der Dublin Connolly Station, der Tara Street Station oder der Pearse Station. Von dort fahren regelmäßig Züge Richtung Bray, die Fahrzeit liegt bei etwa 45 Minuten – und die vergehen schneller, als man denkt.
Denn diese Strecke ist kein bloßer Transfer. Sie ist ein sanftes Einstimmen. Die Bahn folgt der Küste, das Meer rückt immer näher, und plötzlich merkt man, wie der Kopf langsamer wird. Kleiner, aber ehrlicher Tipp: Setz dich auf die Seite mit Meerblick. Spätestens dann beginnt die Vorfreude ganz von allein. In Bray angekommen schnürst du die Wanderschuhe, atmest tief durch – und lässt Dublin hinter dir. Vor dir liegt die Küste, der Wind, das Meer. Und ein Weg, der zeigt, wie schnell Irland vom Stadtleben in die Weite wechseln kann.
Wenn ich an Irland denke, tauchen sofort Bilder auf: grüne Hügel, raue Klippen, der Atlantik in all seinen Blautönen – und dieser Wind, der einem zuverlässig den Kopf freipustet. Eine der schönsten Arten, all das zu erleben, ist die Küstenwanderung von Bray nach Greystones. Vor Kurzem habe ich mich selbst auf diese rund sieben Kilometer lange Route begeben – und sie hat genau das gehalten, was Irland so gut kann: große Landschaft, ehrliche Anstrengung und viele kleine Wow-Momente.
Unser Startpunkt war Bray, ein charmantes Küstenstädtchen südlich von Dublin. Kaum aus dem Zug gestiegen, war sie da – diese frische, salzige Meeresluft, die sofort klarmacht: Heute wird gelaufen, nicht gehetzt. Bray empfängt einen mit einer klassischen Strandpromenade, bunten Häusern und Cafés, die schon am Vormittag zum Verweilen einladen. Aber mein Ziel lag höher.
Der Weg führte uns zunächst zum Bray Head. Der Aufstieg zum Kreuz oberhalb der Stadt ist nicht besonders lang, aber durchaus knackig. Die Steigung fordert die Waden, vor allem, wenn man noch im gemütlichen „Ich-steige-aus-dem-Zug“-Modus ist. Doch wie so oft in Irland gilt: Jammern lohnt sich nicht – oben wird man belohnt. Am Gipfel angekommen öffnet sich ein Panorama, das man nicht plant, sondern einfach erlebt. Unter mir lag die Küste, weit und offen, und der Blick reichte von der Dublin Bay bis hinüber zu den Wicklow Mountains. Wind im Gesicht, Weite vor Augen, Gedanken irgendwo zwischen Alltag und Atlantik. Einer dieser Momente, in denen man automatisch langsamer wird. Hier oben habe ich kurz innegehalten, tief durchgeatmet und mir gedacht: Genau dafür bin ich hier. Bray Head ist kein Spektakel, kein Instagram-Zwangspunkt – sondern ein stiller Einstieg in eine Wanderung, die zeigt, wie nah in Irland Stadt, Natur und Meer beieinanderliegen. Und das war erst der Anfang.
Wenn du von Dublin aus die wunderschöne Wanderung von Bray nach Greystones machen möchtest, ist die Anreise mit der Bahn sowohl einfach als auch bequem. Die irische Bahnlinie DART (Dublin Area Rapid Transit) verbindet Dublin mit vielen Küstenorten, darunter sowohl Bray als auch Greystones.
Vom Bray Head ging es nahtlos über in den eigentlichen Cliff Walk – und ab hier übernimmt die Landschaft das Kommando. Der Küstenpfad führt durch eine der schönsten Naturkulissen Irlands und verläuft größtenteils parallel zum Meer. Rechts der Atlantik, tiefblau und in ständiger Bewegung, links saftig grüne Wiesen. Es fühlte sich an, als würde ich durch eine lebendig gewordene Postkarte wandern – nur mit mehr Wind und deutlich besserer Geräuschkulisse. Der Weg selbst ist angenehm zu gehen und gut ausgeschildert. Keine technische Herausforderung, kein Kletterabenteuer – genau richtig, um das Wandern einfach zu genießen. An manchen Stellen wird der Pfad etwas schmaler, was die Sache spannender macht, ohne unangenehm zu werden. Man bleibt aufmerksam, schaut genauer hin, geht bewusster. Und genau das passt perfekt zu dieser Strecke.
Immer wieder blieb ich stehen. Nicht aus Erschöpfung, sondern aus purem Wunsch heraus. Aussicht genießen, Fotos machen, tief durchatmen. Das gleichmäßige Rauschen der Wellen begleitete mich wie ein natürlicher Soundtrack und sorgte dafür, dass der Kopf automatisch einen Gang runterschaltet. Diese Art von Ruhe findet man nicht, man läuft ihr entgegen.
Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Natur entlang des Weges. Mit etwas Glück lassen sich draußen im Wasser Robben entdecken, die scheinbar mühelos in den Wellen treiben. Ab und zu zeigen sich sogar Delfine, die elegant durch die Bucht gleiten – kurze Momente, die man nicht planen kann, die aber bleiben. Über mir kreisten Möwen und Kormorane, als hätten sie beschlossen, mich ein Stück zu begleiten.
Nach gut zwei Stunden entspannten Wanderns – ich habe mir bewusst Zeit gelassen, schließlich läuft man hier nicht gegen die Uhr, sondern mit der Landschaft – erreichte ich Greystones. Ein Küstenort, der leiser ist als Bray, ruhiger, fast ein wenig zurückhaltend. Und genau das macht seinen Charme aus. Greystones drängt sich nicht auf. Es wartet. Kaum im Ort angekommen, fühlte ich mich sofort willkommen. Vielleicht lag es an der entspannten Atmosphäre, vielleicht an diesem Gefühl, dass hier niemand etwas beweisen muss. Für mich war klar: Dieser Tag braucht einen würdigen Abschluss. Also steuerte ich das The Happy Pear an – ein Café, das in Greystones fast schon Institution ist. Drinnen herrschte eine lebendige, freundliche Stimmung, ohne hektisch zu sein. Das Essen: frisch, gesund, viele vegane Optionen, genau das Richtige nach einer Küstenwanderung. Ein heißer Kaffee, ein Stück hausgemachter Kuchen – mehr braucht es manchmal nicht, um sehr zufrieden zu sein.
Gestärkt schlenderte ich anschließend noch ein wenig durch den Ort. Kleine Straßen, entspannte Menschen, alles in angenehmem Tempo. Am Hafen blieb ich schließlich stehen, setzte mich auf eine Bank direkt am Meer und ließ den Blick über den Horizont schweifen. Keine großen Gedanken, kein innerer Monolog – einfach nur da sein. Die Ruhe von Greystones nach der belebenden Wanderung entlang der Klippen war der perfekte Kontrast. Ein stiller Abschluss für einen Tag voller Wind, Weite und Bewegung. Genau so fühlen sich gute Reiseerlebnisse an: nicht spektakulär im klassischen Sinne, aber rund. Und lange nachwirkend.
Praktische Tipps für diese Wanderung
Falls du auch einmal diese Wanderung unternehmen möchtest, hier ein paar nützliche Tipps:
- Beste Jahreszeit: Ich würde empfehlen, die Wanderung im Frühling oder Sommer zu machen (Mai bis September), wenn die Natur in voller Blüte steht und das Wetter etwas beständiger ist. Allerdings hat der Weg auch im Herbst und Winter seinen Reiz – die raue See und die dramatischen Wolkenformationen sind dann besonders beeindruckend.
- Dauer: Plane etwa 2 bis 3 Stunden ein, je nachdem, wie oft du für Fotos oder einfach zum Genießen der Aussicht anhältst.
- Ausrüstung: Gute Wanderschuhe sind ein Muss, da der Pfad teilweise steinig und uneben ist. Auch eine Regenjacke solltest du immer im Gepäck haben – das irische Wetter kann schnell umschlagen.
- Anreise: Bray und Greystones sind beide bequem mit dem DART-Zug von Dublin aus zu erreichen. Die Fahrt dauert nur etwa 45 Minuten.
Die Flugverbindungen von Deutschland nach Irland sind vielfältig und gut ausgebaut, da es zahlreiche Direktflüge zwischen den beiden Ländern gibt.
Ein paar praktische Tipps zur Bahnfahrt:
Start in Dublin – Die Anreise nach Bray
Du kannst deine Reise an einem der DART-Stationen in Dublin beginnen. Zu den wichtigsten Bahnhöfen in Dublin gehören:
- Dublin Connolly Station
- Tara Street Station
- Pearse Station
Züge fahren regelmäßig, sodass du nicht lange auf deine Hin- oder Rückfahrt warten musst. Besonders schön: Auch die Strecke von Greystones nach Dublin bietet wieder atemberaubende Ausblicke auf die Küste, die du nun noch einmal aus einem anderen Blickwinkel genießen kannst.
- Fahrkarten: Du kannst entweder direkt an den Bahnhöfen Tickets kaufen oder eine Leap Card nutzen, die sich für mehrere Fahrten in Dublin und Umgebung lohnt.
- Abfahrtszeiten: Die DART fährt in kurzen Abständen, meist alle 10 bis 20 Minuten. Es lohnt sich dennoch, die Zeiten auf der Irish Rail Website zu prüfen, um die genaue Abfahrtszeit zu wissen.
- Die DART-Züge fahren an Wochentagen und auch am Wochenende in kurzen Abständen, sodass du flexibel starten kannst. Es lohnt sich aber, die Abfahrtszeiten im Vorfeld zu überprüfen, um Wartezeiten zu vermeiden.
- Kosten: Ein Einzelticket von Dublin nach Bray kostet etwa 6-8 Euro (je nach Tageszeit), und auch die Rückfahrt von Greystones ist preislich ähnlich.
So kannst du bequem und ohne Stress mit der Bahn anreisen, deine Wanderung genießen und die Schönheit der irischen Küste erleben – alles nur einen Zug entfernt von der pulsierenden Hauptstadt Dublin!
Seit dem 19. Jahrhundert zieht Bray Touristen an, als die Stadt sich als Seebad für wohlhabende Dubliner etablierte. Die elegante Promenade mit viktorianischen Gebäuden erinnert noch heute an diese Zeit.
Bray ist bekannt für seine Rolle als Drehort in vielen Filmen und TV-Produktionen. Die berühmten Ardmore Studios befinden sich hier, wo Filme wie "Excalibur" und Serien wie "The Tudors" gedreht wurden.
Der Hügel, der sich südlich der Stadt erhebt, ist ein beliebter Wanderort. Das Bray Head Kreuz auf der Spitze bietet atemberaubende Ausblicke auf die Küste und das Umland.
Jedes Jahr im Sommer findet in Bray das Bray Jazz Festival statt, das Musiker und Besucher aus aller Welt anzieht. Die Stadt verwandelt sich in eine vibrierende Kulisse für Jazz- und Livemusikfans.
Der kleine, aber malerische Hafen von Bray ist ein beliebter Ort für einen entspannten Spaziergang. Früher ein geschäftiger Fischerhafen, ist er heute ein idyllischer Ort, um Boote und die vorbeiziehenden Möwen zu beobachten.
Greystones begann als kleines Fischerdorf und hat sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen entwickelt. Der Name "Greystones" kommt von den grauen Felsen, die die Küste säumen.
Greystones ist die Heimat des berühmten veganen Cafés The Happy Pear, das von den Zwillingen David und Stephen Flynn gegründet wurde. Das Café hat eine internationale Fangemeinde, und die Flynn-Brüder sind mittlerweile Bestsellerautoren und TV-Persönlichkeiten.
Greystones ist der südlichste Punkt, den die DART-Bahn anfährt. Diese Zuglinie verbindet die Stadt direkt mit Dublin und macht Greystones für Pendler und Besucher gleichermaßen attraktiv.
Der Strand von Greystones wurde mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, einem internationalen Umweltgütesiegel für besonders saubere und sichere Strände. Der Strand ist ein beliebter Ort zum Schwimmen und für lange Spaziergänge.
Greystones engagiert sich stark für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die Stadt hat zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen, um die Natur zu bewahren, darunter Projekte zur Wiederherstellung der Küstenflora und -fauna.
Diese beiden Küstenstädte bieten nicht nur wunderschöne Landschaften, sondern auch eine reiche Geschichte, eine lebendige Kultur und viele Freizeitmöglichkeiten – perfekt für einen entspannten Tag am Meer!
